Österreich (Wirtschaft)
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Österreich ist ein hoch entwickeltes Industrieland. Seit 1995 ist es als Mitglied der Europäischen Union dabei, sein Wirtschaftssystem an das der Gemeinschaft anzugleichen. Als einer der wohlhabendsten Mitgliedstaaten ist Österreich zudem 1999 der Wirtschafts- und Währungsunion beigetreten und hat im Jahr 2002 den Euro eingeführt. Nach einer Phase geringen Wirtschaftswachstums entwickelten sich die Jahre 2006 und 2007 sehr dynamisch (Wirtschaftswachstum 2007: 3,4 %). Die Arbeitslosenquote ist auf 4,4 % (2007) gefallen. Dies ist vor allem dem zunehmenden Export zuzuschreiben. Allerdings löste die Subprime-Krise (Immobilienkrise) in den USA 2007/2008 eine weltweite Finanz- und Vertrauenskrise aus, die auch vor Österreich nicht Halt machte. So konnte im Oktober 2008 die Insolvenz der Constantia Privatbank nur durch eine Übernahme durch fünf große österreichische Banken abgewendet werden. Der Staat garantiert Spareinlagen in unbegrenzter Höhe (bis Ende 2009) und verabschiedete im Oktober mit dem Finanzmarktstabilitätsgesetz ein Bankenhilfsprogramm in Höhe von 100 Milliarden Euro. Die Finanzkrise zieht auch zunehmend die Realwirtschaft in Mitleidenschaft (u.a. Automobilhersteller); etliche Prognosen wurden weltweit bereits erheblich nach unten korrigiert.
Zwei Drittel der Exporte gehen in die EU, daneben stellen osteuropäische Nationen traditionell wichtige Handelspartner dar. Viele Industrien und Betriebe sind mittelständisch und in ihrer Mehrzahl in den östlichen Landesteilen zu finden. Die wichtigsten Industriezweige produzieren in den Bereichen Chemie und Fahrzeuge sowie Maschinen und Stahlbau. Besonders exportorientiert ist die Motoren- und Getriebeproduktion, die eine Ausfuhrquote von 90 % aufweist, aber auch Hochtechnologie-Produkte wie elektronische Bauteile, Chips und Schaltkreise gehen in den Export. Abgenommen hat dagegen die Bedeutung der Nahrungs- und Genussmittelindustrie.
Knapp 6 % der erwerbstätigen Österreicher sind noch in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Aufgrund der großen Waldbestände, die rund 39 % der Staatsfläche einnehmen, ist insbesondere die Forstwirtschaft (Sägewerke, Holzverarbeitung) hoch entwickelt. So gehört Österreich zu den größten Exporteuren von Schnittholz.
Vorhandene Ressourcen an Eisenerz und Nichteisenmetallen, an Erdöl und Erdgas waren und sind Basis der industriellen Entwicklung. Inzwischen reichen die Vorkommen nicht mehr für den hohen Eigenbedarf aus und es müssen Rohstoffe importiert werden. Trotzdem werden nach wie vor in der Steiermark Eisenerze abgebaut und in Stahlfabriken bei Linz verarbeitet. Zahlreiche Wasserkraftwerke an den vielen Alpenflüssen ermöglichen überdies die Eigenproduktion von mehr als zwei Drittel der österreichischen Energiemenge durch heimische Wasserkraft.
Wichtiger Wirtschaftsfaktor ist auch der Fremdenverkehr, der hohe Deviseneinkünfte ins Land bringt. Gemessen an der Zahl der jährlich einreisenden Touristen liegt das Land weltweit mit an der Spitze der Tourismusnationen. Insbesondere Tirol, Salzburg und Kärnten sind in ihrer Infrastruktur primär auf Wintersportler, aber auch auf Sommerurlauber ausgerichtet. Auch in der Hauptstadt Wien spielt der Fremdenverkehr mit jährlich mehr als vier Millionen Touristen eine wichtige Rolle.