Australien Geschichte

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Inhaltsverzeichnis

Frühzeit bis 19. Jahrhundert

Die ersten Menschen, die auf den australischen Kontinent kamen, waren die Aborigines, die hier schon vor mindestens 50 000 Jahren lebten. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts betraten europäische Seefahrer australischen Boden, der Erste war Willem Jansz 1606. Tasmanien wurde 1642 von Abel Tasman entdeckt. James Cook kam als Erster 1770 an die Ostküste des Kontinents und nahm diese für die britische Krone in Besitz. Durch den Anblick der Berge und der grünen Wäldern und Wiesen inspiriert nannte er das Land "New South Wales". Nachdem England durch die Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg dort seine Kolonien verloren hatte, wurde Australien neues Ziel der Sträflingsschiffe, auf denen Verbrecher deportiert wurden. 1788 wurde die Strafkolonie Sydney gegründet. Die Verbannung von Kriminellen von England nach Australien endete erst 1868.

Tiwi Aborigini, Pukamani Grab, Melville Island

1850 schätzte man die weiße Bevölkerung auf ca. 400 000. Rund 30 Jahre später waren es - durch große Goldfunde angelockt - in Neusüdwales und Victoria bereits über 2,3 Millionen. Die australischen Ureinwohner wurden aus ihren angestammten Gebieten immer weiter zurückgedrängt.

Die erste Hälfte des 20. Jh.s

1901 schlossen sich die sechs selbst verwalteten Kolonien Neusüdwales, Victoria, Queensland, Westaustralien, Südaustralien und Tasmanien zum "Australischen Bund" (Federal Commonwealth of Australia) zusammen und erhielten damit die Unabhängigkeit von England. Staatsform war die parlamentarische Monarchie, das offizielle Staatsoberhaupt blieb die britische Königin. In der Verfassung waren keinerlei Rechte für die australischen Ureinwohner vorgesehen. Hauptstadt war zunächst Melbourne (ab 1913 Canberra im neu gegründeten "Australian Capitol Territory").

Die riesigen wirtschaftlichen Ressourcen machten den Staat zu einem der wichtigsten Rohstofflieferanten der Welt, doch die Folgen der Weltwirtschaftskrise um 1930 ließen auch hier die Arbeitslosenquote auf 25 % steigen. Kurzfristig war die Zahl der Auswanderer höher als die der Einwanderer. Infolge der Bedrohung durch eine mögliche Invasion der Japaner im Zweiten Weltkrieg wurden die Einwanderungsgesetze geändert und die Bevölkerungszahl Australiens stieg nach 1946 sprunghaft an. Dabei wurde die Zusammensetzung der australischen Bevölkerung durch die Einwanderer aus dem Süden und Osten Europas vielschichtiger.

Anerkennung der Rechte der Ureinwohner

Aborigines-Krieger mit Bumerang

Die eigentlichen Ureinwohner des Kontinents wurden erst 1967 als Staatsbürger anerkannt und erhielten die vollen Bürgerrechte. Das beinhaltete aber keine Eigentumsrechte der Aborigines auf Land. Victoria war 1970 der erste Bundesstaat, der den Aborigines Grundbesitz zuerkannte. Erst 1992 entschied der Oberste Gerichtshof im so genannten "Mabo-Urteil", dass Australien beim Eintreffen der ersten Europäer kein Niemandsland war und die Aborigines Besitzrechte auf staatliches Territorium haben. Seit 1990 gibt es eine von den Ureinwohnern gewählte Regierungsvertretung der Aborigines (ATSIC, Aborigines and Torres Strait Islander Comission). Die australische Regierung entschuldigte sich Anfang 2008 zum ersten Mal für das Unrecht, das den Aborigines durch die jahrelange brutale Assimilierungspolitik angetan wurde.

Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Flagge Australien

Außenpolitisch löste sich Australien nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend von Großbritannien. Robert Menzies, Premierminister von 1949 bis 1966 (Liberal Party), wandte sich verstärkt den Fragen zu, die die Pazifikregion und Südostasien betrafen. Mitte der 60er Jahre wurden die Einwanderungsbestimmungen, die bislang nur Europäer als Einwanderer zuließen, weiter gelockert, und 1973 völlig abgeschafft. Der so genannte Colombo-Plan ermöglichte es Asiaten, australische Schulen und Universitäten zu besuchen. Australien nahm am Koreakrieg und an der Seite der USA am Vietnamkrieg teil. Wirtschaftlich wurde eine engere Bindung an Japan eingegangen.

In einem Referendum Ende 1999 entschieden sich 55 % der Australier für die Beibehaltung der konstitutionellen Monarchie und gegen eine australische Republik mit einem eigenen Präsidenten als Staatsoberhaupt. Im September 2000 war Australien Gastgeberland für die XXVII. Olympischen Sommerspiele, die in Sydney stattfanden. Das Land wurde wiederholt von Seiten internationaler Medien für seine rigide Flüchtlingspolitik kritisiert.