Indien (Bevölkerung)
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Indiens stark (um 1,4 %) wachsende Bevölkerung zählt inzwischen über 1,1 Milliarden Einwohner. Indien ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt; 329 Einwohner leben durchschnittlich auf einem Quadratkilometer. Nach offiziellen Schätzungen lebt ein Viertel der Einwohner an der Armutsgrenze, tatsächlich ist der Prozentsatz vermutlich höher. Rund drei Viertel der Bevölkerung Indiens lebt in Dörfern, am dichtesten besiedelt sind die fruchtbaren Ebenen und Täler in Nordindien und die Küstenebenen im südlichen Teil des Landes. Die Hauptstadt Neu-Delhi (292 000 Einwohner) ist ein Stadteil der im nördlichen Teil des Landes gelegenen Metropole Delhi, in deren Großraum rund 13,78 Millionen Menschen wohnen. Weitere Millionenstädte sind u.a. Bombay (Mumbai) mit 16,38, Kalkutta mit 13,22 und Chennai (früher: Madras) mit 6,43 Millionen Bewohnern.
Durch die verbesserte medizinische Versorgung (die Lebenserwartung liegt inzwischen bei 64,4 Jahren) und die Tatsache, dass Kinderreichtum in Indien noch immer die am besten funktionierende Altersvorsorge darstellt, ist die Überbevölkerung zu Beginn des neuen Jahrtausends für Indien ein schwerwiegendes Problem.
Im Land lebt eine Vielzahl verschiedener Völker: In Nord- und Mittelindien gibt es überwiegend die hellhäutigen Indiden, die indisch-arischer Abstammung sind (wie z.B. die Sikhs), im Nordosten die Melaniden, im Hochland von Dekan die Weddiden. Im Himalaja leben kleinere Bevölkerungsgruppen mongolischer Abstammung. Die Bevölkerungsvielfalt spiegelt sich in den Landessprachen wider: Hindi und Englisch sind Amtssprachen, offizielle Landessprachen sind weiter Assamesisch, Bengali, Gujarati, Kannada, Kashmiri, Konkani, Malayalam, Manipuri, Marathi, Nepali, Oriya, Punjabi, Sanskrit, Sindhi, Tamil, Telugu und andere. Diese Sprachen werden in ihrer jeweiligen Region an den Schulen gelehrt und auch bei Behörden usw. verwendet.
Rund 81 % der indischen Bevölkerung sind Anhänger des Hinduismus. Der Anteil der Moslems beträgt rund 13,5 %, der der Christen etwa 2,3 %. Der Hinduismus, nach dem Christentum und dem Islam die dritte große Weltreligion, prägt durch das heute noch wirksame Kastensystem wesentlich die Gesellschaft, denn alle soziokulturellen Bereiche sind einem strengen Ordnungsprinzip unterworfen. Die ursprünglich vier hierarchisch angeordneten Kasten (Brahmanen, d.h. Priester und Gelehrte; Kschatrijas, Krieger; Waischjas, Bauern und Handwerker; Schudras, Knechte) wurden in heute an die 3 000 Kasten untergliedert. Durch sie ist eine strenge soziale Rangordnung in der Gesellschaft - bereits ab der Geburt - festgelegt. 1997 wurde mit Kocheril Raman Narayanan erstmals ein Mitglied einer niedrigen Kaste zum Staatspräsidenten gewählt.
Die Alphabetisierung beträgt in Indien fast 60 %, wobei sie unter der weiblichen Bevölkerung deutlich geringer ist (48 %).