Deutschland (Kunst, Renaissance)
Aus Länder-Lexikon.de
Die Renaissance ist in der deutschen Kunst nicht so rein entwickelt (wie etwa in der italienischen), gotische Einflüsse bleiben wirksam. In der Architektur dominiert (im 16. Jh.) der Profanbau, gekennzeichnet durch die Parallelität von gotischen Formen und Elementen italienischer Renaissance und niederländischem Manierismus (an vielen Bürger- und Rathäusern, am Heidelberger Ottheinrichsbau, 1556-66). In der deutschen Renaissance-Plastik entstand neben gotischen Schnitzwerken (A. Pilgram, H. Leinberger) der erste Bronzeguss des monumentalen Sebaldusgrabes (P. Vischer der Ältere, Nürnberger Sebalduskirche). Mit der Malerei der Renaissance (insbesondere Beginn des 16. Jh.s.) manifestierte sich ein künstlerischer Höhepunkt voller Selbstbewusstsein, Weltfreude, Entdeckergeist, wenn auch mit religiösem Sujet. Matthias Grünewald schuf leidenschaftliche, religiöse Visionen mit gotischen Elementen, und Albrecht Dürer malte unter dem Einfluss italienischer Renaissance zahlreiche (Selbst-)Bildnisse, arbeitete aber auch in anderen Gattungen der Malerei und Grafik; weitere bedeutende Renaissancemaler waren L. Cranach der Ältere, H. Baldung, H. Holbein der Jüngere u.a. Unter Einwirkungen aus der italienischen Renaissance und dem niederländischen Manierismus entstand dann die deutsche manieristische Malerei insbesondere an den adeligen Höfen in München (F. Sustris, P. Candid) und Prag (H. von Aachen, J. Heintz, B. Spranger); auch die manieristische Bildhauerei wurde neben einigen eigenständigen Werken (J. Zürns, L. Münstermann) aus Italien und den Niederlanden geprägt; dieser manieristische Stil wirkt jedoch eher unruhig und gequält durch Ornamentfülle und höfische Esoterik.