Hongkong Reiseführer: Tradition und Kultur

Aus Länder-Lexikon.de

Der Buddha des Po Lin Klosters

Ein Treffpunkt der Religionen

Durch europäische, nahöstliche und asiatische Einflüsse kann man in Hongkong auf nahezu alle Weltreligionen und deren Abspaltungen treffen. Der Kreis der Buddhisten bildet die größte religiöse Gemeinschaft, vor allem unter den Chinesen. Als fundamentalstes Bauwerk des Buddhismus gilt der in einen Hang eingelassene Tempel der Zehntausend Buddhas in Shatin. Beeindruckend dokumentieren die über 12.000 goldenen Statuen das Leben des Buddha. Dem weltweit größten sitzenden, bronzenen Buddha im Freien begegnet man im Po Lin Kloster auf Lantau. Die Statue besteht aus mehr als 200 Bronzeplatten, wiegt 202 Tonnen und ragt 26 Meter in die Höhe. Insgesmt gibt es über 600 buddhistische Tempel, die alle ihre Besonderheiten haben.

Mindestens genauso verbreitet wie der Buddhismus ist der Taoismus, ähnlich den Lehren des Konfuzius nicht nur als Religion, sondern als Lebenseinstellung und -wegweiser verstanden - eine Mischung aus Religion und Philosophie, die Harmonie als Leitkonzept allem voranstellt.

Auch das Christentum hielt in Hongkong Einzug. Bereits mit der britischen Besatzung gelangte es erstmals in den asiatischen Raum und ist inzwischen durch eine breite und aktive Glaubensgemeinschaft fest verankert. Nach über 150 Jahren bieten die christlichen Bauten wie die St. John’s Kathedrale oder die katholische Kathedrale - ein imposantes gotisches Kunstwerk – einen sehr speziellen Kontrast zum übrigen Stadtbild: Relikte der Kolonialzeit stehen Wolkenkratzern der Moderne gegenüber.

Seit dem 19. Jahrhundert ist auch der Islam als Glaubensrichtung in Hongkong vertreten. Der rege Handel mit arabischen Kaufleuten ließ schließlich auch deren Kultur und Religion in Hongkong ansässig werden. Die eindrucksvolle Jamiathe Masjid- oder auch Shelley Street Moschee mit ihrer grün-weißen Fassade ist die älteste Moschee Hongkongs und vereint Muslime aus aller Welt: aus Pakistan, Indien, Bangladesh, Malaysia, Indonesien, Afrika und dem Mittleren Osten. Aber auch neuere Moscheen wie Masjid Ammar oder Osman Ramju laden zum Gebet ein.

Traditionelle chinesische Feste

Pagode in Hongkong

Neben traditionellen religiösen Festen bietet auch die chinesische Kultur einige Festtage, bei denen man Hongkong von seiner besten Seite kennenlernen kann. China verwendet zwar seit geraumer Zeit den gregorianischen Kalender, trotzdem werden die traditionellen Festlichkeiten nach dem alten, chinesischen Kalender zelebriert - angefangen beim Neujahrsfest, dem pompösesten von allen. Mit all seinen bunten Umzugswagen, Drachen und Löwen, Musikern, Blumenmärkten und beleuchteten Hochhäusern erinnert es fast ein wenig an Karneval, und das über eine Dauer von 15 Tagen!

Nicht nur zu Land, sondern auch zu Wasser, versteht China es, zu feiern: Der Geburtstag der Meeresgottheit Tin Hau ist ein besonderer Feiertag für alle, die ihren Lebensunterhalt auf See bestreiten. Die Chinesen preisen Tin Hau mit bunt geschmückten Booten mit Blumenpapier und symbolischen Opfergaben für Schutz, gutes Wetter und volle Fischernetze. Eine weitere Feierlichkeit zu Wasser ist das Drachenbootfest zu Ehren des Nationalhelden Qu Yuan, bei dem seinem Märtyrertod gedacht wird. Zu seinen Ehren wird ein Drachenbootrennen veranstaltet, bei dem verschiedene Mannschaften in prächtigen Booten mit Drachenköpfen um die Wette rudern.

Das letzte Fest des chinesischen Jahres ist das Fest zur Wintersonnwende. Gefeiert werden am Tag der längsten Nacht Yin und Yang: Yin steht für Dunkelheit und Kälte, Yang für Licht und Wärme. An diesem Tag wird ein Fest der Familie und des Beisammenseins veranstaltet, das stark an Weihnachten erinnert.

Asiatische Küche mit westlichen Einflüssen

Kulinarisch hat Hongkong einen ganz eigenen Charme: Die Küche Hongkongs vermischt viele Nuancen asiatischer Küche mit westlichen Delikatessen. Zu den besten und beliebtesten chinesischen Speisen in Hongkong gehört die, auch in Deutschland bestens bekannte, kantonesische Küche. Man trifft in Hongkong aber auch auf die Aromen Thailands, die Würze Indiens, die Delikatessen Japans und Koreas und auf typisch vietnamesische Spezialitäten. In Hongkong findet sich somit auf kleinstem Raum die Quintessenz bester asiatischer Küche.

Doch Hongkong wäre nicht Hongkong, fänden nicht auch in der Küche typisch westliche Einflüsse ihren Einschlag. So kann man hier zum Beispiel französische, italienische, deutsche, griechische und sogar amerikanische und mexikanische Delikatessen vorfinden. Dabei reicht der Anspruch von Fast-Food-Restaurants und Pizzerien über schicke Bars und Bistros bis hin zur Haute Cuisine.

Teeblätter

Tee spielt in China eine ganz besondere Rolle. Er ist der perfekte Begleiter zu jeder Speise und zu jeder Lebenslage. Kein Wunder also, dass die chinesische Teekultur bereits über 2.000 Jahre alt ist. Auch in Hongkong finden sich viele Teestuben, in denen man bei gemütlicher Atmosphäre die eine oder andere Spezialität probieren kann und so dem teilweise sehr hektischen Treiben dieser Metropole für eine kurze Zeit entkommt.