Deutschland (Bevölkerung)
Aus Länder-Lexikon.de
Mit rund 82,22 Millionen Einwohnern ist Deutschland nach Russland das bevölkerungsreichste Land in Europa. Dicht besiedelt ist das Gebiet um die Hauptstadt Berlin und die Ballungsgebiete im Westen wie z.B. das Ruhrgebiet, die Neckarregion und der Großraum Frankfurt. Insgesamt leben rund 86 % der Bevölkerung in Städten. Während im Bundesland Berlin etwa 3 800 Menschen pro Quadratkilometer leben, sind es in Mecklenburg-Vorpommern nur 75. Ebenso dünn besiedelt sind Randgebiete im Norden und Nordosten des Landes und in den zentralen Gebirgsregionen.
Gut 91 % der Bevölkerung sind Deutsche. Größte Minderheit sind Türken (2,5 %) und Einwanderer aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens (381 000). Weiter leben größere Gruppen Italiener (548 000), Griechen (316 000) und Polen (292 000) im Land und kleinere Gruppen aus den umliegenden europäischen Staaten. Minderheiten mit bestimmten Sonderrechten sind die rund 50 000 Dänen im Bundesland Schleswig-Holstein, die etwa 12 000 Friesen und die Gruppe der Sorben (Wenden, etwa 60 000), die in Brandenburg und Sachsen leben. Deren Sprache ist stellenweise der Amtssprache Deutsch gleichgestellt und wird auch in der Schule gelehrt.
Rund 67 % der Bevölkerung gehören dem christlichen Glauben an, etwa zu gleichen Teilen der evangelischen (vermehrt im Norden Deutschlands) bzw. der katholischen Kirche (vor allem im Süden). Größte religiöse Minderheit mit rund 3,1 Millionen Anhängern sind die Muslime. Weitere religiöse Minderheiten sind z.B. Zeugen Jehovas (ca. 165 000) und Juden (ca. 98 000).
Lebensstandard und soziales Netz in Deutschland sind sehr hoch im weltweiten Vergleich. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von rund 28 700 US-Dollar gehört Deutschland zu den zehn wohlhabendsten Ländern der Welt. Noch immer gibt es im Land ein Wohlstandsgefälle zwischen den alten und den neuen Bundesländern.
Die Lebenserwartung liegt bei Männern bei 76 Jahren, bei den Frauen sind es 82 Jahre. Da die Geburtenrate niedriger als die Sterberate ist, findet kein natürliches Bevölkerungswachstum statt; ein negatives Wachstum wird allein durch den Zuzug von Ausländern verhindert. Die Alphabetisierung ist beinahe umfassend.