Faszination Machu Picchu

Aus Länder-Lexikon.de

26. Februar 2013  

Die Felsenstadt Machu Picchu aus der Inka-Zeit ist der Höhepunkt einer jeden Peru-Reise. Wer Machu Picchu nicht gesehen hat, hat Peru nicht gesehen. Die meisten Touristen unternehmen einen Tagesausflug und kommen mit dem Zug aus Cusco in die auf nur 2400 m hoch gelegenen Anlage. Der Zug führt entlang des Rio Urubamba nach Aguas Calientes. Von dort werden die Besucher in die rund 400 m höher gelegene Ruinenstadt gebracht. Diese 12 km legt man im Bus auf einer holprigen Straße zurück und schon am Eingang zu der Ruinenanlage sieht man den beeindruckenden Gipfel des Hyayna Picchu.

Der Inka-Trail

Es gibt natürlich zahlreiche andere Möglichkeiten, Machu Picchu zu erleben. Der bekannteste ist wohl der Inka-Trail. Dieser 45 km lange Pfad diente der Versorgung der Inkas und ist heute der meistbegangene Trail Südamerikas. Bis zu 500 Personen pro Tag werden zugelassen, mit unübersehbaren Folgen für die Umwelt. Die Gruppen sind groß, Zelte stehen eng und es gelingt kaum, einsame Natur zu genießen. Der Reiz des Trails ist natürlich, auf diesen alten geschichtsträchtigen Pfaden zu wandern, den dichten Tropenwald und die bunte Blütenvielfalt zu bestaunen, um dann am Sonnentor den ersten Blick auf diese spektakuläre Anlage zu werfen.

Der Camino Sagrado ist eine gut begehbare eintägige Kurzvariante, die auch nach Intipunku, dem Sonnentor, und zu den Ruinen von Machu Picchu führt.

Als weitere Alternativen zum klassischen Inka-Trail bieten sich einige andere Inkawege an, z.B. der Trail rund um den Berg Salkantay mit seinen ständig wechselnden Landschaften und Klimazonen. Wer dem Touristenrummel auch entgehen möchte, wandert auf dem erlebnisreichen dreitägigen Lares-Trek vorbei an tiefblauen Lagunen und über hohe Pässe.

Damit die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, muss die gesamte Ausrüstung wie Rucksäcke, Jacken, Schuhe, Schlafsäcke und Regenschutz einem hohen Qualitätsanspruch genügen. Es ist möglich die Ausrüstung vor Ort zu leihen, ob man aber in einen gebrauchten Schlafsack in 4.000 Meter Höhe die kalten Nächte verbringen möchte, muss man sich vorher gut überlegen. Im Internet gibt es zahlreiche Outdoor-Ausrüster die auch mit Experten-Tipps oder Foren mit hilfreichen Informationen zur Seite stehen

Rundgang durch Machu Picchu

Die meisten der 2000 Besucher, die täglich nach Machu Picchu kommen, sind von 10 bis 14 Uhr in den Ruinen unterwegs. Nur die Wanderer vom Inka-Trail und die Übernachtungsgäste in Aguas Calientes können sich außerhalb dieser Stoßzeiten bewegen und die Anlage gemütlich zwischen 6 – 18 Uhr besuchen. Besonders reizvoll ist der Aufstieg zum Huayna Picchu, sowie auf der gegenüberliegenden Seite der namensgebende Machu Picchu. Der Blick über die gesamte Stadt lässt uns über die Geschichte dieses geheimnisvollen Ortes nachdenken. Es ranken sich viele Theorien um den Ort, aber es dürfte sich eher um ein religiöses Heiligtum als um eine Wohnstadt gehandelt haben.

Es wird angenommen, dass die Stadt um 1450 auf Befehl des Inka-Herrschers Yuganqui erbaut wurde, der die Grundlagen für das mächtige Reich schuf und dem Kult um den Sonnengott Inti diente. In den etwa 300 Wohnungen dürften etwa 1000 Menschen dauerhaft gelebt haben.

Wiederentdeckung des Machu Picchu

Im Juli 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Yale University unter der Leitung Hiram Binghams durch Zufall wiederentdeckt. Die Anlage war von dichter Vegetation überwuchert. Bingham war auf der Suche nach der geheimnisvollen Inkastadt Vilcabamba, in die sich die Inkas geflüchtet haben sollen, nachdem Pizarro 1536 Cusco einnahm. Bingham glaubte, Vilcabamba in Machu Picchu gefunden zu haben. Heute wird vermutet, dass Vilcabamba 35 Kilometer weiter entfernt im Dschungel liegt.

Viele der Rätsel um Machu Picchu sind bis heute ungelöst und es existieren unterschiedliche Theorien und Interpretationen. Machu Picchu gehört daher zu den größten Mysterien der archäologischen Welt.

Bleibt nur zu hoffen, dass die UNESCO den diskutierten Bau einer Seilbahn von Aguas Calientes hinauf nach Machu Picchu unterbindet, um den Touristenstrom nicht weiter ansteigen zu lassen und um die Geheimnisse, die sich um Machu Picchu ranken, zu bewahren. ==Video: Das "Neue Machu Picchu"