Indien

Aus Länder-Lexikon.de

Bundesrepublik in Südasien, 3,29 Millionen km², 1,1 Milliarden Einwohner, Hauptstadt Neu Delhi, Amtssprache Hindi, Englisch als "assoziierte Sprache".

Vom Hochgebirge des Himalaja im Norden fällt das Land nach Süden in die Flussebenen von Ganges und Indus ab, das anschließende Innere des Subkontinents bildet das Hochland von Dekhan, das längs der Küsten von den Höhenzügen der West- bzw. Ostghats eingefasst ist, die steil hinunterführen zum schmalen Tieflandstreifen an den wenig gegliederten Küsten des Arabischen Meeres, des Indischen Ozeans und des Golfs von Bengalen. Zu Indien gehören die westlich vorgelagerten Lakadiven und die weit östlich vor Hinterindien liegenden Andamanen und Nikobaren.

Das Klima des Kernlands ist tropisch im Süden, subtropisch im Mittelteil und gemäßigt im Norden am Fuß des Hochgebirges. Der Sommermonsun bringt von Südwesten anhaltende Regenfälle, im Winter wehen kalte und trockene Nordosten-Winde aus Innerasien.

Die zu 81 Prozent hinduistische und zu 13,5 Prozent islamische Bevölkerung ist in zahlreiche Rassen-, Volks- und Stammesgruppen gegliedert und auch kulturell sehr unterschiedlich entwickelt. Konflikte gibt es im Norden mit der Minderheit der Sikhs (ca. 1,1 Prozent), christliche Gruppen (ca. 2,4 Prozent) sind wegen ihres wirtschaftlichen Einflusses von Bedeutung.

Im Industal entstanden schon vor Jahrtausenden Hochkulturen, ehe indogermanische Stämme (Arier) um 1500 v. Chr. einwanderten. Ein erstes ganz Indien umfassendes Großreich entstand im 4. Jh. v. Chr. und erreichte unter König Aschoka seine größte Machtentfaltung. Es folgten Fremdherrschaften, abgelöst vom indischen Gupta-Reich (etwa 300-500 n. Chr.).

Der Islam drang seit dem 8. Jh. nach Indien vor und brachte den Norden unter Kontrolle des Sultanats in Delhi, während der Süden weitgehend unberührt blieb. Erst die europäischen Kolonisten seit Vasco da Gama, der 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, beendeten dessen Sonderentwicklung. Im 18. Jh. setzten sich die Briten durch und machten im 19. Jh. den gesamten Subkontinent mit Birma (seit 1886) zur Kolonie Britisch-Indien (1876 Kaiserreich).

Gegen die Überfremdung bildete sich eine Unabhängigkeitsbewegung, die für die Inder politische Mitwirkungsrechte erstreiten konnte. Doch erst mit dem Auftreten Mahatma Gandhis gelang nach dem 2. Weltkrieg der Weg in die Selbständigkeit. Das riesige Gebiet wurde geteilt, da die religiösen Konflikte zwischen Moslems und Hindus 1946 in einen blutigen Bürgerkrieg mündeten. Unter Abtrennung von Pakistan im Westen und Osten (heute Bangladesch) wurde 1947 Indien selbständig. Die lange Herrschaft der Kongress-Partei unter Nehru (1952-64), seiner Tochter Indira Gandhi (1966-77 und 1980-84) und deren Sohn Rajiv (1984-89) ließ trotz der schweren wirtschaftlichen Probleme eine relativ stabile Demokratie entstehen, förderte aber auch die Korruption. Außenpolitisch waren Konflikte mit Pakistan (u. a. um Kaschmir) und China bestimmend, die Beziehungen haben sich jedoch verbessert.

Zentrifugale Kräfte im Innern wie der Separatismus der Sikhs lassen das sozial zerklüftete Land mit seinem Kastenwesen nicht zur Ruhe kommen; Terroranschläge von Maoisten und Muslimen nehmen zu.


Bhārat Gaṇarājya
Amtssprache Hindi und Englisch
Hauptstadt Delhi
Staatsform Parlamentarische Bundesrepublik
Fläche 3.287.590 km²
Einwohner 1.1 Milliarden
Währung Indische Rupie
Zeitzone UTC + 5:30 = MEZ + 4:30
KFZ-Kennzeichen IND
Internet-TLD .in
Telefonvorwahl 0091

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