Kuba

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    Geographie

    Die Republik Kuba (República de Cuba) liegt am Eingang des Golfs von Mexiko östlich von Mittelamerika im Karibischen Meer. Das Staatsgebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 110 861 km² und besteht aus der Hauptinsel Kuba, der größten der Antilleninseln, und rund 1 600 weiteren kleinen Inseln und Korallenriffen, die fast alle unbewohnt sind. Vom nordamerikanischen Festland ist Kuba durch die rund 170 km breite Floridastraße getrennt.

    Die Hauptinsel Kuba erstreckt sich über eine Länge von rund 1 200 km und ist bis zu 200 km breit. Hügel und Ebenen nehmen rund zwei Drittel der Landesfläche ein. Gebirgszüge finden sich im äußersten Osten, im Westen (Sierra Guaniguanico bis knapp 700 m) und im Südosten. Hier steht das Faltengebirge der Sierra Maestra mit der höchsten Erhebung des Landes, dem Pik Turquino mit 1 994 m. Weitere Gebirgszüge sind die Sierra del Cristál im Nordosten der Sierra Maestra und das Baracoagebirge. In Zentralkuba liegt das Karstgebirge Sierra del Escambray mit Höhen bis zu 1 150 m.

    Die Küstenlinie ist rund 6 000 km lang und durch zahlreiche Buchten stark zerklüftet. Sämtliche vor der Hauptinsel liegenden Inseln und Riffe bestehen aus Korallenkalk. Havanna (La Habana), die Hauptstadt Kubas, liegt an der Nordwestküste der Insel.

    Klima

    Kuba liegt im randtropischen Bereich und hat ein wechselfeuchtes Klima mit geringen jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. In der Hauptstadt Havanna werden im Januar 22 °C, im Juli 28 °C im Durchschnitt gemessen. Die Trockenzeit dauert von November bis Mai, ein Großteil der Niederschläge fallen in den Monaten Juni bis Oktober. Im Landesdurchschnitt betragen die Niederschläge zwischen 1 000 mm und 1 500 mm. Zwischen Juni und November können Wirbelstürme (Hurrikane) auftreten, die vor allem in den Küstenregionen schwere Schäden anrichten.

    Flora und Fauna

    Zur ursprünglichen Vegetation auf Kuba gehörten umfangreiche regengrüne Feuchtwälder, Savannen und Mischwälder, die durch Abholzung für die landwirtschaftliche Nutzung (vor allem das Anlegen großer Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen) und für den Schiffsbau weitgehend zerstört wurden. Dennoch ist die Vegetation auf Kuba sehr üppig mit an die 8 000 Pflanzenarten (unter ihnen rund 700 verschiedene Orchideen). An den Küsten finden sich Mangroven, im Landesinneren die bis zu 40 m hohe Königspalme, eine von rund 300 auf der Insel vorkommenden Palmenarten. Vereinzelt finden sich noch Kiefern-Eichen-Wälder und Reste immergrünen Regenwaldes an den unzugänglichen Berghängen der Sierren im Süden des Landes. Bei den Waldbeständen zeigen Aufforstungsmaßnahmen erste Erfolge. Typisch für die heutige kubanische Vegetation sind vor allem früchtetragende Bäume (Zitronen, Orangen, Grapefruit, Papaya, Mango usw.).

    Von der Fauna der Insel ist vor allem die Vogelwelt sehr artenreich, die Zahl der Arten wird auf rund 300 geschätzt. Neben vielen Zugvögeln gehören dazu die Kuba-Amazone, der Kuba-Sittich und der Aura Tiñosa, eine besondere Geierart. In den fischreichen Küstengewässern leben zahlreiche Speisefische und über 30 verschiedene Haiarten. An Reptilien finden sich vor allem Kaimane, Leguane und Schlangen; Krokodile werden auf staatlichen Tierfarmen gezüchtet.

    Bevölkerung

    Kuba hat rund 11,35 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus knapp 51 % Mulatten, 37 % Weißen und rund 11 % Schwarzen, die von ehemaligen Sklaven abstammen. Die ursprüngliche indianische Bevölkerung wurde weitestgehend vertrieben bzw. ging an von den Kolonialisten eingeschleppten Krankheiten zugrunde. Kleinere Minderheiten bilden Philippinen und Chinesen, die im 19. Jahrhundert einwanderten. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben in den Städten, in der Hauptstadt Havanna etwa 2,21 Millionen Menschen, weitere Städte sind Santiago de Cuba mit über einer halben Million Einwohnern und Camagüey mit rund 305 000 Einwohnern. In den USA, vor allem im Bundesstaat Florida, lebt eine Million Exilkubaner (geschätzt).

    Die Alphabetisierungsquote befindet sich mit 97 % auf einem hohen Stand für ein Dritte-Welt-Land, was am Bildungsprogramm der kubanischen Regierung liegt. Auch die Lebenserwartung ist vergleichsweise hoch (Frauen 80 Jahre, Männer 75 Jahre), da die medizinische Versorgung weitgehend kostenlos ist. Das Bevölkerungswachstum liegt quasi bei Null.

