Island

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    Geographie

    Die Republik Island (Lýdveldid Island) bzw. die Insel Island bildet den westlichsten Teil Europas und liegt in einer Entfernung von rund 300 km von Grönland und 800 km von Schottland im Atlantischen Ozean. Mit einer Fläche von 103 000 km² ist Island ungefähr so groß wie die beiden deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

    Die Insel stellt einen über den Meeresspiegel hinausragenden Teil des Mittelatlantischen Rückens dar, einer Zone, die durch das Auseinanderdriften der Amerikanischen und der Eurasischen bzw. der Afrikanischen Platte entstand. Wie bei anderen Plattengrenzen dieser Art handelt es sich um eine Zone intensiver tektonischer Aktivitäten: Island besteht komplett aus vulkanischem Material. Es gibt dort über zwei Dutzend aktive Vulkane und eine Vielzahl von heißen Quellen, Geysiren und Solfataren (Austrittsstellen von schwefelwasserstoffhaltigen Wasserdämpfen). Erdbeben sind eine häufige Erscheinung.

    Nur ein Viertel der Fläche der gebirgigen Insel liegt unterhalb von 200 m, bestimmend sind Hochebenen und Vulkane.

    Im Süden und Südwesten der Insel findet sich eine flache, breite Küstenebene mit weit ins Hinterland reichenden Schotterfeldern. Die Küsten im Westen, Norden und Nordosten Islands sind teilweise steil und zerklüftet und von weiten Buchten und tief ins Festland einschneidenden Fjorden gekennzeichnet (z.B. Breidafjord: 63 km breit, 110 km lang). Im Westen der Insel in der Faxabucht liegt die Hauptstadt Reykjavík.

    Etwa ein Zehntel der Landesoberfläche wird von Gletschern eingenommen. Mit einer Fläche von rund 8 455 km2 ist der Vatnajökull der größte Gletscher ganz Europas. Höchster Berg des Landes mit rund 2 119 m ist der Hvannadalshnúkur.

    Größter See Islands ist der östlich von Reykjavík gelegene Thingvallavatn mit einer Fläche von ca. 84 km². Die Flüsse der Insel weisen viele Wasserfälle auf (z.B. Dettifoss 44 m), längster Fluss ist der Thjórsá mit einer Länge von rund 230 km.

    Klima

    Das kühl-gemäßigte Klima Islands mit kurzen, kühlen Sommern und milden Wintern wird durch einen Ausläufer des Golfstroms bestimmt.

    Die Durchschnittstemperaturen in der Hauptstadt Reykjavík liegen im Januar um den Gefrierpunkt, im Juli bei 11 °C. Daraus ergibt sich eine jährliche Durchschnittstemperatur von ca. 5 °C (in Nome in Alaska auf demselben Breitengrad liegt diese bei 3 °C).

    Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge nimmt von Süden nach Norden hin ab (Reykjavík 860 mm, Akureyri 470 mm). Die trockensten Gebiete der Insel mit Werten um die 300 mm jährlich liegen an der Nordküste bzw. im Landesinneren.

    Flora und Fauna

    Der Hverjfall Vulkan auf Island

    Vor der Besiedelung durch Menschen waren rund 20 % der Insel von Wäldern bedeckt; durch Rodung, Überweidung und Asche- und Schwefelregen als Folge von Vulkanausbrüchen sind es heute nur noch rund 2 % (vor allem Birken und Weiden). Bestimmend ist Tundrenvegetation, die aus Moosen, Gräsern und Flechten besteht. Weitere Vegetationsformen sind Niedermoorwiesen und Zwergstrauchheiden. Eine Seltenheit bei den Blütenpflanzen ist das Arktische Weidenröschen, das in keinem anderen europäischen Land vorkommt.

    Geothermale Aktivitäten

    Einziges einheimisches Landsäugetier ist der Polarfuchs, während Rentiere, Mäuse, Katzen und Hunde eingeführt wurden. Seit dem Mittelalter werden auf der Insel Island-Ponys gezüchtet, die für ihre Robustheit bekannt sind. Einige Herden leben halbwild auf der Insel. Die Vogelwelt ist sehr artenreich, an den teils unzugänglichen Küsten leben Seeadler, Papageientaucher, Basstölpel und Eissturmvögel. Im Hochland kommen Odinshühnchen, Schneeeulen und die seltenen Gerfalken vor. Der Mývatn-See im Nordosten der Insel ist eines der größten Brutgebiete für verschiedenste Entenarten. Binnen- und Küstengewässer der Insel weisen einen großen Fischreichtum auf.

