Katar

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Geographie

Katar (engl. Qatar, amtlich arabisch Daulat al-Qatar) bildet eine Halbinsel, die in den Persischen Golf hineinragt. Einziger Nachbar der mittelöstlichen Monarchie ist Saudi-Arabien im Süden, mit dem eine 1965 und 1992 vorläufig festgeschriebene, 60 km lange Grenze besteht.

Die Landesfläche Katars bildet eine flache Kalksteinebene, die nur an der Westküste von einigen Hügeln durchbrochen ist. Höchste Erhebung des Landes ist der Tuwayyir al Hamir mit 103 m Höhe. Im Süden senkt sich die Kalksteinebene zu einer Reihe Salzpfannen ab, Sumpfflächen, die im arabischsprachigen Raum Sebchas genannt werden. Über eine kleine Inselgruppe im Golf von Bahrain, den Rawar-Inseln, bestehen mit dem Nachbarn Bahrain Grenzstreitigkeiten. Mit einer Landesfläche von 11 437 km² ist Katar etwas größer als Korsika. Das Emirat hat eine Ausdehnung von Norden nach Süden von etwa 180 km. Das Grundwasser des Landes ist salzhaltig, daher wird in zwei Meeresentsalzungsanlagen an der Küste Trinkwasser gewonnen. Es gibt keine ständigen Flussläufe und nur wenige Oasen, die sich auf der flachen Kalksteinebene befinden.

Die Hauptstadt Katars ist Doha.

Klima

In Katar herrscht trocken-heißes Wüsten- und Halbwüstenklima. Die mittleren Temperaturen betragen in Doha im Januar 21 °C. Im Juli steigen sie auf Durchschnittswerte von 40 °C an. Die jährliche Niederschlagsmenge in der Hauptstadt beträgt 130 mm, in den anderen Regionen ist sie teilweise erheblich niedriger. Die spärlichen Regenfälle fallen in den Wintermonaten. Auf Grund der Nähe zum Meer ist die Luftfeuchtigkeit relativ hoch. Trotzdem treten regelmäßig Sand- und Staubstürme auf.

Flora und Fauna

Die Flora des Landes ist auf Grund der trocken-heißen klimatischen Bedingungen sehr spärlich und nur auf wenige etwas fruchtbarere Regionen beschränkt. Auf den teils mit Schotter, teils mit Sand bedeckten Wüsten- und Halbwüstenböden gedeihen nur wenige Pflanzen. Vegetation findet sich nur im Norden des Landes, wo sich die wenigen bewässerten Areale befinden. Eine Ausnahme bilden die wenigen Trockentäler (Wadis), in denen während der Frühlingsregen für kurze Zeit Wüstenpflanzen gedeihen und aufblühen.

Die Fauna des Landes ist ebenfalls sehr begrenzt. Trotzdem haben sich einige Wüstentiere den trocken-heißen Lebensbedingungen in dieser unwirtlichen Region angepasst. Dies sind zum einem Mäusearten und Spinnen, zum anderen Geckos und die in den Wüsten heimischen Skorpione.

Einen besonderen Organismus bilden die Korallenriffe in den Küstengewässern vor der Halbinsel, die zu den größten lebenden Organismen der Erde zählen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung des Landes ist in besonderer Weise von islamischen und altarabischen Traditionen geprägt. Vieh züchtende Beduinen leben als umherziehende Nomaden in den Wüsten und Halbwüsten und ihre Zelte stehen nur für kurze Zeit am gleichen Ort. Durch die Erdölfunde ist parallel zu dieser traditionellen Lebensweise in der Wüste ein Teil der Bevölkerung sesshaft geworden. Dieser lebt unter anderen in den Städten Doha (339 900 Einwohner im Großraum), Ar-Rayyan (272 900 Einwohner, Großraum), Al-Wakrah (31 500 Einwohner, Großraum) und Umm Salal (31 600 Einwohner, Großraum).

