Großbritannien und Nordirland (Wirtschaft)

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Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland ist ein hoch industrialisierter Staat und eine der erfolgreichsten Marktwirtschaften der EU. London ist nicht nur ein Tourismusmagnet, sondern gleichzeitig ein internationales Finanzzentrum. Das Wirtschaftswachstum ging allerdings 2008 auf geschätzte 1,4 % zurück. Der Finanzsektor, der etwa ein Zehntel des Bruttoinlandproduktes (BIP) ausmacht, wurde durch die aus der Subprime-Krise (Immobilienkrise) in den USA und der plötzlichen Illiquidität des bisher stark wachsenden Marktes mit forderungsbesicherten Wertpapieren in den Jahren 2007 und 2008 entstandene globale Finanzkrise stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Krise führte in Großbritannien u. a. zur Verstaatlichung der Hypothekenbank Northern Rock und zum Notverkauf der Großbank HBOS. Die britische Regierung stellte Anfang Oktober 2008 einen Rettungsplan für den Finanzsektor vor, der sich auf rund 500 Milliarden Pfund beläuft, davon 50 Milliarden als direkte Kapitalspritze für die Banken. Als Gegenleistung übernimmt der Staat Vorzugsaktien der jeweiligen Banken; damit findet de facto eine Teilverstaatlichung der Kreditinstitute statt. Die britische Arbeitsmarktpolitik gilt seit Jahren als sehr erfolgreich, die Arbeitslosenquote liegt seit der Jahrtausendwende bei etwa 5 %.

Insgesamt bringt der Dienstleistungssektor drei Viertel des gesamten Bruttoinlandsproduktes ein.

Die Landwirtschaft ist kein bedeutender Wirtschaftszweig, kann aber unter Einsatz von nur knapp zwei Prozent der Arbeitskräfte Großbritanniens rund 60 % des britischen Lebensmittelbedarfs decken. Dies spricht für die Mechanisierung und Effizienz der Arbeitsabläufe.

Der Staat ist reich an Energierohstoffen. Vor allem die Erdölförderung vor Schottland hat dazu geführt, dass das Land seit 1980 von Erdöl- und Erdgasimporten unabhängig ist. Wichtigster Energieträger neben diesen beiden ist die Kernkraft. Im Nuklearbereich sind über 100 000 Beschäftigte tätig.

Einst wichtige Industriezweige wie Textil- und Bekleidungsindustrie haben an Bedeutung verloren, an ihre Stelle sind die elektrotechnischen und elektronischen Unternehmen der Wachstumsindustrie getreten, die schwerpunktmäßig in Nord- und Nordwest-England sowie im Raum London ihren Sitz haben. Wichtige Exportwaren sind neben deren Produkten Maschinen und chemische Erzeugnisse, Metallwaren und Fahrzeuge, Brennstoffe und Genussmittel. Es gibt einige bedeutende Werften. Der Hauptteil der Ausfuhren geht in die Partnerländer der EU und in die USA.

Währung ist das Pfund Sterling (= 100 Pence).


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