    Heute gilt über die Hälfte der Kubaner als konfessionslos, während der Anteil an Christen auf rund 43 % geschätzt wird (seit 1976 herrscht Religionsfreiheit). Amtssprache in Kuba ist Spanisch.

    Politisches System

    Laut Verfassung von 1976 ist Kuba ein sozialistischer Einparteienstaat mit der Kommunistischen Partei als einziger legaler politischer Partei. 2002 wurde der Sozialismus als "unwiderruflich" in der Verfassung verankert. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Staatspräsident (seit Juli 2006 Raúl Castro, der Bruder Fidel Castros; gewählt wurde er erstmals im Januar 2008).

    Die Nationalversammlung der Volksmacht (Asemblea Nacional del Poder Popular) hat 612 Mitglieder, die für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt werden. Die Abgeordneten wählen die 31 Mitglieder des Staatsrates (oberstes Staatsorgan und de facto Legislativorgan) und bestimmen gemeinsam mit diesem die Mitglieder des Ministerrats (oberstes Exekutivorgan, 33 Mitglieder).

    Das Rechtssystem setzt sich aus spanischem und US-amerikanischem Recht in Verbindung mit kommunistischen Regelungen zusammen.

    Kuba ist in 15 Provinzen und die "Spezialprovinz" Isla de la Juventud gegliedert.

    Wirtschaft

    Seit der Revolution 1959 wird auf Kuba eine sozialistisch ausgerichtete Planwirtschaft betrieben, ohne dass es dem Land gelungen wäre, sich von der Struktur der Kolonialwirtschaft (Monokulturen) ganz zu lösen. Durch den Zerfall des Ostblocks und den damit verbundenen Ausfall des wichtigsten Handelspartners Sowjetunion und dessen massiver wirtschaftlicher Unterstützung geriet die kubanische Wirtschaft zu Beginn der 1990er Jahre in eine schwere Krise. Erschwerend kommt das von den USA gegen Kuba verhängte Handelsembargo dazu, das trotz nachhaltiger Proteste der Vereinten Nationen nach wie vor in Kraft ist. Als 1994 zusätzlich die russischen Erdöllieferungen wegfielen, wurden drastische Reduzierungen des Energieverbrauchs notwendig. Die kubanische Regierung rief bereits 1991 eine "Spezialperiode" mit extremen Sparmaßnahmen und einer Stärkung der Selbstversorgung aus. Auch bemühte sich der damalige Staatschef Fidel Castro um eine Wiedereingliederung Kubas in den Weltmarkt und ließ vermehrt Investitionen ausländischer Firmen im Land zu. Auch die Zulassung mittelständischer Betriebe auf selbstständiger Basis gehört zu den Maßnahmen, mit denen die kubanische Wirtschaft gestärkt werden soll. Ein Übergang zur Marktwirtschaft und zu mehr Privateigentum wird jedoch abgelehnt.

    Ca. 25 % aller Erwerbstätigen Kubas arbeiten in der Landwirtschaft. Der Export von Zuckerrohr bzw. Zuckerrohrprodukten ging zurück. Angebaut werden außerdem Kaffee, Tabak (Export der weltberühmten Havannas), Gemüse, Reis und Zitrusfrüchte. Die Fischerei spielt bei der Deckung des Nahrungsmittelbedarfs der Bevölkerung eine große Rolle.

    Dienstleistungen sind heute der wichtigste Wirtschaftssektor Kubas, unter anderem der Export von medizinischen Leistungen. Als Haupteinnahmequelle für Devisen hat seit Mitte der 1990er Jahre der Tourismus die Zuckerrohrindustrie auf den zweiten Platz verwiesen. Der Ausbau der Tourismusindustrie wird von der Regierung stark vorangetrieben. Auch die Überweisungen von im Exil lebenden Kubanern an ihre Angehörigen sind von großer Bedeutung.

    In der Industrie sind Nahrungsmittel verarbeitende Betriebe und die Herstellung von chemischen Produkten und Textilien von größter Bedeutung. Der Energiebedarf muss zu drei Vierteln durch Erdölimporte gedeckt werden. Kuba verfügt über umfangreiche Bodenschätze wie Nickel, Kobalt, Mangan, Chrom und Kupfer. Exportiert wird vorrangig nach Venezuela, China und Kanada; importiert werden neben Brennstoffen Lebensmittel und Maschinen aus Spanien, Venezuela und China.

    Das veraltete Verkehrsnetz wurde 2006 zu einem der Hauptinvestitionsschwerpunkte erklärt. Es gibt zwölf internationale Flughäfen.

    Währung ist der kubanische Peso (CUP) und der konvertible Peso (CUC).


    Fl kuba.jpg Wappen kuba.svg
    República de Cuba
    Amtssprache

    Spanisch

    Hauptstadt

    Havanna

    Staatsform Sozialistischer Einparteienstaat
    Fläche 110.861 km²
    Einwohner 11.350.000
    Währung kubanischer Peso (CUP) und konvertibler Peso (CUC)
    Zeitzone UTC -5, Sommerzeit UTC-4
    KFZ-Kennzeichen C
    Internet-TLD .cu
    Telefonvorwahl 0053