Japan Reise: Sehenswürdigkeiten
Aus Länder-Lexikon.de
Die Hauptattraktionen sind im Kansai-Gebiet (Kyoto, Osaka) sowie im Kanto-Gebiet (Tokyo) zu finden. Im Kansai-Gebiet zählen die alten Hauptstädte Nara und Kyoto, das Himeji-Schloss sowie das Hiroshima Friedensdenkmal zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Die Kanto-Ebene beherbergt das alte Kamakura und als Weltkulturerbe die Schreine und Tempel von Nikko. Zu den beliebtesten Reisezielen gehören auch der Berg Fuji, Hokkaido in Nordjapan sowie der Thermalbadeort Hakone. Attraktive Strände gibt es in Südjapan und auf der pazifischen Inselgruppe Okinawa.
Inhaltsverzeichnis |
Tokio
Ein Besuch der Hauptstadt Tokio sollte zum Standardprogramm einer jeden Japanreise gehören. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Millionenmetropole gehört der Kaiserpalast (Kokyo). Mitten im Stadtzentrum gleicht der Wohnsitz des Kaisers und seiner Familie einer riesigen grünen Insel. In einem Teil des Palastgartens können Besucher spazieren gehen und sich von der kaiserlichen Welt verzaubern lassen. Der Palast selbst ist der Öffentlichkeit dagegen nur zweimal im Jahr zugänglich, nämlich am 2. Januar und zum Geburtstag des Kaisers am 23. Dezember.
Wer sich einen Eindruck vom traditionellen Tokio verschaffen möchte, sollte auf jeden Fall das Stadtviertel Asakusa (gesprochen: Assacksa) aufsuchen, das von vielen Einkaufsstraßen, Restaurants, Handwerksbetrieben und kleinen Gassen geprägt ist. Asakusas Zentrum ist der Sensoji, besser bekannt als Asakusa-Kannon-Tempel. Der Weg dorthin führt Sie durch das Kaminari-Mon (Donnertor) mit einem der bekanntesten Fotomotive Tokios, einem 3,30 Meter hohen und 100 Kilogramm schweren Lampion. Die Nakamise-dori mit vielen Souvenirläden führt direkt zum Haupttempel. In einem goldenen Schrein des Tempels soll ein Abbild der Göttin der Barmherzigkeit Sho Kannon liegen. Der Legende nach ging die Figur im Jahr 628 nahe der Flussmündung zwei Fischern ins Netz, die daraufhin den Tempel gründeten. Die mehrfach zerstörte große Halle Kannon-do wurde 1958 wieder aufgebaut. Viele Japaner beten hier um Glück, nachdem sie Geld in einen Opferkasten geworfen haben. Neben mehreren kleinen Hallen – die Awashima-do beispielsweise ist dem Wohl der Frauen gewidmet – bietet besonders die 48 Meter hohe Pagode einen beeindruckenden Anblick. Wie die große Halle zählt auch sie zu Japans Nationalschätzen.
Typisch für das heutige Tokio ist vor allem Ginza, eine der berühmtesten Einkaufsgegenden der Welt und das eigentliche Stadtzentrum. Hier befinden sich viele edle Boutiquen ausländischer Designer und Luxushersteller, die sich an Prunk immer wieder aufs Neue überbieten. Daneben befinden sich in diesem eleganten Stadtteil auch viele Restaurants und Galerien.
Auch der Tsukiji-Fischmarkt – der größte der Welt – ist sehenswert. Rund 2400 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden hier täglich verkauft. Wer das allmorgendliche Spektakel miterleben möchte, muss allerdings früh aufstehen: Um 4.30 Uhr karren die Händler ihre Fracht in die Auktionshalle und um spätestens 5.30 Uhr sind auch die mehr als 400 umliegenden Lokale und Geschäfte geöffnet, die neben Fisch auch Gemüse, Obst, Fleisch und alle erdenklichen Haushaltsgeräte anbieten.
Ruhe vom Großstadtrummel finden Sie im Ueno-Park. Hier befinden sich zahlreiche Tempel, eine berühmte Pagode und die meisten Museen der Stadt. Sehenswert sind besonders die Samuari-Statue von Saigo Takamori am südlichen Parkeingang sowie der Kiyomizu-Kannon-Tempel, der den Stadtteil vor bösen Geistern schützen soll.
