Delhi (Stadt)

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Hauptstadt von Indien, im Norden Vorderindiens am Westufer der Dschamna gelegen. Genau genommen ist eigentlich nur der Stadtteil Neu-Delhi im Süden Delhis Hauptstadt Indiens. Im Großraum Delhi leben über 25 Millionen Menschen. Die Universitätsstadt ist ein wichtiges Handelszentrum in Indien. Es gibt v.a. chemische Industrie, Metallindustrie und Verbrauchsgüterindustrie.

Kunst und Kultur

Es sind Bauten aus verschiedenen Epochen erhalten: z.B. die "Säulen des Aschoka" (Maurjazeit 320 bis 185 v.Chr.), die Kuwwat-Al-Islam-Moschee und der Turm Kutub Minar (12.-14. Jh.), das Grabmal von Humajun (um 1564), der aus rotem Sandstein gebaute Palast der Großmogule mit dem Pfauenthron (1639-48), die Freitagsmoschee Dschami Masdschid (1650 bis 56) und das Safdar-Dschang-Mausoleum (um 1750). In der Stadt gibt es über 200 Hindutempel. Die von einer Stadtmauer aus dem 17. Jh. umgebene Altstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO.


Geschichte

Grab eines Lodhi Königs bei Delhi

Das heutige Delhi steht auf den Ruinen von älteren, zerstörten Städten, die immer wieder unter dem Namen Delhi neu aufgebaut wurden. Man nimmt an, dass die Stadt 2 500 Jahre alt ist. Delhi wurde 1193 von den Türken erobert. 1398 wurde die Stadt von Timur Leng zerstört (5-tägige Plünderung). Das wieder aufgebaute Delhi war seit 1526 Residenz des Großmoguls. 1739 kam es durch den Einfall des Perserkönigs Nadir Schah zu Massakern und Bränden. Nachdem die Stadt 1803 britisch geworden war, wurde sie von 1912 bis 1948 zum Sitz der britischen Vizekönige. 1857 kam es zum Sepoy-Aufstand, in Delhi konnten die Briten die Aufständischen nur durch massiven Truppeneinsatz bezwingen. 1947 hielt Nehru in Delhi seine berühmte Rede zur Unabhängigkeitserklärung.