Machu Picchu - die vergessene Stadt der Inka

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    Ein Besuch der weltbekannten Ruinenstadt gehört zu den Höhepunkten jeder Peru-Reise und bleibt den Besuchern unvergessen. Machu Picchu bedeutet Alter Gipfel und ist UNESCO-Weltkulturerbe seit 1983. Die Inkas erbauten die Stadt im 15. Jahrhundert auf einem Bergrücken zwischen den Gipfeln des gleichnamigen Berges Machu Picchu und des Huayna Picchu (Junger Berg) über dem Urubambatal auf 2.400 m Höhe.

    Die Geschichte von Machu Picchu

    Einer Theorie zufolge wurde die Stadt um 1450 im Goldenen Zeitalter der Inka erbaut unter dem Inka-Herrscher Pachacútec Yupanqui, der die Ausdehnung des mächtigen Inkareiches vorantrieb und den Kult um den Sonnengott Inti einführte. Die Erbauung von Machu Picchu gehört zu den größten Leistungen der Inkas. Zum Brechen der Granitsteine wurden Löcher in den Fels getrieben und darin Holzkeile eingesetzt, die man mit Wasser tränkte und zum Quellen brachte, bis sie den Stein sprengten. Für Regelmauerwerk vorgesehene Blöcke schliff man mit feuchtem Sand glatt.

    Bis heute konnte das Rätsel um Machu Picchu nicht eindeutig gelöst werden. Wegen der relativ geringen Größe der Anlage wird vermutet, dass es sich weniger um eine Wohnstadt als um ein religiöses Heiligtum und astronomisches Zentrum handelte. Die Stadt besaß außerdem landwirtschaftliche Bedeutung und umfasste über 200 steinerne Bauten, die auf Terrassen gelegen und mit einem Treppensystem verbunden waren. Erstaunlich ist, dass die Terrassen mit Wasserablauf-Öffnungen genau so erhalten blieben wie die Kanalverbindung zur außerhalb der Stadt gelegenen Wasserquellen. Man geht heute davon aus, dass die Stadt in ihrer Blütezeit bis zu 1.000 Menschen beherbergen und versorgen konnte.

    Die Entdeckung durch Hiram Bingham

    Als offizieller Zeitpunkt für die Wiederentdeckung der verlorenen Stadt wird das Jahr 1911 genannt, jedoch war die Legende der sagenhaften Inka-Stadt lange vorher verschiedenen Personengruppen bekannt. Im Juli 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Yale University unter der Leitung von Hiram Bingham durch Zufall wiederentdeckt und in den Folgejahren freigelegt. Bingham war zuerst fest überzeugt, die geheimnisvolle Stadt Vilcabamba entdeckt zu haben, das letzte Versteck der Inkas nachdem der Spanier Pizarro im Jahr 1536 Cusco einnahm. Doch tatsächlich hatte er Machu Picchu entdeckt, die vor dem Zugriff der spanischen Eroberer bewahrt blieb.

    Viele Rätsel blieben bis heute ungelöst. Vielmehr existieren zu jeder Frage unterschiedliche Theorien und Interpretationen und Machu Picchu gehört zu den größten Mysterien der archäologischen Welt.

    Rundgang durch Machu Picchu

    Die Anlage lässt sich in gut zwei Stunden bequem erkunden, aber natürlich kann man auch einen oder sogar mehrere Tage an diesem außergewöhnlichen Ort verbringen. Teile der Stadt und die für die Landwirtschaft genutzten Terrassen liegen am Fuße des Alten Gipfels. Um den klassischen und schönsten Überblick über die Anlage mit dem eindrucksvollen Huayne Picchu im Hintergrund zu genießen folgt man dem Pfad zur Hütte des Verwalters vom Grabfelsen. Unterhalb des Friedhofs betritt man den eigentlichen Stadtbereich durch das Huaca Punku Tor.

    Markanteste Ruine ist der seines halbrunden Turmes wegen Torreón genannte Bau. Da durch ein Fenster zur Wintersonnenwende das Licht der aufgehenden Sonne auf die Mitte des Raumes fällt wird auch vermutet, dass die Inka Astronomen den Turm als Kalender genutzt haben.

    Wer nach der Besichtigung der Anlage genügend Zeit und Energie aufbringt kann den Aufstieg zum Huayna Picchu in Angriff nehmen. Der anstrengende Aufstieg zum 2.700 m hohen Gipfel wird belohnt von dem atemberaubenden Ausblick über die Ruinenanlage, deren Terrassen und dem Tal des Urubamba.

    Touristen-Ansturm gefährdet das Weltwunder

    Täglich besuchen circa 2.500 Personen die Sehenswürdigkeit, wobei viele dieser Besucher die Anlage mit dem Zug von Cusco aus im Rahmen eines Tagesausflugs erkunden.

    Die zweistündige teure Zugfahrt endet in Aguas Calientes. Die letzten Kilometer legt man mit Kleinbussen nach Machu Picchu zurück. Aguas Calientes dient lediglich als überteuerter Ausgangspunkt oder leider oft unvermeidbarer Übernachtungsort ohne Flair. Die hohen Besucherzahlen werden als bedenklich eingestuft da die Stätte permanent Schaden nimmt. Die peruanische Regierung versucht daher die Masse der Besucherströme über den Preis zu regulieren. Die UNESCO wiederum wehrt sich vehement gegen den geplanten Bau einer Seilbahn von Aguas Calientes hinauf nach Machu Picchu, da dadurch der Touristenstrom weiter ansteigen würde.

    Der Inka-Trail

    Für die meisten Touristen ist Machu Picchu und ganz besonders der Weg dorthin ein wichtiger Baustein ihrer Peru Reise. Der klassische "Inka-Trail" und verschiedene alternativ Touren vereinen in einer 3 bis 5-tägigen Wanderung Kunstgenuss, Naturerlebnis und sportliche Herausforderung. Um die Begleiterscheinungen dieses Trekking-Tourismus in Grenzen zu halten wurde mit 500 Personen pro Tag ein Besucherlimit eingeführt, das oft über Monate im Voraus ausgebucht ist. Wer daher nicht den klassischen Inka-Trail gehen will oder kann, erlebt mit dem Salcantay Trail, Lares Trekk, Vilcamba Traverse Route oder dem Chaski Trail wunderbare Alternativen, um einen Teil der Anden und ihre Bewohner kennen zu lernen und sich auf das Erlebnis Machu Picchu einzustimmen.

    Die beste Reisezeit zum Machu Picchu

    Hochsaison ist der peruanische Winter, also von Mitte Mai bis Anfang September, mit geringen Niederschlägen im Hochland mit meist sonnigem und warmem Wetter. Absoluter Massenbetrieb herrscht von Juni bis August. Daher unser Tipp: Für Kenner ist die Zwischensaison mit weniger Touristen und günstigeren Preisen die beste Reisezeit. Mehr Informationen zu Reisezeit, Impfungen, Höhenkrankheit und Zahlungsmittel finden Sie auf den Seiten des [ http://www.enchantingtravels.de/reiseziele/suedamerika/ Südamerikaspezialisten "Enchanting Travels"].