Iran (Bevölkerung)
Aus Länder-Lexikon.de
Das Land hat über Jahrtausende hinweg den Aufstieg und Fall vieler Kulturen und Völker erlebt. Es herrschten abwechselnd die Meder, die Perser, die Griechen, die Parther und andere Völker. Heute sind gut die Hälfte der iranischen Bevölkerung - also von insgesamt rund 68,02 Millionen Menschen - Perser. Daneben gibt es Minderheiten wie die Aserbaidschaner, Gilaner, Masandaraner, Kurden, Araber, Luren, Belutschen und Turkmenen. Knappe 10 % der Bevölkerung leben heute noch ganz oder zumindest teilweise nomadisch (Stämme wie die Bachtiaren oder Luren). Über die Hälfte der Iraner wohnen in Städten. Die Hauptstadt Teheran mit ca. 7,1 Millionen Einwohnern ist die größte des Landes, weitere Großstädte sind Mesched (2,3 Millionen), Täbris (1,4 Millionen) und Isfahan (1,5 Millionen). Außerhalb der Städte ist das Tiefland entlang des Kaspischen Meeres am dichtesten besiedelt. Die beiden großen Wüsten (Lut und Große Salzwüste) sind praktisch unbewohnt.
Über 90 % der iranischen Bevölkerung sind Anhänger des Islams schiitischer Richtung, der seit dem 16. Jahrhundert Staatsreligion ist: Im heutigen Iran leben die meisten schiitischen Muslime der Welt.
Seit der Revolution 1979 sind alle Verhütungsmittel unter Androhung schwerer Strafen strengstens verboten; das Bevölkerungswachstum war 2005 mit geschätzten 0,86 % dennoch recht moderat, was auch an den strengen Regeln des Islam liegt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 70 Jahren. Für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren besteht Grundschulpflicht. In den Lehrplänen stehen religiöse Inhalte meist vor den weltlichen; rund 79,5 % der Iraner können lesen und schreiben.