Insgesamt hat das Emirat 863 000 Einwohner. Die Bevölkerung ist sehr heterogen: Während 40 % der Katarer arabischer Abstammung sind, besitzen 18 % pakistanische und ebenso viele indische Wurzeln. Eine weitere große Minderheit stellen mit rund einem Zehntel der Gesamtbevölkerung die Iraner dar. Offizielle Landessprache ist Arabisch, Englisch ist aber als Zweitsprache sehr verbreitet. Staatsreligion ist der sunnitische Islam, dem knapp 93 % der Bevölkerung anhängen; etwa 6 % sind Christen.

Das katarische Schulsystem ist britischer Prägung; es herrscht für Mädchen wie Jungen Schulpflicht. Über 82 % der Bevölkerung können lesen und schreiben; der Staat bemüht sich unter anderem durch die Gewährung von Studienstipendien für ausländische Universitäten um die Ausbildung seiner Bevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt knapp 74 Jahre, das Bevölkerungswachstum liegt, auch auf Grund der hohen Immigrationsquote, bei 3,1 %.

Politisches System

Katar ist gemäß der Verfassung von 2005 eine konstituionelle Monarchie. Regierungschef, Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutive und Legislative ist der Emir (Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, seit Juni 2013).

Die beratende Versammlung (Madschis al-Schura) besteht aus 35 vom Emir ernannten Mitgliedern. In Zukunft soll ein Parlament eingerichtet werden, von dessen 45 Abgeordneten nur noch 15 ernannt, die übrigen 30 für vier Jahre vom Volk gewählt werden. Aktives und passives Wahlrecht soll dann auch für Frauen bestehen. Es existieren keine Parteien oder Gewerkschaften. Die Verfassung sichert der Bevölkerung aber Rechte wie Rede- und Versammlungsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz sowie freie Religionsausübung.

Das Rechtssystem basiert auf dem Rechtsspruch des Emirs. Parallel dazu gibt es einen festgelegten Regelcodex, im Zivilrecht gilt das islamische Recht.

Der zentral verwaltete Staat ist in sieben Gemeinden (baladiyya) aufgeteilt.

Wirtschaft

Katar gehört zu den reichsten Ländern der Welt. Wichtigste und einzige nennenswerte Exportgüter des Landes sind Erdöl und Erdgas. Sie tragen 58 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Nur 0,5 % der Bevölkerung gelten als arbeitslos.

Auf Grund der Trockenheit und schlechten Böden kann die Landwirtschaft nur 0,1 % zum BIP beitragen; diese werden vor allem durch Obst- und Gemüseanbau erwirtschaftet, außerdem gibt es Milch- und Fleischvieh- sowie Geflügelzuchten. Im Persischen Golf wird Fischfang betrieben.

Neben den reichhaltigen Erdölvorkommen - die Vorkommen reichen vermutlich noch bis 2060 - ist das Land im Besitz der weltweit drittgrößten Erdgasfelder. Der größte Schwerindustriekomplex des Landes mit Erdölraffinerie, Erdgasaufbereitung, einem Stahlwerk sowie Werft, Zement- und Düngemittelproduktion befindet sich in Umm Said, das umfangreiche Hafenanlagen besitzt. Der Emir bemüht sich, auf längere Sicht die Wirtschaft zu diversifizieren und die Entwicklung nicht erdölbezogener Industrien voranzutreiben. Zusätzlich wird intensiv nach neuen küstennahen Ölfeldern gesucht.

Eines der Hauptprobleme des Landes ist der Mangel an Süßwasservorräten. Industrielle Großanlagen entsalzen daher Meerwasser und machen es nutzbar. Lebensmittel müssen fast vollständig (aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Japan) importiert werden. Der größte Abnehmer katarischer Produkte ist Japan mit 28 %, gefolgt von Südkorea und Indien.

Der internationale Flughafen liegt in der Hauptstadt Doha.

Währung ist der katarische Rial.


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Daulat al-Qatar
Amtssprache

Arabisch

Hauptstadt

Doha

Staatsform traditionelle Erbmonarchie
Fläche 11.437 km²
Einwohner 800.000
Währung katarische Rial
Zeitzone UTC+3
KFZ-Kennzeichen Q
Internet-TLD .qa
Telefonvorwahl 00974