Deutschland (Wirtschaft)

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Seit Ende des 20. Jahrhunderts gehört Deutschland zu den führenden Industrienationen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelten sich die beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich: Während sich im Westen das "Wirtschaftswunder" vollzog und die Wirtschaft rasch gesundete und modernisiert wurde, blieb Ostdeutschland deutlich zurück. Dieses Gefälle ist bis heute nicht behoben, die Produktivität in den neuen Bundesländern ist nach wie vor erheblich geringer als in den alten Bundesländern. Dennoch gehört Deutschland zu den zehn wohlhabendsten Ländern weltweit. Der 2005 begonnene Aufschwung ging auch im Jahr 2007 weiter. 2006 konnte ein Wachstum von 2,8 % erzielt werden. Die Arbeitslosenrate lag 2007 bei 9,0 %, wobei sie in den neuen Bundesländern signifikant höher war.

Die Subprime-Krise (Immobilienkrise) in den USA und die plötzliche Illiquidität des bisher stark wachsenden Marktes mit forderungsbesicherten Wertpapieren brachten 2007 mehrere private wie auch sich im öffentlichen Besitz befindende Bankhäuser in Deutschland in existenzbedrohende Krisen. Die EZB steuerte dem mit einer erhöhten Liquiditätsbereitstellung auf dem Geldmarkt entgegen. Im Oktober 2008 gab die Bundesregierung angesichts der globalen Finanzkrise eine weitreichende politische Garantieerklärung für private Spareinlagen in voller Höhe ab. Noch im gleichen Monat wurde ein Eilgesetz verabschiedet, das die Banken durch einen "Finanzmarktstabilisierungsfonds" in Höhe von insgesamt 480 Milliarden Euro schützen soll. Die Finanzkrise zieht auch zunehmend die Realwirtschaft in Mitleidenschaft (u.a. Automobilhersteller); etliche Prognosen wurden weltweit bereits erheblich nach unten korrigiert.

Nur rund 2 %aller Erwerbstätigen in Deutschland sind in der Landwirtschaft beschäftigt, rund 1 % des Bruttoinlandsprodukts werden hier erwirtschaftet. Bei gleicher Nachfrage ist hier das Angebot an Arbeitsplätzen durch die steigende Produktivität und das Wachstum anderer Bereiche der Volkswirtschaft kontinuierlich gesunken. Die Deckung des Nahrungsmittelbedarfs der Bevölkerung kann durch die Landwirtschaft theoretisch weitgehend gedeckt werden. Angebaut werden neben Getreide vor allem Futterpflanzen (z.B. Zucker- und Futterrüben, Mais) und Kartoffeln. Relevante Sonderkulturen sind der Anbau von Wein (im Einzugsgebiet des Rheins) sowie der Anbau von Hopfen für das Bierbrauen (vor allem in der bayerischen Hallertau). In der Viehwirtschaft spielt vor allem die Milchwirtschaft eine Rolle, weiter die Haltung von Rindern, Schweinen und Schafen.

Bedeutende Bodenschätze in Deutschland sind nur Kohle- und Salzvorkommen. In geringen Mengen werden auch Eisenerz, Erdgas und Erdöl gefördert. Steinkohlebergbau wird vor allem im Ruhrgebiet, im Saarland und in der Aachener Region betrieben, Braunkohle wird am Niederrhein, in Sachsen und in Sachsen-Anhalt gefördert. Der Energiebedarf des Landes wird durch Erdöl, Erdgas, Stein- und Braunkohle und Kernenergie gedeckt.

Eine Stärke der deutschen Wirtschaft liegt bei der Herstellung vielfältiger Industriegüter und deren Export. Mit an der Spitze im weltweiten Vergleich liegen dabei die Bereiche Metallherstellung, chemische Industrie, Kraftfahrzeug- und Maschinenbau und elektrotechnische Produkte. Auch im Anlagenbau, der Raum- und Luftfahrttechnik und in Bereichen der Rüstungsindustrie gehört Deutschland zu den führenden Nationen. Traditionelle Zentren für Industriebetriebe sind die großen Hafenstädte an Nord- und Ostsee, das Saarland, das Ruhrgebiet, Berlin und Sachsen, doch gibt es heute keine ausgesprochen regionale Konzentration der Industrie mehr. Im vormals weniger industrialisierten Süden Deutschlands haben sich verstärkt moderne Industrien und High-Tech-Unternehmen angesiedelt. Defizite zeigten sich in den letzten Jahren verstärkt im Bereich der Computerindustrie und in manchen Sektoren der High-Tech-Industrie, wobei hier auch ein Mangel an qualifiziertem Personal zum Tragen kam. Auch die Autoproduktion litt unter Absatzschwäche.

Die deutsche Wirtschaft ist stark exportorientiert. Wichtigste Export- und auch Importgüter sind Maschinen und Kraftfahrzeuge. Bedeutendste Handelspartner sind vor allem die EU-Länder, aber auch die USA, China und die Schweiz.

Deutschland ist als Reiseland beliebt, rund 35 Millionen Urlauber kommen jährlich. Die Infrastruktur ist sehr gut. Es stehen rund 230 000 km Straße, 46 000 km Schiene und rund 7 300 km Wasserstraßen für die Binnenschifffahrt zur Verfügung. Größter Seehafen ist Hamburg, Duisburg an der Mündung der Ruhr in den Rhein ist das größte Binnenhafensystem der Welt, hier werden pro Jahr rund 30 000 Schiffe abgefertigt. In Frankfurt am Main liegt der größte internationale Flughafen Deutschlands.

Währung ist seit 2002 der Euro (= 100 Cent).


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