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    3000 Sonnenstunden im Jahr, goldene Sandstrände, vielfältige Landschaften und Natur, ein großes Angebot an Kunst und Kultur, geschichtsträchtige Bauten: All das macht das besondere Flair Andalusiens aus.

    Die größte und bevölkerungsreichste Region Spaniens im Süden des Landes ist zugleich auch die wärmste Gegend Europas. Nur ein Katzensprung scheint es bis zum Afrikanischen Kontinent zu sein: Am südlichsten Ende Andalusiens ist das Land durch die Straße von Gibraltar nur 13 Kilometer von Marokko getrennt.

    Umgeben wird die Region von einem Ozean und einem Meer: Der Atlantik umspült die Provinzen Huelva und Cádiz, das Mittelmeer rauscht an den Stränden von Málaga, Granada und Almería. Sevilla, Córdoba und Jaén, die sich im Landesinneren befinden, grenzen an die nördlichen Regionen Extremadura, Kastilien-La Mancha und Murcia und im Westen an Portugal an.

    Sightseeing und Highlights

    Gebirgszug in Almería

    Die zahlreichen Gegensätze, die das Land aufweist, stellen einen besonderen Reiz für Reisende dar, die im Urlaub nicht auf Abwechslung verzichten wollen: Neben goldenen Sandstränden und mildem Klima findet man hier auch steile Gebirgszüge und Hochebenen. Die frischen Temperaturen der Sierra Nevada bilden einen starken Kontrast zur Hitze der Costa Tropical in der Provinz Granada. Hier herrschen Temperaturunterschiede von bis zu 30 Grad. Für eine erreichbare Möglichkeit zur Abkühlung ist also bei zu großer Hitze am Strand gesorgt: Gerade einmal 33 Kilometer trennen die beiden Orte voneinander.

    Die Küsten

    Von den acht andalusischen Provinzen befinden sich fünf am Meer. Die Küsten werden in vier Bereiche eingeteilt: Die Costa de la Luz befindet sich bei Cádiz und Huelva, die Costa del Sol bei Málaga, die Costa Tropical liegt in der Provinz Granada, und die Costa de Almería erstreckt sich entlang der Provinz Almería.

    Empfehlenswerte Städte und Provinzen

    Alhambra in Granada

    Die Hauptstadt Sevilla ist mit 700.00 Einwohnern zugleich die bevölkerungsreichste Stadt der Region und mit ihrem Wahrzeichen, der Giralda, ein beliebtes Ausflugsziel. Córdoba mit seiner berühmten Moschee, Granada mit der Alhambra, und Almería und Málaga mit ihren maurischen Festungen sind weitere Highlights Andalusiens.
    Doch auch die ländlichen Gegenden haben ihren Reiz: Sonnige Sandstrände, aber auch das südlichste Skigebiet des Kontinents laden zum Entspannen und Erleben ein. Beim Streifzug außerhalb der Städte stößt man außerdem auf zahlreiche Naturschutzgebiete: Die beiden Nationalparks, Doñana und Sierra Nevada, 22 weitere Naturparks und viele weitere Reservate nehmen etwa 17 Prozent der Gesamtfläche Andalusiens ein.


    Tradition und Kultur

    Stierkämpfe, Flamencotanz und südländische Lebensfreude an traditionellen Feiertagen: All das und vieles mehr hat Andalusien kulturell zu bieten.

    Kunst und Kultur werden in Andalusien groß geschrieben: Bereits die Maler Velázquez und Picasso, der Dichter Federico García Lorca und viele andere ließen sich hier inspirieren. Auch heute noch finden zahlreiche kulturelle Festspiele hier statt:

    • Iberoamerikanisches Filmfestival (Huelva)
    • Iberoamerikanisches Theaterfestival (Cádiz)
    • Spanisches Kinofestival (Málaga)
    • Flamenco-Biennale (Sevilla)
    • Gitarrenfestival (Córdoba)
    • Festival für Musik und Tanz, Internationales Tangofestival (Granada)

    Traditionelle Events und Fiestas

    Traditionelle Tracht

    Trotz anhaltender Proteste von Tierschützern wird der traditionelle Stierkampf von den Einheimischen und auch einigen Touristen noch immer leidenschaftlich zelebriert. Besonders in Sevilla, Córdoba und Málaga bejubelt man die Kämpfe mit voller Hingabe. Die Stierkampfsaison beginnt immer am Ostersonntag und endet im Oktober in der Stierkampfarena von Jaén. Sich dieses Spektakel anzuschauen oder nicht, bleibt wohl letztendlich jedem Besucher selbst überlassen.

