Indien (Wirtschaft)
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Indiens Wirtschaft befindet sich deutlich im Aufschwung, dennoch gehört der Staat zu Beginn des dritten Jahrtausends nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein Grund für die sich anbahnende Verbesserung waren die zunehmende Liberalisierung und die Privatisierungen von Betrieben ab Mitte der 1990er Jahre. Die Diversifizierung der Wirtschaft nimmt zu, ausländische Investoren kommen ins Land. Die Steigerung des Bruttoinlandsproduktes betrug 2005 9,2 %.
Nach wie vor ist aber die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, dessen Effektivität durch zunehmende Mechanisierung und den Einsatz von Kunstdünger erheblich gesteigert werden konnte. Rund 60 % der Bevölkerung sind im Agrarsektor tätig, über die Hälfte der gesamten Landesfläche wird als Nutz- und Anbaufläche verwendet. Kultiviert werden Reis, Kartoffeln, Mais, Baumwolle, Zuckerrohr, Jute, Tee, Kaffee, Getreide und Hülsenfrüchte. Abgesehen von ausgesprochenen Dürrejahren kann der Staat den Eigenbedarf der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln decken. Am Gesamtexport sind landwirtschaftliche Produkte mit etwa 10 % beteiligt. Dazu gehören vor allem Tee (hier ist Indien weltweit führend) und Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle. Vor allem die Tees aus den östlichen Himalaja-Gebieten (Darjeeling) und aus Assam sind weltberühmt. Rinder gelten in Indien als heilig und werden nur gemolken. Des Weiteren werden Wasserbüffel, Schafe, Ziegen und Geflügel gezüchtet.
Der industrielle Sektor wird weiter stark ausgebaut. Die Basis dafür bildet der Rohstoffreichtum des Landes. Indien verfügt über Bauxit, verschiedene Erze (Zink, Eisen, Chrom), Stein- und Braunkohle, Mangan und Gold. Den Erdölbedarf kann das Land zu rund 70 % aus eigenen Vorkommen decken.
Die Textilindustrie liefert in Indien wichtige Exportgüter, an zweiter Stelle steht die Nahrungsmittel verarbeitende Industrie. Weitere Branchen sind die Eisen- und Stahlverarbeitung, die chemische Industrie und vor allem der Hochtechnologiesektor, der die größte Wachstumsrate aufweist. Eine Stärke Indiens in diesem Bereich ist der hohe Prozentsatz gut ausgebildeter, Englisch sprechender Arbeitskräfte, die v.a. als Softwareentwickler weltweit gefragt sind.
Wichtigste Handelspartner sind die USA, gefolgt von China, Großbritannien, Belgien, Deutschland und Singapur. Importiert werden vor allem Investitionsgüter, Düngemittel und Erdöl.
Währung ist die Rupie.