Dominica

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Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Inselstaat Dominica liegt in der östlichen Karibik zwischen Guadeloupe und Martinique und ist die drittgrößte Insel der Kleinen Antillen. Mit einer Fläche von 751 km² ist der Staat etwas kleiner als Berlin. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, wovon heute noch eine Vielzahl heißer Quellen und ein Kratersee zeugen: Der "Boiling Lake", dessen Wasser bis über 90 °C heiß ist, liegt im Nationalpark Morne Trois Pitons, der zum Weltkulturerbe zählt. Die Insel ist überwiegend gebirgig, das Gebirgsland ist durch Steilhänge, Schluchten und dichte Wälder teilweise unzugänglich. Die Küstenstreifen sind schmal, rund 80 % der Küste ist Steilküste. Die höchste Erhebung des Landes ist der Morne Diablotin mit 1 447 m im Norden der Insel.

Zahlreiche Flüsse entspringen in den Bergen und münden in das Karibische Meer. Trotz des Wasserreichtums sind sie nicht schiffbar. Die 1750 gegründete Hauptstadt Roseau liegt im Nordwesten von Dominica.

Klima

Das Klima auf Dominica ist tropisch mit ganzjährig gleichbleibenden hohen Temperaturen und vielen, teilweise sehr heftigen Niederschlägen. Die mittleren Werte in der Hauptstadt Roseau betragen im Januar rund 26 °C, im Juli 30 °C. An der Westküste, die im Regenschatten des Gebirges liegt, werden ca. 1 800 mm Niederschläge gemessen, im Osten des Landes sind es bis zu 6 500 mm. Zwischen Juni und Oktober können Wirbelstürme (Hurrikans) auftreten, die zu schweren Verwüstungen führen (z.B. 1979, 1989, 1995).

Flora und Fauna

Etwa die Hälfte der Inselfläche ist von immergrünem Regenwald bedeckt, der in höheren Lagen in Berg- bzw. Nebelwald übergeht. Durch die unzugänglichen Gebirgsregionen konnten sich auf Dominica im Gegensatz zu vielen anderen karibischen Inseln große zusammenhängende Wälder erhalten. Vor allem in den Küstenbereichen wurden Landstriche zum Anbau von Kulturpflanzengerodet.

Ebenso artenreich wie die Flora ist auch die Fauna des Landes, der undurchdringliche Regenwald beheimatet z.B. zahllose Vogelarten, unter ihnen vom Aussterben bedrohte Papageienarten wie die Kaiser- und die Blaukopfamazone. Auch Reptilien (Echsen, Schlangen) und kleinere Säugetiere (Hasen, Opossums) kommen häufig vor, größere wild lebende Säugetiere sind kaum anzutreffen.

Bevölkerung

Auf Dominica leben rund 69 500 Menschen, etwa 90 % von ihnen sind Nachfahren der schwarzen Sklaven, die aus Afrika kamen und zur Arbeit auf den Plantagen eingesetzt wurden. Rund 7 % sind Mischlinge (Mulatten, Kreolen). Weiße bilden nur eine kleine Minderheit. Im Nordosten leben in einem 1903 von der britischen Kolonialmacht eingerichteten Reservat noch Kariben, Nachkommen der indianischen Urbevölkerung. Die Amtssprache auf Dominica ist Englisch, Umgangssprachen sind das kreolische Patois und der englische Dialekt Cocoy. Fast 90 % der Bevölkerung sind Christen, der überwiegende Teil von ihnen (drei Viertal der Gesamtbevölkerung) gehört der römisch-katholischen Kirche an. Kleinere religiöse Minderheiten sind Moslems, Juden, Hindus und Anhänger der Bahai-Sekte.

Gesundheits- und Bildungswesen auf Dominica sind relativ gut ausgebaut. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 75 Jahren, die Alphabetisierung bei ca. 94 %. Die weit verbreitete Arbeitslosigkeit (offiziell 23 %) führt zur Abwanderung vor allem von jungen Bewohnern der Insel.

In der Hauptstadt Roseau leben schätzungsweise 25 000 Menschen (Agglomeration).

Politisches System

Laut Verfassung von 1978 ist Dominica eine parlamentarische Republik innerhalb des britischen Commonwealth of Nations. Staatsoberhaupt ist der Präsident (seit Oktober 2013 Charles Savarin), der vom Parlament für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wird. Chef der Regierung und Inhaber der Exekutive ist der Premierminister (seit Januar 2004 Roosevelt Skerrit), der vom Staatspräsidenten ernannt wird.

Das Parlament besteht aus einer Kammer, dem Abgeordnetenhaus (House of Assembly) mit 32 Sitzen. 21 der Abgeordneten, die eine Amtszeit von fünf Jahren haben, werden in Wahlkreisen gewählt, neun sind vom Präsidenten ernannte Senatoren, außerdem ein Sprecher. Ein weiterer Sitz ist prinzipiell für einen Vertreter des Reservats der Kariben vorgesehen.

Das Rechtswesen orientiert sich am britischen Vorbild.

Dominica ist in zehn Bezirke (Parishes) untergliedert.

Wirtschaft

Wie fast alle Staaten der Karibik hat Dominica mit einem kleinen Binnenmarkt und einer wenig diversifizierten Industrie zu kämpfen.

Die Landwirtschaft trägt rund 18 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Immer wieder werden die Ernten durch schwere Wirbelstürme teilweise oder ganz vernichtet. Hauptanbaupflanze und wichtigstes Exportprodukt sind Bananen, daneben werden Zitrusfrüchte, Kakao, Vanille und Kokosnüsse angebaut und teilweise exportiert. Für den Eigenbedarf der Bevölkerung werden überwiegend Süßkartoffeln, Jamwurzeln und Maniok angebaut.

Den höchsten Anteil an der Wertschöpfung haben Dienstleistungen mit 72 % des BIP, davon der Tourismus 30 %. Dominica versucht, durch verstärkte Investitionen in die Tourismusbranche seine einseitige Abhängigkeit von der Bananenproduktion zu verringern. Allerdings ist die Infrastruktur des Landes mangelhaft.

Die Industrie ist nur mäßig entwickelt und beschränkt sich auf die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten, es werden z.B. Fruchtsäfte, Seife, alkoholische Getränke und ätherische Öle hergestellt. Zu den wichtigsten Handelspartnern beim Export gehören Großbritannien, Jamaica sowie Antigua und Barbuda. Die Einfuhr von Waren (Maschinen, Fahrzeuge, Halbfertigprodukte, Nahrungsmittel) geschieht v.a. aus China, den USA und wiederum anderen karibischen Staaten.

Es gibt zwei Flughäfen: Melville Hall Airport und Canefield Airport. Beide haben jedoch keine internationale Zulassung.

Währung ist der Ostkaribische Dollar.


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Commonwealth of Dominica
Amtssprache

Englisch

Hauptstadt

Roseau

Staatsform Parlamentarische Republik im Commonwealth
Fläche 751 km²
Einwohner 69.500
Währung Ostkaribischer Dollar
Zeitzone UTC −4
KFZ-Kennzeichen WD
Internet-TLD .dm
Telefonvorwahl 001