Fußball WM 2018 in Russland

    Aus Länder-Lexikon.de

    Zum ersten Mal wird eine Fußballweltmeisterschaft im größten Flächenstaat der Erde ausgetragen. Kurz nach Ende der Fußball EM in Frankreich können Fußballfreunde sich wieder auf ein neues Datum freuen: Am 15. Juli 2018 hat der amtierende Weltmeister Deutschland die Chance, in der Arena Luschniki in Moskau seinen Titel zu verteidigen. Die Qualifikationsrunden laufen bereits seit dem 4. September und nun rückt der Beginn der Fußballweltmeisterschaft 2018 unaufhaltsam näher.

    Die Gruppen der Qualifikationsrunde

    Das deutsche Team hat bei der Auslosung der Qualifikationsgegner Glück gehabt. Die Mannschaft um Bundestrainer Joachim Löw trifft im Verlauf der Qualifikation in der Gruppe C auf Tschechien, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan und San Marino. Angstgegner wie Italien oder England braucht die deutsche Elf also zumindest in der Qualifikation nicht zu fürchten. Weiterhin sind die Gruppen wie folgt aufgeteilt:

    Gruppe A: Luxemburg, Frankreich, Niederlande, Weißrussland, Bulgarien, Schweden Gruppe B: Portugal, Schweiz, Ungarn, Färöer, Lettland, Andorra Gruppe C: Deutschland, Tschechien, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan, San Marino Gruppe D: Wales, Österreich, Serbien, Irland, Moldawien, Georgien Gruppe E: Rumänien, Dänemark, Polen, Montenegro, Armenien, Kasachstan Gruppe F: England, Slowakei, Schottland, Slowenien, Litauen, Malta Gruppe G: Spanien, Albanien, Italien, Israel, Mazedonien, Liechtenstein Gruppe H: Belgien, Bosnien Herzegowina, Griechenland, Estland, Zypern Gruppe I: Kroatien, Island, Ukraine, Türkei, Finnland

    Während das deutsche Nationalteam eindeutig das Ziel verfolgt den Titel in Russland zu verteidigen, erwägt die Ukraine hingegen die WM zu boykottieren. Präsident Poroschenko rief zumindest dazu auf, im Falle einer erfolgreichen Qualifizierung der Ukraine von der WM fernzubleiben. Ob der Ukraine die Qualifikation gelingt bleibt abzuwarten, sie sind in einer Gruppe mit der Türkei, Finnland, Island, Kosovo und Kroatien und haben somit kein leichtes Spiel.

    Neben der europäischen Qualifikation sind im übrigen alle anderen Qualifikationen auch bereits gestartet. Neben der europäischen also auch die WM Quali Südamerika (Conmebol), die WM Qualifikation Asien (AFC), die WM 2018 Quali Afrika (CAF), Nord- und Mittelamerika WM Qualifikation (ConCACAF) sowie die WM Quali Ozeanien (OFC).

    Bauarbeiten liegen im Zeitrahmen

    Die Vorbereitungen auf den Beginn der Spiele laufen im Austragungsland auf Hochtouren. In der Vergangenheit wurden die Bauarbeiten in vielen Austragungsstätten von Skandalen erschüttert. So mussten die WM Organisatoren beispielsweise eine Baufirma in St. Petersburg wechseln, da diese für erhebliche Mängel verantwortlich war. Entgegen oftmals diskutierten Befürchtungen liegen die Bauarbeiten in den Arenen mittlerweile aber offenbar im Zeitrahmen. Eine Kommission des Fußball Weltverbands FIFA hat in den vergangenen Tagen einige der Stadien inspiziert und sich zufrieden mit den Fortschritten gezeigt. Auch das Moskauer Luschniki Stadion, welches nach der Leichtathletik WM 2013 wegen umfangreicher Renovierungsmaßnahmen geschlossen wurde, hat große Fortschritte gemacht. Hier wird am 14. Juni 2018 das Eröffnungsspiel stattfinden.

