Burundi

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Republik Burundi liegt im Osten Afrikas und ist mit einer Fläche von 27 834 km² einer der kleinsten Staaten in Afrika. Im Norden grenzt das Land an Ruanda, im Osten und Süden an Tansania, die Westgrenze zur Demokratischen Republik Kongo verläuft teilweise durch den Tanganjikasee.

Ein Großteil der Landesfläche wird durch eine Hochebene eingenommen, die durchschnittlich 1 500 m über dem Meeresspiegel liegt. Das teilweise stark zerschnittene Plateau steigt von Nordosten (Senke des Victoriasees) in Richtung Westen stufenweise an zum Randgebirge des Zentralafrikanischen Grabens. Hier werden Höhen bis maximal 2 760 m erreicht. Zur Tanganjikasenke im Süden Burundis fällt die Hochebene steil ab. Der Tanganjikasee (ca. 660 km lang, bis zu 80 km breit, Tiefe bis zu 1 435 m), an dem auch die benachbarten Staaten Tansania, Sambia und die Demokratische Republik Kongo Anteil haben, liegt 773 m über dem Meeresspiegel.

Die Gebirgskette in Burundi bildet die Wasserscheide zwischen dem Nil im Osten und dem Kongo im Westen. Der längste Fluss des Landes (Ruvubu) ist einer der Quellflüsse des Nils.

Die Hauptstadt Bujumbura liegt am Ufer des Tanganjikasees im Südwesten des Landes.

Klima

In Burundi herrscht tropisches Klima mit zwei Regenzeiten (März/April und September bis Dezember). Die meisten Niederschläge werden an den Osthängen der Gebirge gemessen (durchschnittlich 1 500 mm), auf den Hochflächen und in der Senke des Tanganjikasees sind es im Durchschnitt 1 000 mm im Jahr. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über gleichbleibend hoch, je nach Höhenlage betragen sie durchschnittlich 16 °C bis 20 °C auf der Hochebene und rund 24 °C am Tanganjikasee.

Flora und Fauna

Auf der Hochebene dominiert Feuchtsavanne mit Eukalyptusbäumen, Akazien und Ölpalmen. Die Waldgebiete sind auf Grund der starken Abholzung stark dezimiert, an den Osthängen der Gebirge finden sich noch Gebiete mit tropischem Regen- bzw. Nebelwald in höheren Lagen. Die tiefer gelegenen, niederschlagsärmeren Gebieten sind durch Trockensavanne geprägt.

Durch die starke Abholzung und dichte Besiedelung Burundis wurde der Lebensraum vieler Tierarten stark eingeschränkt bzw. zerstört. In den verbleibenden Gebieten leben Zebras, Antilopen, Büffel, Warzenschweine, Paviane, Löwen, Leoparden, Krokodile und Flusspferde. In den Regen- und Nebelwäldern im Gebirge leben Berggorillas.

Bevölkerung

Rund 7,1 Millionen Menschen leben in der Republik Burundi, davon etwa 90 % in kleineren Siedlungen auf dem Land. Geschätzte 800 000 Bürgerkriegsflüchtlinge befinden sich immer noch in den umliegenden Staaten. Mit durchschnittlich 255 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Land ähnlich dicht besiedelt wie z.B. Deutschland. Die größte Stadt des Landes ist die Hauptstadt Bujumbura mit etwa 319 100 Einwohnern (Agglomeration). Weitere große Städte sind Bururi (19 000 Einwohner), Cibitoke (12 000) und Gitega (24 000).

Die größte Bevölkerungsgruppe in Burundi mit rund 85 % sind die Hutu, zweitgrößte Gruppe die Tutsi mit etwa 14 %. In den Waldgebieten der Gebirge leben noch Twa-Pygmäen, die etwa 1 % Anteil an der Gesamtbevölkerung ausmachen. Die erste Amtssprache in Burundi ist die Bantusprache Kirundi, zweite Amtssprache ist Französisch, weiter werden verschiedene Dialekte gesprochen. Knapp 70 % der Bevölkerung sind Christen (überwiegend Katholiken), die oft zusätzlich indigene Religionspraktiken ausüben. Etwa 23 % praktizieren Naturreligionen, Muslime bilden mit 10 % eine starke religiöse Minderheit.

Burundi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, nicht zuletzt auf Grund des jahrzehntelangen Bürgerkriegs zwischen Hutu und Tutsi. Sozial- und Gesundheitswesen sind praktisch nicht vorhanden. Trotz Schulpflicht liegt die Alphabetisierung bei nur 51,6 %. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre, die Lebenserwartung liegt bei rund 44 Jahren. 3,3 % der Gesamtbevölkerung sind mit dem HI-Virus infiziert. Das Bevölkerungswachstum beträgt 3,9 %.

