Kolumbien (Wirtschaft)
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Seit etwa 20 Jahren beherrscht die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität das Tagesgeschehen in Kolumbien. Nach einem Gesetz zur Enteignung von Drogenbesitz, das 1996 verabschiedet wurde, können Angehörige von inhaftierten Drogenbossen enteignet und kolumbianische Staatsangehörige ans Ausland, faktisch an die USA, ausgeliefert werden. Die illegale Produktion und der Handel von Marihuana und Kokain übersteigt nach Schätzungen mit bis zu 5 Milliarden US-Dollar den Wert der legalen Exporte. Insbesondere die Kokainkartelle von Medellin und Cali haben auch nach Verhaftungswellen weiterhin großen Einfluss auf Politik, Verwaltung und Wirtschaft des Andenstaates.
Die Grundausrichtung der Wirtschaftsordnung ist neoliberal-marktwirtschaftlich, ausländische Investitionen sind zumeist genehmigungsfrei. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet 55 %, die Industrie 32 % und die Landwirtschaft 13 % des Bruttoinlandsproduktes. In den vergangenen zwei Jahren konnte trotz der anhaltenden bewaffneten Auseinandersetzungen ein Wirtschaftswachstum von 3,6 % erzielt werden.
Im Bereich der Industrieproduktion überwiegen die chemische und Textilindustrie, der Fahrzeugbau und die Pharmazie, im Agrarsektor sind es der Anbau von Kaffee, Kakaobohnen, Bananen, Blumen, Zuckerrohr, Mais und Gemüse. Auch die Viehzucht spielt eine wichtige Rollen. Der Abbau von Bodenschätzen ist ebenfalls bedeutsam für die Wirtschaft des Landes. Neben Erdöl und Erdgas besitzt Kolumbien große Steinkohlevorkommen, die insbesondere auf der Halbinsel La Guajira abgebaut werden. Im Bereich der Smaragdförderung nimmt Kolumbien die Spitzenstellung weltweit ein, zudem werden die Edelmetalle Gold, Silber und Platin, aber auch Eisen-, Nickel-, Kupfer- und Steinsalze gefördert.
Die legalen Exporte - Rohöl, Kaffee, Kohle, Bananen und Schnittblumen - gehen vor allem in die USA. Importiert werden Maschinen, Chemieprodukte, Metalle, Halbfertigwaren und Verbrauchsgüter aus den Vereinigten Staaten sowie aus anderen süd- und mittelamerikanischen Ländern, Japan und Deutschland.
Trotz der politisch schwierigen Situation besuchen jährlich über eine Million Auslandsgäste das Land und machen damit den Fremdenverkehr zu einem wichtigen Devisenbeschaffer. Insbesondere die Karibikküste und die präkolumbianischen Stätten im Hochland sind dabei Hauptziele.
Wichtigste Binnenwasserstraße des Landes ist der auf 1 500 km schiffbare Rio Magdalena, wichtigste Seehäfen sind am Pazifik Buenaventura, an der Karibikküste Barranquilla, Cartagena, Santa Marta und Puerto Bolívar. Von den insgesamt rund 113 000 Straßenkilometern sind lediglich 26 000 asphaltiert. Internationale Flughäfen befinden sich in Bogotá, Medellín, Cali, Barranquilla, Cartagena und auf der Isla San Andrés.
Währung ist der kolumbianische Peso (= 100 Centavos).