Japan (Wirtschaft)

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In Japan sind die Bereiche Wirtschaft, Finanzen und Politik traditionell besonders eng verknüpft, daher stammt die in den westlichen Ländern nach 1945 oftmals verwendete Bezeichnung "Nippon AG". Die Stärken des rohstoffarmen Landes liegen in der hervorragenden Arbeitsmoral und Ausbildung der Bevölkerung und den geringen Ausgaben für Bereiche wie Verteidigung und Rüstung. Mitte der 1990er Jahre hatte Japan eine Bankenkrise erlebt, die einige der großen Banken in den Konkurs führte, während andere nur durch staatliche Unterstützung überleben konnten. Erschwerend war die Wirtschaftskrise in Südostasien ab 1997 dazugekommen. Japans Volkswirtschaft stabilisierte sich jedoch wieder; aktuell ist sie die zweitgrößte der Welt. Die Subprime-Krise (Immobilienkrise) in den USA löste 2007/2008 jedoch eine weltweite Finanz- und Vertrauenskrise aus, die auch vor Japan nicht Halt machte. Unter anderem musste die Lebensversicherungsgesellschaft Yamato Seimei Hoken im Oktober 2008 Insolvenz anmelden. Die Finanzkrise zieht zunehmend die Realwirtschaft in Mitleidenschaft: 2008 kam es in Japan zu einer leichten Rezession. 2007 hatte das Wirtschaftswachstum noch 2,2 % betragen.

Rund 12 % der Staatsfläche werden landwirtschaftlich genutzt; der Eigenbedarf an Lebensmitteln kann aber nicht gedeckt werden. Nahrungsmittel machen rund 15 % des gesamten Imports aus. In den meist sehr hügeligen Agrarregionen wird v.a. Reis, des Weiteren Getreide (Weizen, Gerste), Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Zitrusfrüchte (im südlichen Teil des Landes) kultiviert. Die Viehzucht spielt eine untergeordnete Rolle, während die Fischerei wesentlich zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfs beiträgt.

Japan gehört zu den führenden Industrienationen und ist einer der G-8-Staaten. Kennzeichnend für die japanischen Betriebe sind die sehr hohe Produktivität und hochmoderne Anlagen. Weltweit führend ist Japan in den Bereichen Eisen- und Stahlerzeugung und Kraftfahrzeug-, Schiff- und Werkzeugmaschinenbau. Dabei muss ein Großteil der benötigten Rohstoffe importiert werden. Weiterer zentraler Bereich der Industrie ist die Unterhaltungselektronik, hier wurden Erfindungen aus dem Ausland zunächst kopiert, dann weiterentwickelt und perfektioniert. Im Computerbereich nimmt Japan bei der Herstellung von computergestützten Spielen eine absolute Spitzenposition ein. Zentren der industriellen Fertigung sind die Ballungsgebiete um Tokio, Nagoya und Osaka/ Kobe.

Der Energiebedarf des Landes wird überwiegend durch importiertes Erdöl und Kohle gedeckt. Die Energiegewinnung aus Wasser- und Kernkraft soll ausgeweitet werden.

Bedeutendste Handelspartner sind China und die USA, mit großem Abstand gefolgt von Südkorea. China war 2007 zum ersten Mal der wichtigste Handelspartner Japans. Im gleichen Jahr schloss Japan ein Freihandelsabkommen mit den ASEAN-Staaten ab.

Die Verkehrsinfrastruktur in Japan ist gut ausgebaut, es stehen 1 170 000 km asphaltierte Straßen und 23 600 km Schienen zur Verfügung, der Schiffsverkehr spielt traditionell eine bedeutende Rolle. Die Häfen in Chiba, Kobe, Nagoya und Yokohama gehören zu den zehn weltgrößten Seehäfen.

Währung ist der Yen (= 100 Sen).


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