Luxemburg Geschichte

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    Anfänge

    Das Gebiet des heutigen Großherzogtums Luxemburg war vor der Eroberung durch römische Truppen (ca. 50 n.Chr.) von keltischen Stämmen besiedelt. Im 9. Jh. gehörte das Gebiet zum Ostfränkischen Reich, aus dem später das Deutsche Reich entstand.

    Gründung der Luxemburgischen Dynastie

    Gründer der Dynastie des Hauses Luxemburg war Graf Siegfried, der im Jahr 963 die Burg "Lucilinburhuc" über dem Fluss Alzette errichtete, wo heute die Hauptstadt Luxemburg liegt.

    Das Geschlecht der Luxemburger stieg in den folgenden Jahrhunderten zu einem mächtigen Adelsgeschlecht auf und konnte seine Besitztümer erweitern. Im 14. und 15. Jh. stellte das Haus mehrere deutsche Könige und Kaiser. Kaiser Karl IV. (1346 bis 1378) erhob sein Stammland im Jahr 1354 zum Herzogtum.

    Wechselnde Fremdherrschaft

    Nachdem die Dynastie der Luxemburger mit Kaiser Sigismund 1437 endete, kam das Gebiet an die Herzöge von Burgund. Ab 1477 wurde das Burgunderreich vom Haus Habsburg übernommen, das sich 1556 in eine spanische und eine österreichische Linie aufspaltete. Luxemburg fiel an König Philipp II. von Spanien.

    Im 17. Jh. fiel Luxemburg mehrmals in die Hände des absolutistischen Frankreichs. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekrieges (Friede von Rastatt 1714) hatten erneut die österreichischen Habsburger die Herrschaft inne. Von 1794 bis 1814 regierte erneut Frankreich über das Gebiet des heutigen Luxemburg.

    Nach den napoleonischen Kriegen wurde auf dem "Wiener Kongress" (1814/15) Europa neu geordnet. Das Großherzogtum Luxemburg wurde geschaffen und an das ebenfalls neugegründete "Königreich der Vereinigten Niederlande" in Personalunion angegliedert. Das bedeutete, dass der niederländische Regent gleichzeitig Großherzog von Luxemburg war. Gleichzeitig trat das Großherzogtum dem "Deutschen Bund" bei, und die Stadt Luxemburg wurde Bundesfestung mit preußischer Besatzung. 1831 löste sich Belgien aus dem Königreich der Großniederlande und wurde unabhängig, dadurch verlor Luxemburg seinen größeren, wallonischen Teil im Westen an das neue Königreich.

    Die Unabhängigkeit des Großherzogtums

    1866 löste sich der "Deutsche Bund" auf, worauf der niederländische Regent Wilhelm III. das Großherzogtum an Frankreich verkaufen wollte. Sowohl das niederländische Parlament als auch Preußen, das Luxemburg als Teil eines zukünftigen deutschen Nationalstaates sah, lehnten dieses Vorhaben entschieden ab. Durch den "Londoner Vertrag" von 1867 erlangte das Großherzogtum die Unabhängigkeit, verpflichtete sich im Gegenzug aber zur immerwährenden Neutralität. Auch blieb die Personalunion zu den Niederlanden zunächst weiter bestehen. 1868 erhielt Luxemburg eine parlamentarische Verfassung, die im wesentlichen bis heute Gültigkeit hat.

    1890 verstarb der niederländische Regent Wilhelm III. ohne männlichen Nachkommen, und durch die damaligen Bestimmungen des Erbrechts in Luxemburg, das keine weibliche Thronfolge zuließ, verlor das Königshaus die Ansprüche auf Luxemburg. Neuer Großherzog wurde Adolf von Nassau und Oranien (bis 1912).

    Im Ersten Weltkrieg wurde Luxemburg trotz seines neutralen Status von deutschen Truppen besetzt. 1918 sprach sich das Parlament für einen Fortbestand des Großherzogtums und gegen einen Anschluss an Belgien, wie er von verschiedenen Parteien gefordert wurde, aus. Ein Jahr später ergab eine Volkszählung eine überwältigende Mehrheit für das Fortbestehen der Konstitutionellen Monarchie als Staatsform (rund 66 000 stimmten dafür, etwa 16 000 für eine Republik).

    Luxemburg nach dem Zweiten Weltkrieg

    Auch im Zweiten Weltkrieg besetzten deutsche Truppen das Großherzogtum. Nach dem Ende des Krieges gab das Land den Status der immerwährenden Neutralität auf und gehörte 1949 zu den Gründungsmitgliedern des westlichen Verteidigungsbündnisses NATO (North Atlantic Treaty Organization).

    1958 schlossen die Länder Belgien, Niederlande und Luxemburg den Staatsvertrag der BENELUX-Länder als Grundlage für eine Handels- und Zollunion. Ein Jahr zuvor hatte das Großherzogtum die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mitbegründet. Die Stadt Luxemburg wurde offizieller Sitz des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Die Verankerung des kleinen Staates in das Nordatlantische Verteidigungsbündnis und in die Europäische Gemeinschaft wurde von allen Regierungen einheitlich unterstützt.

    1997 war das schuldenfreie Luxemburg das erste EU-Land, das alle Kriterien für den Beitritt zur Europäischen Währungsunion erfüllte. Im Oktober 2000 übernahm Henri II. von Luxemburg offiziell das Amt des Staatsoberhauptes von seinem Vater Jean I. und wurde neuer Monarch des Großherzogtums. Die entsprechende Feierlichkeit wurde im April 2001 abgehalten.


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