Australien und Ozeanien (Geschichte)

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Auf den Inseln Ozeaniens gab es vor über 10 000 Jahren altsteinzeitliche Jäger und Sammler, die vor ca. 5000 Jahren von Bodenbauern und der Walzenbeilkultur abgelöst wurden.

Die Entdeckung und Erschließung der Inselwelt Ozeaniens durch Europäer begann 1513 und endete erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Als erste erkundeten spanische und portugiesische Seefahrer den Pazifik. Zwischen 1519 und 1521 durchquerte der Portugiese Fernando de Magellan auf seiner Weltumsegelung als erster den Pazifik. Den Spaniern und Portugiesen folgten ab dem 17. Jahrhundert die Niederländer, später Franzosen und Briten. Unter anderem wurden 1521 die Marianen entdeckt (Magellan), 1526 Neuguinea, 1567 die Salomoninseln. Tasmanien wurde 1642 von Abel Tasman entdeckt; 1722 folgte die Osterinsel. Der britische Seefahrer James Cook landete 1774 erstmals auf den Neuen Hebriden und 1778 auf Hawaii.

Die koloniale Aufteilung Ozeaniens dauerte im Gegensatz zu den Entdeckungsfahrten nur etwa 80 Jahre. Sie begann im Jahr 1828 mit der Besetzung eines Teils der Insel Neuguinea durch die Niederländer und endete mit der Errichtung der gemeinsamen Verwaltung über die Inselgruppe der Neuen Hebriden durch Briten und Franzosen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es den europäischen Kolonialmächten innerhalb weniger Jahrzehnte, in Polynesien Fuß zu fassen. Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann die Inselgruppen Melanesien und Mikronesien nahezu vollständig kolonialisiert. Jedoch setzte auch in Ozeanien im 20. Jahrhundert die Entkolonialisierung ein. Den Anfang machte Westsamoa, das 1962 seine Unabhängigkeit erhielt. Ihm folgten 1968 Nauru, 1970 Fidschi, 1975 Papua-Neuguinea und in den Folgejahren die meisten anderen Inselkolonien in die Unabhängigkeit.

Tiwi Aborigini, Pukamani Grab, Melville Island

Die ersten Menschen, die auf den australischen Kontinent kamen, waren die Aborigines, die dort schon vor mindestens 50 000 Jahren lebten. Die Aborigines waren vor der Zeit der europäischen Einwanderung in Australien in über 500 Stämme aufgeteilt und haben eine erstaunliche Vielzahl an verschiedenen Sprachen hervorgebracht (über 250), von denen heute nur noch wenige gesprochen werden. Die religiösen Überzeugungen der Aborigines beruhen auf dem Glauben an eine mystische Einheit von Mensch und Natur, die durch auf Ritualfesten nachgespielte Schöpfungsmythen erzählerisch untermauert wird. Eine zentrale Rolle spielen deshalb Träume und Ahnenverehrung, die eine Verbindung zur Zeit der Weltschöpfung herstellen.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts betraten europäische Seefahrer australischen Boden, der Erste war Willem Jansz 1606. Der Brite James Cook kam als Erster 1770 an die Ostküste des Kontinents und nahm diese für die britische Krone in Besitz. Nachdem England durch die Niederlage im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg dort seine Kolonien verloren hatte, wurde Australien neues Ziel der Sträflingsschiffe, auf denen Verbrecher deportiert wurden. 1850 schätzte man die weiße Bevölkerung auf ca. 400 000. Rund 30 Jahre später waren es - durch große Goldfunde angelockt - in Neusüdwales und Victoria bereits über 2,3 Millionen. Die australischen Ureinwohner wurden aus ihren angestammten Gebieten immer weiter zurückgedrängt.

Flagge Australien

1901 schlossen sich die sechs selbst verwalteten Kolonien Neusüdwales, Victoria, Queensland, Westaustralien, Südaustralien und Tasmanien zum "Australischen Bund" (Federal Commonwealth of Australia) zusammen und erhielten damit die Unabhängigkeit von England.

Aborigines-Krieger mit Bumerang

Die eigentlichen Ureinwohner des Kontinents wurden erst 1967 als Staatsbürger anerkannt und erhielten die vollen Bürgerrechte. Das beinhaltete aber keine Eigentumsrechte der Aborigines auf Land. Victoria war 1970 der erste Bundesstaat, der den Aborigines Grundbesitz zuerkannte. Erst 1992 entschied der Oberste Gerichtshof im so genannten "Mabo-Urteil", dass Australien beim Eintreffen der ersten Europäer kein Niemandsland war und die Aborigines Besitzrechte auf staatliches Territorium haben.