China (Wirtschaft)

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Chinesische Fischer bei der Arbeit

1978 leitete Deng Xiaoping Wirtschaftsreformen mit dem Ziel einer "sozialistischen Marktwirtschaft" ein, die zunächst in die Parteistatuten, im März 1993 erstmals auch in die Verfassung aufgenommen wurden (im März 1999 weiter präzisiert). Zu den Maßnahmen gehörte unter anderem die Errichtung von so genannten Wirtschaftssonderzonen mit wenigen Handelsbeschränkungen (meist in den Küstengebieten). Die Öffnung Chinas gegenüber den westlichen Industrieländern führte zu teilweise zweistelligen Wachstumsraten (2007: 11,9 %). Gleichzeitig stiegen allerdings auch die Lebenshaltungskosten massiv und es entstand ein starkes Einkommensgefälle. Vor allem in den ländlichen Gebieten im Landesinneren sind Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit weit verbreitet. Als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise (Subprime-Krise) gab die Regierung im November 2008 ein Konjunkturprogramm in Höhe von rund 600 Milliarden US-Dollar bekannt.

Teeernte in China

In der Landwirtschaft sind knapp die Hälfte aller Erwerbstätigen beschäftigt und erwirtschaften ca. 13 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Etwa 10 % der Staatsfläche können ackerbaulich genutzt werden, teilweise durch künstliche Bewässerung. Bei einer Reihe von landwirtschaftlichen Produkten ist China weltweit führend als Erzeuger. Angebaut werden vor allem Reis, Weizen, Mais, Hirse, Hafer, Tabak, Kartoffeln, Tee, Erdnüsse, Sojabohnen, Zuckerrohr, Weintrauben und Baumwolle. Teilweise sind bis zu drei Ernten im Jahr möglich. In der Viehwirtschaft dominiert die Schweine- und Geflügelhaltung (vor allem in Süd- und Nordchina). Weiter werden Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Hausyaks (Tibet) gehalten. Traditionell ist die Seidenraupenzucht von Bedeutung. Auch in der Fischerei ist China mit Abstand führend, vor der Küste gibt es Zuchtbetriebe, die Binnengewässer sind sehr fischreich.

Die Volksrepublik China verfügt über reichhaltige Vorkommen an Bodenschätzen. Die wichtigsten von ihnen sind Steinkohle, Bauxit, Blei, Eisenerz, Zink, Erdöl, Gold, Diamanten, Zinn, Kupfer, Erdgas, Uran und Wolfram. Der Energiebedarf des Landes kann nicht ganz durch fossile Brennstoffe und Wasserkraft gedeckt werden, Strom muss importiert werden. Am Oberlauf des Yangtsekiang wurde 2006 nach zwölf Jahren Bauzeit der Drei-Schluchten-Staudamm fertiggestellt, ein Wasserkraftwerk soll dort ab 2009 zwei Drittel der gesamten Energieproduktion Chinas erzeugen.

Die Industrie ist für 53 % des chinesischen BIP verantwortlich. Wichtige Grundlage neben den Vorkommen an Rohstoffen sind die seit Mitte der 90er Jahre deutlich zunehmenden ausländischen Investitionen. Die Industriebetriebe des Landes konzentrieren sich überwiegend auf den Osten des Landes bzw. in den Wirtschaftssonderzonen. Bis Ende der 1970er Jahre wurde vor allem die Eisen- und Stahlindustrie und Aluminiumverhüttung sowie die chemische Industrie von der chinesischen Staatsführung gefördert und ausgebaut. Betriebe, die Baumwolle, Seide und Wolle u.a. zu Bekleidung verarbeiten, haben in China eine lange Tradition. Daneben produziert China heute Autos, Flugzeuge, Schiffe und Züge ebenso wie Satelliten, Telekommunikationssysteme und medizinische Ausrüstung.

Die wichtigsten Handelspartner der Volksrepublik China sind die USA, Japan und Südkorea, beim Import spielt auch Taiwan eine Rolle. Deutschland bezieht rund 4 % der chinesischen Exporte und liefert über 5 % seiner Importe.

Nur der Osten der Volksrepublik China ist verkehrstechnisch gut erschlossen, in weiten Teilen des Landes ist die Infrastruktur nur mangelhaft ausgebaut. An Schiene stehen insgesamt 72 000 km zur Verfügung, davon liegen über die Hälfte der Strecken im Osten. Von den 1,77 Millionen Straßenkilometern entfallen 25 000 km auf Autobahnen, andererseits sind rund 1,4 Millionen Kilometer davon nicht asphaltiert und teilweise nur in Trockenzeiten befahrbar. Eine wichtige Rolle spielen die Binnen- und die Küstenschifffahrt, allein auf den Flüssen dienen rund 110 000 km dem Güter- und Warenverkehr.

Die Tourismusbranche in China verzeichnet starke Wachstumsraten, ist aber im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern wie z.B. Thailand immer noch unterentwickelt.

Währung ist der Yuan (= 10 Jiao bzw. 100 Fen).


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