Indien (Flora und Fauna)

Aus Länder-Lexikon.de

Erntezeit am Fuße des Himalaja

Die Vegetation Indiens ist entsprechend der klimatischen Unterschiede regional verschieden. Im warmen und feuchten Süden findet sich immergrüner tropischer Regenwald, an der Ostküste wachsen Kokospalmen und Bambus. Charakteristisch für das Hochland von Dekan ist Grasland mit vereinzelten Akazienwäldern. Die fruchtbaren Ebenen im Norden des Landes sind überwiegend landwirtschaftliches Nutzgebiet, die ursprünglich vorhandenen laubabwerfenden Monsunwälder sind nur noch vereinzelt vorhanden. Insgesamt ist heute noch knapp ein Fünftel des Landes bewaldet. Die Sundarbans, das Dschungelgebiet an der Gangesmündung, stellen eines der größten Mangrovengebiete der Welt dar. In der Wüste Tharr im Nordwesten findet sich Gras- und Dornbuschsavanne.

Im Himalaja unterhalb der Schneegrenze wachsen Nadelholzarten wie Tanne, Zeder und Fichte. In tieferen Lagen herrschen Laubwälder mit Eichen-, Birken-, Kastanien-, Ahorn- und Rhododendronbewuchs vor.

In den Bergen von Srinagar, Kaschmir

Die Tierwelt Indiens ist sehr artenreich und vielfältig, wird aber durch die schnell wachsende Bevölkerung immer mehr in ihren Lebensräumen beschnitten. Viele der Tierarten gelten inzwischen in ihrem Bestand als gefährdet, dazu gehören z.B. das Indische Panzernashorn, der Gaur (mit einer Schulterhöhe von bis über zwei Meter das größte Wildrind), der Sumpfhirsch, der Schneeleopard und der Bengalische Tiger. Nachdem die Zahl der Tiger in Indien bis 1972 durch Bejagung und durch die Einschränkung des Lebensraumes auf rund 2 000 Exemplare gesunken war, initiierte die indische Regierungspräsidentin Indira Ghandi das "Projekt Tiger": Zum Schutz der Tiere wurden landesweit neun Reservate eingerichtet, die aus einer für Menschen verbotenen Kernzone bestanden, und einer Art Pufferzone, die von den Menschen temporär betreten werden darf. Diese inzwischen zahlreichen Schutzgebiete (mehr als 15) bilden auch für zahlreiche andere Tierarten einen geeigneten Lebensraum.

Zur ursprünglichen Fauna des Landes gehören unter anderem verschiedene Affenarten wie z.B. der Rhesusaffe und der Hulman. Dieser indische Schlankaffe gilt den Hindus in Indien als heilig (ebenso wie die Kühe) und ist oft in Tempelanlagen zu finden. An Reptilien sind u.a. das Chamäleon und die Königskobra zu finden. In den Flüssen leben unter anderem der Ganges-Delfin und verschiedene Otter wie der Fisch- und der Zwergotter.


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