    Die Austragungsorte und Stadien

    In insgesamt 12 Stadien, in 11 Spielorten, in drei verschieden Zeitzonen wird die Weltmeisterschaft ausgetragen. Das Eröffnungsspiel sowie das Endspiel finden wie bereits erwähnt in der Moskauer Olympiastadion Luschniki statt. Im Moskauer Spartak Stadion, welches eigens für die WM errichtet wurde, werden ebenfalls Spiele ausgetragen. Hinzu kommen:

    das Zentralstadion in Jekaterinburg, das Kaliningrad Stadion in Kaliningrad, die Kasan Arena in Kasan, das Nischni Nowgorod Stadion in Nischi Nowgorod, die Rostow Arena in Rostow am Don, die Kosmos Arena in Samara, die Mordowia Arena in Saransk, das Olympiastadion Sotschi in Sotschi, das Krestowskij Stadion in Sankt Petersburg und das Zentralstadion in Wolograd.

    WM der Superlative

    Ganze 8 Stadien wurden eigens für die WM neu gebaut, damit scheint es die wohl teuerste Endrunde in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaft zu werden. Insgesamt wurden etwa 7,3 Milliarden Euro für den Bau bzw. Umbau der Stadien und die umliegende Infrastruktur in die Hand genommen. Auch für die Zuschauer wird es teurer werden sich die begehrten Tickets zu sichern. Die ohnehin hohen Preise für Eintrittskarten sind ebenfalls enorm in die Höhe geschossen.

    Bei der WM in Deutschland 2006 kostete ein Sitzplatz im Schnitt immerhin stolze 3.200 US Dollar, um ein Spiel in Brasilien auf einem Sitzplatz zu verfolgen mussten schon 6.500 US Dollar auf den Tisch gelegt werden und in Russland schätzen Experten werden wohl durchschnittlich 11.500 Euro für einen Sitzplatz fällig werden. Einfache Leute werden daher wohl kaum auf den Sitzplätzen der Arenen zu finden sein.

    Mediales Großevent

    Wie in den vergangenen Weltmeisterschaften auch, die WM 2018 in Russland wird in jedem Fall ein mediales Großevent! Fußball lebt schon lange nicht mehr von den Fans allein, sondern vor allem von Sponsoring und Werbegeldern.

    Die Werbeaktivitäten werden von der FIFA allerdings streng reglementiert. Alle Werbeaktivitäten die keine offizielle Erlaubnis des Wettbewerbsorganisators haben sind verboten. Für die kommende WM wurde beispielsweise ein Gesetz geändert, welches Alkoholwerbung bislang von Sportereignissen ausschloss. Grund dafür könnte sein, dass ein offizieller Sponsor der WM ein namhafter Bier-Hersteller ist.

    Wettanbieter können sich freuen

    Auch für Wettanbieter sind sportliche Großereignisse immer wichtige Veranstaltungen. So wundert es nicht, dass die Buchmacher ihre Wettquoten für die kommende WM bereits aufgestellt haben. Alles rund um die WM ist ein Riesengeschäft und nicht nur die Sportartikel-Hersteller, allen voran Nike, Adidas und Puma wollen an dem Kuchen teilhaben. Ob wieder annähernd 32 Prozent der deutschen Bevölkerung ein starkes Interesse an der Fußballweltmeisterschaft haben werden, wie es im Juni 2014 der Fall gewesen ist, wird sich zeigen. Das gesellschaftliche und mediale Interesse wird im Sommer 2018 jedoch definitiv auf die WM gerichtet sein.

    Löws Zukunft weiterhin ungewiss

    Wie sich der Bundestrainer die Zeit nach der WM 2018 vorstellt weiß niemand. Erst kürzlich hat der 56-Jährige klargestellt, dass er seinen Vertrag bis nach der WM erfüllen will, mit dem großen Ziel der historischen Titelverteidigung. Über das was nach der WM komme mache er sich zur Zeit keine Gedanken. Wenn die kommende WM erfolgreich für Löw wird, könnte er bald als der größte Nationaltrainer in die Geschichte eingehen. Beim ersten Qualifikationsspiel gegen Norwegen (3:0) hatte er bereits sein 139. Spiel als Chefcoach absolviert. 168 bräuchte er, um sich international auf die Nummer 1 der Nationaltrainer mit den meisten Spielen zu katapultieren. Zwar gibt es einige Nationaltrainer die bereits jetzt mehr auf dem Buckel haben, keiner von ihnen jedoch nur einzig und allein für ein Land, sondern für verschiedene Nationalmannschaften.