    Bevölkerung

    Aus einer Einwohnerzahl von 318.000 ergibt sich eine der geringsten Bevölkerungsdichten in Europa. Die Struktur der Bevölkerung ist sehr homogen: 96 % sind Isländer, kleinere Minderheiten bilden Dänen, Amerikaner, Schweden und Deutsche. Knapp 97 % der Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherischen Kirche an. Amtssprache ist Isländisch.

    Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch rund 80 % der Bevölkerung auf dem Land lebten, wohnt heute beinahe die gesamt isländische Bevölkerung (90 %) in den Städten. Die bevölkerungsreichste Ansiedlung ist die Hauptstadt Reykjavík mit rund 119.600 Menschen.

    Das Sozial- und Gesundheitswesen in Island ist sehr gut ausgebaut, die Lebenserwartung ist im weltweiten Vergleich sehr hoch (Frauen 82,3 Jahre, Männer 78,1 Jahre). Das Bevölkerungswachstum liegt bei etwa 0,9 %. In Island wird viel Wert auf Bildung gelegt; dank einer zehnjährigen Gesamtschule ist die Alphabetisierung umfassend.

    Politisches System

    Island ist eine demokratisch-parlamentarische Republik laut der Verfassung von 1944. Staatsoberhaupt ist der für vier Jahre direkt vom Volk gewählte Staatspräsident (seit 1996 Ólafur Ragnar Grimsson), der gleichzeitig das Oberhaupt der Evangelisch-lutherischen Staatskirche bildet. Er ernennt den Ministerpräsidenten als Chef der Regierung (seit 2013 Sigmundur Davíð Gunnlaugsson).

    Die Legislative liegt beim Althing, eine der ältesten gesetzgebenden Versammlungen der Welt. Die 63 Mitglieder des Althing werden für vier Jahre vom Volk gewählt (Verhältniswahl). Bedeutende Parteien sind die Unabhängigkeitspartei, die Sozialdemokraten, die Fortschrittspartei und die Linken Grünen.

    Island ist in acht Regionen untergliedert.

    Wirtschaft

    Die globale Finanzkrise traf Island schwer und führte 2008 zum Zusammenbruch des isländischen Bankensystems. Das vom Staatsbankrott bedrohte Land erhielt internationale Finanzhilfen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) beendete sein Programm im Sommer 2011. 2012 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits zum zweiten Mal in Folge positiv (+ 1,6 %). Die Arbeitslosigkeit lag bei 6 %.

    Die Fischerei, die Fischverarbeitung und der Export von Fisch verlieren gegenüber Industrie und Dienstleistungen allmählich an Bedeutung. In der Landwirtschaft herrscht Viehhaltung vor, vor allem Schafhaltung und Rinderzucht bzw. die Milchwirtschaft. Weniger als 1 % der Landesfläche wird als Anbaufläche für Kartoffeln und Rüben genutzt, in Gewächshäusern, die durch heiße Quellen beheizt werden, werden auch Gemüse und Obst gezogen. In der Landwirtschaft sind etwa 6 % aller Erwerbstätigen beschäftigt, hier werden gut 7 % des BIP erwirtschaftet.

    Energiewirtschaft und energieintensive Industrien, vor allem Aluminiumherstellung mit preisgünstigem Strom aus Hydro- oder Geothermiekraftwerken, wurden ausgebaut. Der Strom wird zu 100 % aus erneuerbaren Energien erzeugt. Weitere Industriezweige sind Maschinen und Ausrüstungen für die Lebensmittelindustrie, IT/Software, medizinische und pharmazeutische Produkte. Der Tourismus besitzt weiter wachsende Bedeutung. Rund 650 000 Besucher kommen jährlich, um die ursprüngliche Landschaft zu genießen.

    Exportiert wird vor allem in die Niederlande, nach Deutschland und Großbritannien.

    Der größte internationale Flughafen liegt bei Keflavík in der Nähe der Hauptstadt Reykjavík. Die Infrastruktur ist außerhalb der Städte wenig ausgebaut; von rund 13 000 Straßenkilometern sind nur 4 300 asphaltiert und damit ganzjährig nutzbar.

    Währung ist die isländische Krone (= 100 Aurar).


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    Lýðveldið Ísland
    Amtssprache

    Isländisch

    Hauptstadt

    Reykjavik

    Staatsform Parlamentarische Republik
    Fläche 103.000 km²
    Einwohner 293.500
    Währung Isländische Krone
    Zeitzone UTC
    KFZ-Kennzeichen IS
    Internet-TLD .is
    Telefonvorwahl 00354