EU-Bürger sind bei Schadensersatzforderungen im Vorteil

    Aus Länder-Lexikon.de

    Für Bundesbürger, die durch die Welt reisen ist es verhältnismäßig einfach, Schadensersatzforderungen geltend zu machen. Besonders gegenüber Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften und Co. Rechtlich gesehen ist die Absicherung zwar klar definiert, doch die meisten Reisenden wissen grundsätzlich nicht, in wie weit sie eigentlich abgesichert sind und welche Rechte ihnen zustehen. Schließlich hat man im Urlaub oft andere Gedanken die im Vordergrund stehen. Ähnlich sieht es allerdings auch mit den Pflichten Reisender aus. Für EU-Bürger, insbesondere Bundesbürger, ist die Rechtslage bei Schadensersatzforderungen wesentlich besser strukturiert als es bei vielen anderen Landsleuten der Fall ist.

    Schnell kann aus dem Urlaub ein Alptraum werden

    Das ganze Jahr freut man sich auf den lange ersehnten Sommerurlaub. Alles ist geplant, die Flüge gebucht und das Hotelzimmer, das Appartement oder die Ferienwohnung reserviert. Was aber in Katalogen und auf Fotos im Internet schön und reizvoll aussieht, muss in Wirklichkeit nicht genau so sein. Spätestens bei der Ankunft im Hotel entdeckt man das ganze Ausmaß des Grauens: Schmutzige Zimmer, defekte Sanitäranlagen, der Blick aus de Fenster ist zur stark befahrenen Straße und nicht mit versprochenem Meerblick. Und dann ist direkt nebenan eine gigantische Großbaustelle, das Essen eine Katastrophe und der Pool ist noch nicht fertig. Dinge also, die erstens den Urlaub zur stressigsten Zeit des Jahres machen und zweitens das teure Geld quasi zum Fenster hinaus geschmissen ist.

    Und: Von diesem Miserablen Zustand war im Katalog nicht die Rede. Ein solches Szenario ist ein Alptraum für die ganze Familie.

    Rechte und Pflichten eines Reisenden

    In wenigen Länder ist es möglich, sich noch vor Ort kundig zu machen, sich bei der Hotelleitung zu beschweren und um Umbuchung, beziehungsweise, Stornierung zu bitten. Nur sehr selten wird diese unangenehme Angelegenheit von Veranstalterseite aus prompt und zügig bearbeitet. In den meisten Fällen kann der Schadensersatzanspruch oder die Reisepreisminderung erst wieder im Heimatland erfolgen und der Urlauber muss sich zudem hartnäckig dahinter klemmen.

    Ähnlich sieht es auch aus, wenn ein gebuchter Flug plötzlich um einen Tag verschoben wird, oder sogar erst gar nicht stattfindet und ausfällt. Nicht für jedes Debakel oder jegliches Missfallen kann Schadensersatz gegenüber einer Fluggesellschaft oder eines Veranstalters geltend gemacht werden. Bundesbürger haben es in diesem Zusammenhang, trotz aller Ärgernisse, jedoch deutlich einfacher als Bürger vieler anderer Länder. Die eigenen Rechte sollten dementsprechend genaustes unter die Lupe genommen werden. Es gilt aber grundsätzlich zu beachten, dass der Fluggast nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten gegenüber der Fluggesellschaft als Passagier hat, die er einhalten und befolgen sollte. Mehr Informationen zum Thema mögliche Entschädigung im Falle von Reisemängeln aller Art findet man auch in dieser Reisemangeltabelle.

    Genaustens die vertraglich vereinbarten Klauseln lesen

    Wer einen Flug bucht, oder eine Reise mit Hotelaufenthalt, Zusatzleistungen, Ausflüge oder sonstige Sondervereinbarungen trifft, schließt mit dem jeweiligen Veranstalter, also dem Vertragspartner, einen Vertrag ab. Negative Abweichungen vom vereinbarten Leistungsprogramm und das Fehlen zugesicherter Eigenschaften gehören zu der Reisemängelliste und können bei Nicht-Einhalten im Nachhinein vom jeweiligen Vertragspartner (Reise- und Fluggesellschaft) zurück gefordert werden. Liegen tatsächlich solche Mängel vor, kann der Reisepreis gemindert werden und sogar in nachweislich grober Verletzung der Vertragspflichten seitens des Reiseveranstalters, vollständig zurückgefordert werden.

    Insbesondere wird Dies auch häufig bei verspäteten oder ganz ausgefallenen Flügen wahrgenommen, wobei Airlines sich hier oftmals trotz geltendem Recht stur stellen. Man sollte man sich auch genaustens über die jeweiligen unterschiedlichen Aspekte für eine Entschädigungszahlung, die dem Reisenden tatsächlich zustehen, schlau machen - auch im Bezug auf Unterbringung und Reiseservice. Allerdings ist nicht jeder Käfer auf dem Balkon, oder die Spinne im Bad gleich Grund genug, Schadensersatz einzufordern.