Österreich (Flora und Fauna)

Aus Länder-Lexikon.de

Österreich ist eines der waldreichsten Länder Europas. Fast die Hälfte seiner Gesamtfläche ist von geschlossenen Waldflächen bedeckt. Zahlreiche Vegetationsformen lassen sich unterscheiden: In den nördlichen und südlichen Kalkalpen finden sich Buchen-Tannen-Wälder, insbesondere im Norden tritt eine Unterart der Bergkiefer auf, die Latsche. In den Zentralalpen finden sich ausgedehnte Fichtenwälder sowie Tannen-Fichten-Wälder. Mit zunehmender Höhe folgen bis zur Baumgrenze bei 1 500 bis 2 200 m Zirbelkiefern und Europäische Lärchen, danach gibt es Sträucher, dann Grasheiden und Polsterpflanzen.

Ein Granit- und Gneisgebiet bildet das Alpenvorland zwischen Alpen und Donau, das Mühl- und Waldviertel nördlich der Donau und das hügelige Weinviertel mit waldfreiem Lössboden. In diesen Regionen finden sich vereinzelt Eichen-Buchen-Wälder bzw. Kiefern, die bis zur weitflächigen Abrodung den Großteil des Landes bedeckten. Das kleine Ungarische Tiefland weist dagegen eine ausgeprägte Steppenflora auf.

Charakteristisch für die Tierwelt der österreichischen Alpen sind Gämsen, Steinböcke, Hirsche, Rehe, Schneehasen, Murmeltiere, Auer- und Birkwild, der Alpensalamander und die schwarze Kreuzotter. Auch der vom Aussterben bedrohte Steinadler ist hier zu finden. In den etwas tiefer gelegenen Bergmischwäldern treten Haselhühner, etwas höher auch das Auerhuhn auf. Die subalpinen Nadelwälder sind Heimat des Birkhuhns, das Schneehuhn findet Schutz in den Felsspalten im hochalpinen Bereich. Zahlreiche Vogelarten - etwa hundert Brutvogelarten finden ihren Lebensraum in den Alpen - verlassen den alpinen Raum in der kalten Jahreszeit und überwintern im Süden.

Raubwild wie Bär, Wolf und Luchs sowie Bart und Gänsegeier wurden durch die vorrückende Zivilisation sowohl im Tiefland als auch in den abgelegeneren Bergtälern bereits im 19. Jahrhundert ausgerottet, wandern aber heute zum Teil aus den Ländern des früheren Ostblocks wieder ein bzw. werden wieder angesiedelt.


Länder TV