Politisches System

Burundi ist laut der Verfassung von 2005 eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der gleichzeitig Chef der Regierung ist (Pierre Nkurunziza, seit August 2005). Er wird alle fünf Jahre direkt vom Volk gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist möglich.

Die Legislative liegt beim Parlament, das aus zwei Kammern besteht: der Nationalversammlung und dem Senat. Die Nationalversammlung besteht aus bis zu 118 Abgeordneten. 100 von ihnen werden gewählt, 60 % dieser Mandate sind für die Hutu, 40 % für die Tutsi reserviert. Außerdem müssen mindestens 30 % aller Abgeordneten Frauen sein. Drei Mandate werden an Vertreter der Twa vergeben, bis zu 15 können kooptiert werden. Der Senat besteht aus 49 indirekt gewählten Mitgliedern; die Sitze werden auch hier paritätisch zwischen Hutu und Tutsi sowie Twa verteilt. Die Amtszeit der Abgeordneten wie der Senatoren beträgt fünf Jahre. Die Parteien Burundis spiegeln den Gegensatz zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen wider. Einflussreichste Partei ist die ehemalige Rebellenbewegung der Hutu, Conseil National pour la Défense de la Démocratie-Forces pour la Défense de la Democratie (CNDD-FDD). Die Unité pour le Pogrés National (UPRONA) wird von den Tutsi beherrscht, die Front pour la Démocratie au Burundi (FRODEBU) von den Hutu.

Das Rechtssystem basiert auf dem deutschen und belgischen.

Burundi ist in 16 Provinzen und die Hauptstadt Bujumbura gegliedert.

Wirtschaft

Die Republik Burundi gehört zu den unterentwickeltsten und ärmsten Ländern weltweit. Aufgrund der blutigen Auseinandersetzungen seit 1993 und einem zeitweisen Wirtschaftsembargo leben zwei Drittel der Burundier unterhalb der Armutsgrenze.

Die Landwirtschaft ist der bedeutendste Sektor in der Wirtschaft Burundis und bildet für fast 90 % der Bevölkerung die Lebensgrundlage. Das Hauptexportgut Kaffee macht knapp 80 % der Ausfuhren aus, entsprechend groß ist die Abhängigkeit vom Weltmarktpreis. Kaffee und auch Baumwolle werden auf großen Plantagen angebaut, der Anbau von Tee hat steigende Bedeutung. Für den Eigenbedarf werden Hülsenfrüchte, Hirse, Mais, Bananen, Süßkartoffeln und Maniok angebaut. Das rasche Wachstum der Bevölkerung und die Auslaugung der Böden auf Grund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, die Verminung während des Bürgerkriegs und die Flucht bzw. Vertreibung zahlreicher Bauern führten dazu, dass der Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung nicht mehr gedeckt werden kann. Viehzucht (Rinder, Ziegen) wird traditionell von den Tutsi betrieben, ist aber wirtschaftlich nicht von Bedeutung.

Die Industrie ist nur schwach entwickelt und konzentriert sich auf die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte. Weiter werden Textilien, Schuhe und Seife gefertigt. An Bodenschätzen verfügt Burundi über Vorkommen an Gold, Kupfer, Kobalt, Uran und Nickel, die aber nur in geringem Maß abgebaut werden.

Beim Export (Kaffee, Tee, Mineralien) ist die Schweiz mit fast einem Viertel des Umfangs der führende Handelspartner, gefolgt von Belgien und Großbritannien. Beim Import (v.a. von Nahrungsmitteln, Maschinen, Industriegütern und Öl) sind dies Kenia, Tansania, die USA, Belgien und Frankeich mit relativ ähnlichen Prozentsätzen.

Das Straßennetz umfasst ingesamt etwa 10 000 km, ist aber sehr schlecht ausgebaut und teilweise nur in der Trockenzeit befahrbar. Der Tanganjikasee wird als Wasserweg von der Hauptstadt Bujumbura nach Kigoma in Tansania benutzt. In Bujumbura gibt es einen internationalen Flughafen.

Die Währung ist der Burundi-Franc (= 100 Centimes).


Fl burundi.jpg Wappen burundi.svg
République du Burundi (Französisch), Republika y'Uburundi (Kirundi)
Amtssprache

Französisch, Kirundi

Hauptstadt

Bujumbura

Staatsform präsidiale Republik
Fläche 27.834 km²
Einwohner 7.100.000
Währung Burundi-Franc
Zeitzone UTC+2
KFZ-Kennzeichen RU
Internet-TLD .bi
Telefonvorwahl 00257