Dem Herbst entfliehen: Motorradrundreise auf Sardinien

    Aus Länder-Lexikon.de

    Derzeit können Motorradfahrer über das Wetter in Deutschland nicht klagen. Allerdings ist klar, dass die Saison sich langsam ihrem Ende nähert und es bereits in einigen Wochen kühler und voraussichtlich auch nasser sein wird. Wer dann noch Touren machen will, muss sich entweder warm anziehen oder Reiseziele in Augenschein nehmen, welche in wärmeren Gefilden liegen. Besonders die Mittelmeerregion ist attraktiv, vor allem Sardinien. Zwar mag die italienische Insel ein ganzes Stück von Deutschland entfernt liegen, jedoch verspricht sie im Gegenzug eine erstklassige Kulisse zum Motorradfahren und zugleich weiß sie mit bestem mediterranen Klima zu überzeugen. Während Biker in Deutschland schon die Handschuhe auspacken müssen, können sie auf Sardinien noch in leichter Motorradbekleidung auf Tour gehen.

    Natürlich lohnt es sich nicht, die Insel für einen Tag anzusteuern. Wer auf Sardinien mit dem Motorrad unterwegs sein möchte, sollte im besten Fall eine Rundreise planen. Die nachfolgend vorgestellte Rundreise ist so konzipiert, dass sie fünf Tage in Anspruch nimmt. Ob der Schwerpunkt auf das Fahren oder das Erkunden der einzelnen Etappenziele gelegt wird, kann jeder Fahrer für sich selbst entscheiden.

    Hinweise zu Anreise und Übernachtung

    Zur Anreise ist anzumerken, dass es zum einen möglich ist, auf das Flugzeug zu setzen und sich dann ein Bike vor Ort zu mieten. Wer lieber mit dem eigenen Motorrad unterwegs ist, kann bis an die italienische Küste fahren und dann mit der Fähre übersetzen. Allerdings gilt es dann je nach Abreiseort in Deutschland gut zwei bis vier zusätzliche Tage für An- und Rückreise einzuplanen. Eine weitere sinnvolle Möglichkeit der Anreise bietet ein Autozug. Die Deutsche Bahn transportiert Motorräder sowie Gespanne sehr flexibel innerhalb Europas.

    Die Tour ist so ausgelegt, dass stets vor Ort in Hotels übernachtet werden kann. Preisbewusste Motorradfahrer, die lieber ein Zelt mitnehmen, kommen jedoch nicht zu kurz. In Nähe der einzelnen Etappenziele sind auch Campingplätze zu finden.

    Start der Rundreise in Olbia

    Unabhängig davon, ob die Anreise per Flugzeug oder direkt mit dem Motorrad erfolgt: Die Mehrheit der Reisenden trifft in Olbia ein. Dementsprechend wurde die Stadt als Ausgangsort der Rundreise ausgewählt.

    Siniscola und Arbatax

    Von Olbia geht es direkt in südöstliche Richtung nach Siniscola. Der ca. 50 Kilometer entfernt liegende Ort ist vor allem für seine alten Gräber und Höhlen bekannt. Es werden teilweise Führungen angeboten. Aber noch wichtiger dürfte für die meisten Tourteilnehmer sein, sich vor Ort zu stärken und ein wenig Sonne tanken zu können.

    Gegen Mittag oder frühen Nachmittag geht es dann weiter nach Arbatax. Das Highlight des Tages ist die Fahrt entlang an der Küste. Regelmäßig kann direkt auf das weite Meer geblickt werden. In Arbatax bietet es sich wiederum an, baden zu gehen. Der ca. 500 Einwohner zählende Ort ist alles andere als überlaufen. Campingplätze und Hotels gibt es in und um Tortoli herum. Die Hauptstadt der Provinz liegt nur fünf Kilometer entfernt.

    San Vito und Cagliari

    Am nächsten Tag wird Strecke gemacht. Zunächst gilt es gut 120 Kilometer zurückzulegen, wobei die Strecke größtenteils direkt an der Küste entlang läuft. Gegen Vormittag erfolgt die Ankunft in San Vito. Der kleine Ort wird von den meisten Touristen ausgelassen, obwohl er einen der besten Badestrände der Insel beheimatet. Das türkisfarbene Wasser lädt regelrecht dazu ein, eine kurze Badepause zu machen.

    Taggleich geht es weiter nach Cagliari, der größten Stadt Sardiniens. Sie bildet zu den vorherigen drei Orten einen starken Kontrast. Dennoch handelt es sich bei ihr um ein tolles Reiseziel, weil sie nicht zuletzt ein erstklassiges Kulturprogramm verspricht. Außerdem gibt es auch hier zahlreiche Hotels sowie mehrere Campingplätze, die sich der näheren Umgebung befinden.

    In Cagliari empfiehlt es sich, die historische Altstadt, den Hafen, das Rathaus und die Bastion anzusehen. Wer ein umfassendes Kulturprogramm absolvieren möchte, besorgt sich am besten schon im Vorfeld einen passenden Reiseführer.

    Oristano

    Nun ist es an der Zeit, in nördliche Richtung zu fahren – und zwar an die Westküste. Die Fahrt nach Oristano erstreckt sich über gute 100 Kilometer. Dieses Mal geht es jedoch nicht an der Küste entlang, stattdessen werden Berge und Täler erkundet. Motorradfahrer bekommen eine traumhafte Kulisse zu sehen, wodurch das Fahren gleich noch mehr Freude bereitet. Dementsprechend sollte sich ruhig Zeit gelassen werden.

    Oristano ist eine geschichtsträchtige Stadt, die von den Römern und dem byzantinischen Herrschern unzählige Male beeinflusst wurde. Allerdings liegt die Stadt nicht direkt am Meer: Wer nochmals Strand und Hafen erleben möchte, muss noch einige Kilometer zusätzlich zurücklegen. Auch hier ist es so, dass verschiedene Hotels und Campingplätze bereitstehen.

    Sassari und Olbia

    Am letzten Tag erfolgt die Rückfahrt nach Olbia. Nach den ersten 100 Kilometern wird ein Stopp bei Sassari eingelegt. Der Ort gestattet es, noch einmal die mediterrane Umgebung so richtig in sich aufzunehmen und zugleich empfiehlt es sich, in einem Café ganz entspannt ein Heißgetränk zu genießen, bevor die letzten 50 Kilometer nach Olbia gemeistert werden. Wer möchte, kann die Stadt noch zusätzlich besichtigen.