Ghana Geschichte

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Vorkoloniale Zeit

Die ältesten Siedlungsspuren in Ghana sind etwa 30 000 bis 40 000 Jahre alt und wurden in der Nähe von Tema an der Küste entdeckt. Weitere archäologische Funde in der Brong-Ahafo-Region nahe des Flusses Schwarzer Volta weisen auf eine Kultur hin, die etwa von 1700 bis 1500 v.Chr. existierte und die Kintampo-Kultur genannt wird. Im 14. Jh. bestand im Norden Ghanas das Königreich der Mossi, das im 16. Jahrhundert vom Königreich der Gondja abgelöst wurde. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand aus einem Zusammenschluss von Akan-Stämmen das mächtige Aschanti-Reich (bis zur Unterwerfung durch die Briten Ende des 19. Jahrhunderts).

Kolonialisierung

Als 1471 die Portugiesen als erste Europäer an der Atlantikküste landeten, nannten sie den Landstrich entsprechend dem Anlass ihrer Anwesenheit Goldküste. Der Goldhandel zog auch andere europäische Länder an und im Verlauf der nächsten Jahre und Jahrzehnte wurden zahlreiche Handelsstützpunkte gegründet, die bald ihre Geschäfte auf den lukrativen Bereich des Menschenhandels ausweiteten. Dieser florierte bis zu seinem Verbot 1807. Wenige Jahre nach dem Verbot übernahm die britische Regierung die privaten britischen Handelsgesellschaften und gründete 1874 die Kronkolonie Goldküste. In heftigen Kämpfen wurden die aufständischen Aschanti-Stämme im nördlichen Hinterland im Jahr 1900 nach 30 Jahren Krieg endgültig niedergekämpft, ihr Herrscher Kwaku Dwa III. wurde gefangen genommen. Die Ashanti-Gebiete wurden an das Land angeschlossen, 1922 kam das ebenfalls kolonialisierte West-Togo hinzu.

Unabhängigkeit

Bis 1957 dauerte die Fremdherrschaft, dann befreite sich Ghana unter Präsident Kwame Nkrumah als erstes Land in Kolonialafrika. 1960 wurde die Republik Ghana ausgerufen. Präsident Kwame Nkrumahs Herrschaft dauerte bis 1966, als er durch einen Militärputsch entmachtet wurde. Eine Reihe von Zivil- und Militärregierungen lösten sich in den folgenden 15 Jahren ab, ohne die wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes lösen zu können.

1981 übernahm Jerry Rawlings mithilfe des Militärs zum zweiten Mal nach 1979 die Macht. 1983 leitete er ein wirtschaftliches Sanierungsprogramm ein, das teilweise Erfolg hatte, z.B. durch die Senkung der Inflationsrate. Nachdem Rawlings 1981 zunächst alle Parteien verboten hatte, begann zu Beginn der 1990er Jahre ein langsamer Demokratisierungsprozess. Dennoch kam es wiederholt zur Unterdrückung Andersdenkender und Oppositioneller. Ghana erhielt 1993 eine neue Verfassung, die sich an der der USA orientiert; das Parteienverbot wurde aufgehoben. 1992 wurde Rawlings demokratisch zum Präsidenten gewählt und blieb für zwei Amtsperioden bis ins Jahr 2000 im Amt. Bei freien und geheimen Wahlen wurde 2000 Oppositionsführer John Kufuor zum neuen Präsidenten gewählt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Staates gab es damit einen demokratischen Wechsel. Kufour wurde bei den Wahlen 2004 im Amt bestätigt. Im Januar 2009 trat John Atta Mills (NDC) das Präsidentschaftsamt an; er starb im Juli 2012. In seine verbliebene Amtszeit trat John Dramani Mahama (NDC) ein. Er konnte im Dezember 2012 bereits im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen eine Mehrheit erreichen und wurde damit für die kommenden vier Jahre als Präsident bestätigt (Amtseinführung im Januar 2013).