China
Aus Länder-Lexikon.de
Volksrepublik in Ostasien, 9 572 900 km², mit 1,33 Milliarden Einwohnern volkreichster Staat der Erde, Hauptstadt Peking, Einteilung in Provinzen.
China hat eine über 11 000 km lange Küstenlinie am Chinesischen Meer. Es ist überwiegend gebirgig und fällt von Tibet nach Osten hin stufenweise zum Pazifik ab, wohin auch die großen Ströme Hwangho, Jangtsekiang und Sikiang entwässern. Ihre Täler weiten sich zu fruchtbaren Lössebenen, während sonst karges Bergland oder im Norden und Nordosten große Wüsten (Takla-Makan, Gobi u. a.) vorherrschen. Das Klima ist weitgehend kontinental geprägt und nur an den Küsten durch den Monsun gemildert.
Die Bevölkerung, geballt v. a. im Süden, entlang der Flüsse und in den östlichen Küstenregionen, besteht zu knapp 92 Prozent aus Han-Chinesen, vorherrschende Religion ist ein konfuzianistisch beeinflusster Buddhismus|Buddhismus. Daneben existieren zahlreiche nationale und religiöse Minderheiten. Trotz drastischer Maßnahmen (Ein-Kind-Familien) wächst die Bevölkerung (von 1980-1990 um 120 Mio.).
Schon vor 5 Jt. entstanden in den Flusstälern von China Hochkulturen. Das "Reich der Mitte" erlebte unter wechselnden eigenen und fremden Dynastien in der Kaiserzeit bis zu Beginn unseres Jh.s eine wechselvolle Geschichte und rückte erst spät ins europäische Blickfeld. Kollisionen mit Russland im 18. und mit der britischen Kolonialmacht im 19. Jh. zeigten die Rückständigkeit des Landes. Erst in der Auseindersetzung mit den europäischen Mächten wuchs unter schweren Opfern das moderne China heran. 1911 dankte die letzte Dynastie ab.
Der Reformer Sun Yat-sen beseitigte mit dem Kaisertum aber auch eine wesentliche innere Klammer und stürzte China in einen Bürgerkrieg zwischen rivalisierenden Regionalbefehlshabern, der bis 1927 andauerte und danach sogleich in einen neuen Konflikt mündete zwischen den aufkommenden Kommunisten Mao Tse-tungs und Sun Yat-sens Nachfolger Tschiang Kai-schek als Führer der Nationalisten (Kuomintang).
Nach einem Burgfrieden im 2. Weltkrieg brach der Bürgerkrieg nach 1945 wieder auf und endete mit der völligen Niederlage der Kuomintang. Das Festland war ganz in der Hand der Kommunisten, die 1949 die Volksrepublik China ("Rotchina") proklamierten. Der "große Vorsitzende" Mao verordnete dem Land einen radikalen Umbau, der Mio. Opfer forderte, aber zugleich den Massenhunger überwand, das Bevölkerungswachstum bremste, die Industrialisierung - auf Kosten schwerer Umweltschäden - voranbrachte und das weltpolitische Gewicht Chinas erheblich steigerte.
Nach Maos Tod 1976 steuerte die neue Führung unter Deng Xiao-ping wirtschaftlichen Reformkurs und öffnete sich dem Westen, politisch aber wurde der Führungsanspruch der KP rigoros durchgesetzt. 1989 walzten Panzer in Peking den friedlichen Protest von Studenten nieder, die mehr Demokratie gefordert hatten. China führt seinen Weg der wirtschaftlichen Liberalisierung auf der einen und politischen Unterdrückung auf der anderen Seite fort.
Weblinks
| Zhōnghuá Rénmín Gònghéguó | |
|---|---|
| Amtssprache | Hochchinesisch (Mandarin) |
| Hauptstadt | Peking |
| Staatsform | Volksrepublik |
| Fläche | 9.572.900 km² |
| Einwohner | 1.33 Milliarden |
| Währung | Yuan |
| Zeitzone | UTC+8 = MEZ+7 |
| KFZ-Kennzeichen | |
| Internet-TLD | .cn |
| Telefonvorwahl | 0086 |