    Eine weitere stark in der Tradition verwurzelte Gepflogenheit ist der Flamenco. Der Ursprung dieser Musikform ist weitgehend ungewiss, jedoch soll der Einfluss der Zigeuner bei der Entstehung dieses Tanzes groß gewesen sein. Mittlerweile ist er weit über Spaniens Landesgrenzen hinaus bekannt, und gefeierte zeitgenössische Flamencotänzer wie Joaquín Cortés und Antonio Canales oder Flamencogitarristen wie Paco de Lucía und Tomatito halten die Tradition auch weiterhin lebendig.

    Zudem gibt es viele traditionelle Feste und Feiertage, die alle mit viel südländischer Lebensfreude begangen werden: Hier kann man als Reisender am besten den Charakter von Land und Leuten entdecken.

    Februar

    • Karneval: Besonders in Cádiz ein Highlight.

    April

    • Semana Santa (Karwoche): Eines der wichtigsten Feste im Jahr. Wird in ganz Andalusien gefeiert. (Besonders in Sevilla sehr prächtig.)
    • Feria de Abril: Findet acht Tage nach Ostern statt. Größtes Volksfest Andalusiens.

    Mai

    • Virgen del Rocio: Wallfahrt in der Nähe von Huelva.
    • Fiesta de las Cruces (Fest der Maikreuze): Besonders in Córdoba ein Highlight.

    Juni

    • Feria del Corpus (Fest Fronleichnam): Findet in der Regel 10 Tage nach Pfingsten in Granada statt.
    • Fiesta del Caballo (Fest des Pferdes): Findet vom 10. –17. des Monats in Jerez in der Provinz Cádiz statt.

    August

    • Feria de Almería: In der zweiten Augusthälfte zu Ehren der Schutzpatronin Virgen del Mar.

    September

    • Festividad de la Virgen de las Angustias: Prozessionen zu Ehren des Schutzheiligen Granadas am letzten Sonntag im September.

    Kulinarisches

    Mediterrane Diät

    Die andalusische Küche wurde bereits früh in der Geschichte von verschiedenen Kulturen geprägt, besonders jedoch von der arabischen im 10. Jahrhundert, was sich noch heute in den landestypischen Gerichten widerspiegelt. Grundlage fast aller Gerichte ist das Olivenöl, das in der Region vielerorts hergestellt wird, beispielsweise in den Gegenden um Jaén oder Córdoba. Die sogenannte mediterrane Diät, die den Ruf hat, besonders positive Effekte auf die Gesundheit zu haben, stammt ursprünglich aus Andalusien.

    Die Nähe zu den beiden Meeren bietet in Andalusien natürlich die besten Möglichkeiten zum Fischfang. Daher zählen auch zahlreiche Fischarten zu den regionalen Spezialitäten, beispielsweise der Rote Tunfisch, Seezunge, Seebarsch, Meerbarbe, Sardelle, Scholle und viele mehr. Die weißen Garnelen aus der Region Huelva sind besonders zu empfehlen, und die Langschwanzkrebse aus Sanlúcar werden besonders gelobt. So hält jede Region ihre ganz speziellen Köstlichkeiten bereit.

    Traditionelle Gerichte

    Traditionelle Gerichte wie Gazpacho und Tapas sowie eine große Auswahl an Fischgerichten bereiten besondere und höchst gesunde Gaumenfreuden.

    Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe, gibt es mittlerweile in zahlreichen Variationen, und auch mediterrane Eintöpfe halten nach einer langen Zeit stiefmütterlicher Behandlung wieder Einzug in andalusische Restaurants. Besonders empfehlenswert sind die zahlreichen Variationen an Tapas („Häppchen“), die man sich in Bars und Restaurants beliebig zusammenstellen kann.

    Klassiker sind der „Jamón Serrano“, der traditionelle Schinken, „Pescaito Frito“, eine frittierte Fischauswahl, oder „Cazuelitas“, in kleinen braunen Tonschalen servierte Köstlichkeiten. Inzwischen gibt es jedoch auch viele moderne Neukreationen.

