Chile (Wirtschaft)

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Auch die Regierungen unter den beiden sozialistischen Präsidenten seit 2000 haben das von ihren Vorgängern eingeschlagene neoliberale Wirtschaftsmodell beibehalten. Chile zählt zu den stärker industrialisierten Ländern Südamerikas mit starkem Außenhandel und stabilem Wirtschaftswachstum von um die 5 %, mit einer kurzen Rezessionsphase Anfang des neuen Jahrtausends. Die Inflationsrate (2007: 4,4 %) wie auch die Arbeitslosenquote (2007: 7,0 %) sind für Südamerika moderat. Trotzdem lebt fast ein Fünftel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.

13 % der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft. Hauptanbaugebiet landwirtschaftlicher Güter ist das große Längstal in Zentralchile, wo Weizen, Mais, Reis, Kartoffeln und Hülsenfrüchte angebaut werden. Neuerdings wird verstärkt für den Export produziert, unter anderem Weintrauben, Zitrusfrüchte, Gemüse und Wein. Die vorhandene Viehwirtschaft kann den Eigenbedarf nicht decken, die Schafwirtschaft exportiert dagegen hochwertige Wolle. Ein weiteres Plus im wirtschaftlichen Bereich stellt der Fischreichtum des Humboldtstroms dar. In der auf 200 Seemeilen ausgedehnten Fischereischutzzone werden große Mengen an Fisch gefangen (Export von Fischmehl).

Die Industrie erwirtschaftet fast die Hälfte des Bruttoinlandproduktes (BIP). Die Ausbeutung von Rohstoffen und der Bergbau ist seit dem 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Industriebereiche. Chile ist einer der größten Kupferproduzenten, etwa ein Viertel der Vorkommen weltweit liegen im Land. Kupfer ist daher neben Nahrungsmitteln, Zellulose und Papier das wichtigste Exportgut. Aber auch andere Rohstoffe werden abgebaut, insbesondere Eisenerz, Salpeter und Jod. An der Magellanstraße werden Öl, Erdgas und Kohle gefördert.

Wichtigste Importgüter sind Brennstoffe, chemische und technologische Produkte, Maschinen und Fahrzeuge. Importiert wird vorwiegend aus Argentinien und den USA, während der Export in die USA und (zu 11,5 %) nach Japan fließt.

Zahlreiche Wasserkraftwerke erzeugen etwa die Hälfte der im Land benötigten Energie, gefolgt von Kohle und Erdgas.

Die Infrastruktur ist gut ausgebaut, aufgrund des stabilen Wirtschaftswachstums der letzten Jahre wurde hier viel investiert. Es gibt über 80 000 km Straße, davon 63 000 nicht asphaltiert, außerdem 6 500 km Schiene. Der Flugverkehr spielt aufgrund der Ausdehnung des Landes eine große Rolle. Ein internationaler Flughafen befindet sich in Santiago de Chile.

Währung ist der Chilenische Peso (= 100 Centavos).


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