Lettland

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Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Republik Lettland liegt im Nordosten Europas auf dem Baltikum und ist mit einer Fläche von 64 600 km² etwa drei Viertel so groß wie Österreich. Im Norden hat das Land Grenzen mit Estland, im Osten mit Russland, im Süden mit Weißrussland und mit Litauen. Im Norden (Rigaer Meerbusen) und Westen grenzt das Land an die Ostsee|Ostsee.

Lettland stellt den Nordwesten der Osteuropäischen Tiefebene dar, charakteristisch ist hügeliges Tiefland mit weiten, fruchtbaren Ebenen. Mehr als die Hälfte der gesamten Staatsfläche liegt weniger als 100 m über dem Meeresspiegel. Auf der flachen Halbinsel Kurland (Kurzeme) im Westen des Landes erhebt sich ein bis maximal 184 m hoher Endmoränenzug (Kurländische Schweiz). Im Osten Lettlands liegt auf einem zum Baltischen Landrücken gehörenden Endmoränenzug der höchste Punkt des Landes, der Gaising mit 311 m. Die Semgaller Ebene reicht von der Grenze Litauens im Süden des Landes bis zum Rigaer Meerbusen.

Ein dichtes Netz aus Flüssen und kleinen Seen durchzieht das Land. Von den rund 3 000 Seen ist der Lubahnsee (Lubãnas) mit etwa 80 km² der größte. Seine durchschnittliche Tiefe liegt bei 40 cm, so dass sich bei anhaltender Trockenheit die Größe des Sees verkleinert. Längster Fluss ist die Düna (Daugava), die in Russland entspringt und auf einer Länge von 357 km Lettland durchfließt, bevor sie in der Nähe der Hauptstadt Riga in den Rigaer Meerbusen mündet.

Klima

Lettland liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone. Die mittleren Januartemperaturen in der Hauptstadt Riga im Norden des Landes liegen bei -4 °C, die durchschnittlichen Julitemperaturen bei 17 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge wird mit 570 mm angegeben, in den etwas höher gelegenen Gebieten werden auch bis zu 800 mm erreicht.

Flora und Fauna

Rund 40 % der Landesfläche sind bewaldet, am häufigsten kommen Kiefern, Fichten und Birken vor, aber auch Tanne, Weißerle und Aspe. Rund 10 % der Landesfläche werden von Sümpfen und Mooren eingenommen.

In den Schutzgebieten Lettlands kommen noch Tierarten vor, die als bedroht gelten, dazu gehören unter anderem Luchs, Braunbär und Elch; an den Ufern der vielen Seen leben Biber und Waschbär. In den Nadel- und Laubwäldern leben unter anderem Wolf, Fuchs, Schneehase, Auer- und Haselhuhn, Marder und Hermelin sowie größere Bestände an Rot- und Schwarzwild. Die Vogelwelt ist artenreich, der häufig vorkommende Weißstorch ist Lettlands Nationalvogel.

Bevölkerung

In Lettland leben rund 2,35 Millionen Menschen, 60 % von ihnen in Städten. Die Hauptstadt Riga ist mit rund 745 000 Einwohnern die größte Stadt des Landes, mit großem Abstand folgen Dünaburg (Daugavpils) mit 113 000 und Libau (Liepãja) mit 87 500 Einwohnern.

Rund 58 % der Bevölkerung sind Letten, Russen bilden mit knapp 30 % die größte Minderheit. Weitere Minderheiten sind Weißrussen (4,0 %), Ukrainer (2,7 %), Polen (2,5 %) und Litauer. Einzige Amtssprache ist Lettisch.

Die gläubigen Letten gehören zu 38 % der Evangelisch-Lutherischen Kirche an, daneben gibt es die Römisch-Katholische mit 35 % und die Russisch-Orthodoxe Kirche mit 15 % und die Jüdische Synagogengemeinde.

Das Gesundheits- und Bildungswesen ist gut ausgebaut. Die Lebenserwartung für Frauen liegt in Lettland bei 77, für Männer bei 66 Jahren. Die Bevölkerung verringert sich jedes Jahr um durchschnittlich 0,7 %, da in Lettland eine relativ starke Abwanderung und eine geringe Geburtenrate zusammenkommen. Die Alphabetisierung ist praktisch umfassend; über 70 % der Erwachsenen haben den Abschluss einer mittleren oder höheren Schule.

Politisches System

Lettland ist - gemäß der derzeit gültigen Verfassung von 1922, die seit 1993 wieder in Kraft ist - eine parlamentarische Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der für eine Amtszeit von vier Jahren vom Parlament gewählt wird (seit Juli 2011 Andris Berzins). Die Exekutive wird vom Ministerrat unter Führung des Ministerpräsidenten ausgeübt (seit März 2009 Valdis Dombrovskis). Die Minister werden auf Vorschlag des Premiers durch die Volksversammlung ernannt.

Die Legislative liegt beim Parlament (Saeima), dessen 100 Mitglieder für vier Jahre direkt gewählt werden.

Lettland ist in 109 Gemeinden und neun Städte gegliedert.

Wirtschaft

Mittelalterliche Befestigungsanlage in Riga

Die lettische Wirtschaft hat die Wirtschafts- und Finanzkrise überwunden. Die Wirtschaftsleistung ist seit 2010 wieder stetig gewachsen. 2012 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,6 %. Die Arbeitslosenquote sank 2012 von zwischenzeitlich 21 % wieder auf knapp 15 %. Am 1. Januar 2014 wurde der Euro eingeführt.

Die Landwirtschaft beschäftigt rund 8 % aller Erwerbstätigen, erwirtschaftet aber nur etwa 4 % des BIP. Hauptanbauprodukte sind Kartoffeln, Getreide, Zuckerrüben und Gemüse. Bei der Viehwirtschaft dominiert die Milch- und Mastviehhaltung sowie die Schweinezucht. Sowohl Fischerei als auch Holzwirtschaft spielen eine bedeutende Rolle.

Wichtigste Industriezweige sind der Maschinen- und Motorenbau und die Elektroindustrie, weiter sind Nahrungsmittel und Holz verarbeitende Betriebe von Bedeutung. Lettland verfügt über nur sehr wenige Bodenschätze (Torf, Kalkstein, Ton). Nur rund die Hälfte der insgesamt benötigten Energie kann durch die lettischen Wasser- und Wärmekraftwerke gedeckt werden.

Rohstoffe und Nahrungsmittel gehören zu den wichtigsten Exportgütern, eingeführt werden vor vor allem Erdöl, Nahrungsmittel und Chemieprodukte. Importe stammen aus Litauen, aber zu einem großen Teil auch aus Deutschland. Exportiert wird überwiegend nach Russland, Litauen und Estland.

Das Straßennetz umfasst rund 60 000 km, an Schienen stehen 2 300 km zur Verfügung. Wichtigste Seehäfen sind Riga, Liepāja und Ventspils. Der Flughafen in Riga ist der wichtigste der drei Flughäfen des Landes.

Währung ist der Euro.


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Latvijas Republika
Amtssprache

Lettisch

Hauptstadt

Riga

Staatsform Republik
Fläche 64.600 km²
Einwohner 2.350.000
Währung Euro
Zeitzone UTC+2 (EET)

UTC+3 EEST (März - Oktober)

KFZ-Kennzeichen LV
Internet-TLD .lv
Telefonvorwahl 00371