    Süße Köstlichkeiten

    Andalusische Süßigkeiten werden vor allem von zwei Zutaten geprägt: Honig und Mandeln. Mandelbrot („Turrón“) aus Cádiz, Quittenbrot („Dulce de Membrillo“) oder in Honig getauchtes Ölgebäck („Pestiños“) sind nur drei von unzähligen süßen Highlights der Region.

    Wein

    Nicht zu vergessen ist natürlich das reichhaltige Weinangebot. Andalusien gilt als ältestes Weinanbaugebiet Spaniens.
    Besonders Weine aus Jerez (Cádiz) stehen für hohe Qualität und unvergleichlichen Genuss. Aus Málaga kommen vor allem Süßweine. Weitere hochwertige Spezialitäten findet man in Condado (Huelva), Montilla-Moriles (Córdoba) oder Laujar de Andarax (Almería).

    Das Klima

    Die Sommer Andalusiens sind in der Regel heiß und trocken, die Winter gemäßigt. Niederschläge gibt es eher unregelmäßig, doch auch hier ist Andalusien eine Region der Extreme: Die Sierra de Grazelama in der Provinz Cádiz weist die höchsten Regenmengen in ganz Spanien auf, während es in der Wüste Tabernas in Almería so gut wie nie regnet.

    Geschichte Andalusiens

    Andalusien wurde in seiner langen Geschichten von zahlreichen Kulturen beeinflusst: Die Liste reicht von den Römern über die Araber bis hin zu den Christen.

    Zahlreiche Legenden weben sich rund um die Geschichte der andalusischen Region: Einst soll Herkules, der Sohn des Zeus, das Mittelmeer erschaffen haben, indem er Europa und Afrika durch die Meerenge von Gibraltar trennte. Daher wurde der Krieger auch in das andalusische Wappen aufgenommen, das sich auf der grün-weiß gestreiften Flagge befindet. Er wurde mit zwei Löwen zwischen den beiden typischen Säulen platziert. Die Inschrift darunter lautet übersetzt: "Andalusien bejahend, für Spanien und für die Menschheit."

    Gründung der ersten Städte

    Die ersten Siedler kamen in der Jungsteinzeit von Nordafrika. Seit der Bronzezeit war die Kultur von Tartessos in der Region vorherrschend, später gesellten sich noch die Iberer hinzu. Im Jahr 1000 v.Chr. wurde die Stadt Cádiz von den Phöniziern gegründet, die damit als die älteste Stadt Europas gilt.

    Etwa 500 Jahre später erfolgte die Besetzung der Region durch die Karthager, später wurde sie von den Römern erobert und umbenannt in Baetica. Der Untergang des Weströmischen Reichs ermöglichte die Übernahme durch die Vandalen, allerdings nur für kurze Zeit.

    Islamische und christliche Herrschaft

    Der arabische Einfluss kam im Jahr 711 hinzu, als der Islam an Bedeutung gewinnt. Al-Alandus, wie Andalusien zu dieser Zeit heißt, wird zu einer der fortschrittlichsten und blühendsten Regionen des Abendlands. Auch heute noch ist dieser Einfluss an dem Erscheinungsbild zahlreicher Bauwerke zu entdecken. Die nächste Wende erfolgte im Jahr 1212, als das christliche Königreich Kastilien mit dem Sieg seiner Truppen in Navas de Tolosa die Herrschaft über Andalusien gewann. Die islamische Kultur wurde in den nächsten Jahrhunderten weitestgehend verdrängt.

    Sevilla

    Sevilla

    Für die Hauptstadt Andalusiens hat das 16. Jahrhundert besondere Bedeutung: 150 Jahre lang galt die Stadt als wirtschaftliches Zentrum der Welt. Die Ergebnisse des neu gewonnenen Reichtums sind heute noch in Form von prächtigen Kirchen und anderen Bauwerken zu bewundern.

    Verfassung

    Aus dem Unabhängigkeitskrieg im 19. Jahrhundert, in dem die Andalusier die Napoleonischen Truppen besiegten, resultierte die erste spanische Verfassung im Jahr 1812.

    Heute

    Nach Verabschiedung des Autonomiestatuts 1981 ist Andalusien heute eine blühende Region, die hauptsächlich von Tourismus, Industrie und Landwirtschaft lebt.