Hiroshima
Mit dem Abwurf der ersten Atombombe in der Geschichte erlangte die Stadt Hiroshima traurige Berühmtheit. Heute erinnern nur noch wenige Überbleibsel an die schreckliche Katastrophe von damals. Wer sich auf die Spuren dieser traurigen Vergangenheit begeben möchte, sollte auf jeden Fall das Skelett der ehemaligen Industrie- und Handelskammer besichtigen, das 1996 zum Unesco-Welterbe erklärt wurde, denn genau dort explodierte am 6. August 1945 die Atombombe. Am Abend des Jahrestags der Katastrophe setzen die Einwohner der Stadt hier Papierschiffchen mit brennenden Kerzen in den Ota-Fluss, die dann in einer Lichterprozession gen Meer schwimmen.
Auch im Friedenspark (Heiwa-koen), einem ehemaligen Bankenzentrum, über dem das Zentrum der Explosion lag, kann man dieses Ereignisses gedenken. Die wichtigste Stätte ist der Zenotaph, ein leeres Grabmal mit Satteldach, dessen ewige Flamme so lange brennen soll, bis es auf der Welt keine einzige Nuklearwaffe mehr gibt. Am Turm für die Seelen der 200.000 Opfer steht geschrieben: „Ruhet in Frieden. Dieser Fehler wird sich nicht wiederholen.“
Himeji
Besonders für Kulturinteressierte stellt das 1610 fertig gestellte Himeji-Schloss 1610 ein absolutes Highlight dar. Weithin sichtbar auf einem Hügel steht es noch beinahe genauso elegant und mächtig da wie vor knapp vierhundert Jahren. Beeindruckend ist aber nicht nur sein äußerer Anblick. Im Inneren des Schlosses gibt es eine »blinde Etage« (ohne Zwischendecke als 2. und 3. Stock). Damals konnten sich dort der Oberkommandierende und sein Stab vor feindlichem Beschuss sicher fühlen. Interessant ist auch der „Eitelkeitsturm“ im westlichen Teil der Anlage, wo die Damen lebten. Am Ende der Zimmerflucht wurden die Wohnräume der Prinzessin Sen originalgetreu und mit lebensgroßen Puppen nachgebildet.
Besonders zur Zeit der Kirschblüte bildet der Schlossgarten mit Tausenden von zartrosa blühenden Kirschbäumen einen atemberaubenden Anblick. Schon häufig diente dieser Ort deshalb auch als Filmkulisse. 1993 wurde das Schloss von der UNESCO als Welterbe anerkannt.
Osaka
Osaka ist vor allem für seine Burg (japanisch: Ōsaka-jō) berühmt. Obwohl das zerstörte Bauwerk 1931 aus Beton fast komplett neu errichtet werden musste, bietet es noch immer einen atemberaubenden Anblick, der ahnen lässt, welche politische und militärische Macht sich hier im Mittelalter ballte. Mit einer Grundfläche von rund einem Quadratkilometer ist die Burg auf zwei erhöhten Plattformen gebaut, welche jeweils von einem Graben umgeben sind. Das zentrale Gebäude hat fünf von außen sichtbare Stockwerke und drei unsichtbare ohne Fenster. 1997 wurde das Wahrzeichen Osakas erneut aufwendig restauriert und besitzt seitdem sogar einen Aufzug. Zudem beherbergt die Burg ein Geschichtsmuseum.
Einen Besuch wert ist auch Sumiyoshi-Taisha im Stadtbezirk Sumiyoshi, der als der Hauptschrein von über 2000 Sumiyoshi-Schreinen in ganz Japan gilt. Die Anlage beherbergt noch einige der 1810 originalgetreu nachgebildete Bauten des 3. Jahrhunderts. Zudem gehört sie zu den seltenen Bauwerken, die noch vor dem Einfluss des chinesischen Buddhismus auf Japans Shinto-Architektur entstanden. So sind die Hauptgebäude beispielsweise nicht mit Ziegeln, sondern mit Stroh bedeckt.
Beppu
Ein Naturschauspiel der ganz besonderen Art wartet auf Touristen bei den heißen Quellen von Beppu, die wegen ihrer extremen Temperaturen von den Einheimischen oft auch „Höllen“ genannt werden. Dabei ist jede der Quellen einzigartig. So zeichnet sich beispielsweise die 98 Grad heiße Umi-jigoku – die „Seehölle“ – durch ihr intensiv blaues Wasser mit Zusätzen von Schwefel und Eisen aus. Auch die Chi-no-ike-jigoku – das „Blutbad“ – bietet aufgrund seiner tiefroten Färbung einen faszinierenden Anblick. Beeindruckend ist auch die Tatsumaki-jigoku – die „Zyklonhölle“ – ein Geysir, der alle 30 Minuten heißes Wasser speit. Sechs der acht berühmtesten Quellen liegen nur einen kurzen Fußmarsch auseinander, die anderen beiden liegen etwa einen Kilometer entfernt.