Angola (Wirtschaft)
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Angola verfügt über große Ressourcen an Erdöl, Diamanten, Gold und fruchtbare Böden, doch der Bürgerkrieg hat die Wirtschaft des Landes annähernd ruiniert. 70 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze; die Arbeitslosenrate liegt bei über 50 %. Seit 1999 hat die Regierung eine Vielzahl von Reformen gestartet (Reform des Bankensektors, Freigabe des Wechselkurses, Liberalisierung des Außenhandels durch Abschaffung von Importlizenzen und die Reduzierung von Zollsätzen usw.). 2007 trat Angola der OPEC bei.
90 % der Exporterlöse werden durch Erdöl bestritten, das vor allem vor der Küste Cabindas gefördert wird. Prognosen gehen davon aus, dass Angola bis zum Jahr 2020 zu den wichtigsten Erdöl exportierenden Ländern weltweit gehören wird. Die Schwerpunkte der Industrie liegen bei der Erdölverarbeitung und bei der Textilindustrie, weiter bei der Verarbeitung von Tabak, Zucker und Nahrungsmitteln. Neben Erdöl, Diamanten und Gold verfügt das Land über Vorkommen an Eisenerz, Phosphat, Bauxit und Uran. Der Energiebedarf des Landes wird zu zwei Dritteln aus Wasserkraft gedeckt.
Mehr als drei Viertel der Erwerbstätigen Angolas sind in der Landwirtschaft beschäftigt, die aber nur 8 % des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet und meist eine Subsistenzwirtschaft darstellt. Für den Export wird vor allem Kaffee angebaut, für den Eigenbedarf Mais, Maniok, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchte, Zuckerrohr und Bananen. Auf Grund des Bürgerkriegs und der starken Verminung des Landes werden nur etwa ein Sechstel der landwirtschaftlichen Fläche genutzt. Der Eigenbedarf der Bevölkerung kann nicht gedeckt werden. Der Fischfang spielt eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft, der Ausbau der Fischindustrie wird von der Regierung gefördert.
Der schlechte Stand der Landwirtschaft erklärt sich u.a. aus der hohen Zahl unsicherer, d.h. verminter Landstriche. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter wurde durch die Kampfhandlungen getötet, verstümmelt oder vertrieben). Jugendliche wurden als Kindersoldaten rekrutiert. Diese demografischen Probleme weisen darauf hin, dass auch das offizielle Ende des Krieges 2002 nicht zu einer raschen Verbesserung der Wirtschaftslage führen wird. Obwohl das Wirtschaftswachstum dank steigender Einkünfte aus dem Erdölexport 2007 bei über 30 % lag, bleibt der wachsende Wohlstand extrem ungleich verteilt.
Die Haupthandelspartner von Angola sind im Export die USA, Frankreich, Brasilien, China, Taiwan und Belgien/ Luxemburg, im Import Portugal, USA, die Niederlande, Frankreich, Brasilien und Südafrika. Exportiert werden neben Erdöl und Erdölerzeugnissen vor allem Diamanten, Kaffee, Sisal, Fisch, Holz und Palmöl. Zu den wichtigsten Importprodukten gehören Nahrungsmittel und Maschinen.
Die Währung Angolas ist der Kwanza (= 100 Lwei).