Italien (Wirtschaft)

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Italien ist ein moderner Industriestaat. Die Unterschiede zwischen dem hoch industrialisierten Norden und dem weniger entwickelte Süden sind groß. Im Jahr 2007 wurde ein Wirtschaftswachstum von 1,5 % erreicht. Die Arbeitslosenquote ist weiter im Sinken begriffen (2007 noch 6,0 %), die Staatsverschuldung befindet sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau (106,8 % des BIP). Die Subprime-Krise (Immobilienkrise) in den USA und die plötzliche Illiquidität des bisher stark wachsenden Marktes mit forderungsbesicherten Wertpapieren löste 2007/2008 eine weltweite Finanz- und Vertrauenskrise aus, die auch vor Italien nicht Halt machte. Die Regierung reagierte im Oktober 2008 mit einer Garantie der Sparereinlagen für drei Jahre und einem 40-Milliarden-Euro-Refinanzierungspaket für die Banken. Die Finanzkrise zieht auch zunehmend die Realwirtschaft in Mitleidenschaft (u.a. Automobilhersteller); etliche Prognosen wurden weltweit bereits erheblich nach unten korrigiert.

Über die Hälfte der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Auf fast 40 % des Ackerlands wird insbesondere in der Poebene Weizenanbau betrieben. Angebaut werden weiter Mais, Reis, Gerste, Tabak, Oliven, Zuckerrüben, Gemüse und vor allem in Südtirol Kernobst. Als größter Weinerzeuger in Europa spielt der Weinbau in vielen Regionen Italiens eine wichtige Rolle. In Norditalien wird zudem Rinder- und Schweinezucht betrieben, die Forstwirtschaft deckt etwas mehr als ein Zehntel des Nutzholzbedarfs.

Die bedeutendsten Bodenschätze des Landes sind Erdöl, Braunkohle, Eisenerz, Bleierz, Zinkerz, Kalisalz und Quecksilber. In Carrara wird Marmor gebrochen.

Die großindustriellen Anlagen finden sich vor allem in Nord- und Mittelitalien. Bekleidungs-, Holz-, Textil-, Nahrungsmittel-, Schuh- und Möbelindustrie sind oftmals mittelständisch organisiert. In Süditalien finden sich staatlich geförderte Teilfertigungsbetriebe, insbesondere Stahlwerke und petrochemische Unternehmen. Eine Besonderheit bildet die Seidenindustrie im Großraum Como, die auf inländische Seidenraupenzucht in Venetien und der Lombardei beruht. Ebenfalls hervorzuheben sind die insbesondere in Venedig und Florenz angesiedelten zahlreichen Kunsthandwerksbetriebe. Die Energieversorgung wird durch Steinkohle, Rohöl und Erdgas, aber auch durch Wasserkraftwerke gewährleistet. Sämtliche Kernkraftwerke sind abgeschaltet.

Wichtigste Importgüter des Staates sind Maschinen, Kraftfahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Rohstoffe, Metallerzeugnisse und Textilien, wichtigste Exportgüter Maschinen, Kraftfahrzeuge, Bekleidung und Chemieprodukte. Haupthandelspartner Italiens im Export (Autos, Textilien, chemische Produkte und Lebensmittel, besonders Frischobst) sind die großen EU-Staaten und die USA.

Jährlich besuchen über 55 Millionen Touristen Italien und machen den Fremdenverkehr damit zur wichtigsten Devisenquelle, insbesondere die Badeorte sowie Rom, Venedig und Südtirol sind Hauptreiseziele.

Wichtigste Handelshäfen sind die Ölimporthäfen Genua und Triest. Größter Passagierhafen ist Neapel. Italien hat 24 internationale Flughäfen, die wichtigsten sind Rom, Mailand, Neapel, Turin, Venedig und Rimini.

Währung ist der Euro.


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