Reiseführer Marokko

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So fremd und doch so nah - nur die Straße von Gibraltar trennt die faszinierende Welt des Orients im „Al-Mamlaka al-Maghribijja“ („Königreich Marokko“) von Europa. Seine geografische Vielfalt macht das Land zu einem idealen und spannenden Reiseziel: Gebirge und fruchtbare Ebenen, wunderschöne Sandstrände und Ausläufer der Sahara.

Inhaltsverzeichnis

Sightseeing und Highlights

Tradition und Moderne in den Städten

Tor in Rabat

Rabat, heute Landeshauptstadt und Residenz des Königs, ist vor allem wegen seiner zahlreichen imposanten Tore einen Besuch wert. Besonders eindrucksvoll ist das Tor in der Kasbah Oudaias, dem schönsten Viertel der Stadt. Eine Besichtigung des 44 Meter hohen Tour Hassan, dem Minarett einer durch ein Erdbeben zerstörten Moschee aus dem 12. Jahrhundert, ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Auch den Königspalast, das Nationalmuseum und das Mausoleum Mohammeds V. Salé sollte man sich nicht entgehen lassen.

Marrakesch wurde 1062 gegründet und ist die zweitgrößte Stadt Marokkos. Ein Labyrinth aus engen Gassen, Palästen, Museen und Moscheen verleiht diesem Ort sein ganz besonderes Flair. Die Stadtparks werden noch heute von unterirdischen Bewässerungssystemen gespeist, die im 11. Jahrhundert angelegt wurden. Auf dem Djemma-el-Fna, dem "Platz der Geköpften", können Tänzer, Wahrsager und Märchenerzähler bewundert werden. Weitere Highlights dieser Stadt sind die Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert und die Saadier-Gräber. Richtig orientalisch geht es auf dem Kamelmarkt der Stadt zu.

Agadir ist die modernste Stadt Marokkos. Hier findet man Strände, Hotels und Ferienwohnungen. Aufgrund eines schweren Erdbebens im Jahr 1960 hat die Stadt kaum historische Bauwerke zu bieten. Lediglich die Kasbah-Ruine hat die Katastrophe überstanden. Allerdings ist Agadir ein günstiger Ausgangspunkt für Ausflüge nach Taroudant, Tiznit, Goulimine oder Marrakesch. Südlich der Stadt, im Anti-Atlas, befinden sich die Kasbahs von Tafraoute.

Spätestens seit dem gleichnamigen Film mit Humphrey Bogart aus dem Jahr 1942 ist Casablanca weltberühmt. Heute ist es die größte Stadt des Landes und wirtschaftliches Zentrum Marokkos. Zugleich verfügt Casablanca über einen der größten Häfen des Kontinents. Hauptattraktion der Stadt ist die Hassan-II.-Moschee. Nach der Moschee in Mekka ist sie die zweitgrößte der Welt, das imposante Minarett ist mit 210 Metern sogar das höchste. Ansonsten hat die Stadt wenig Historisches zu bieten. Die Unterhaltungsmöglichkeiten sind dafür umso zahlreicher.

Eine der sehenswertesten Städte des Landes ist Fès. Im 8. Jahrhundert gegründet, ist sie die wichtigste und älteste Königsstadt Marokkos mit vielen wunderschönen, historischen Baudenkmälern. Fès besteht aus zwei Teilen: der Altstadt Fès El Bali und dem neueren Teil Fès el Jédid. Zu den größten Attraktionen zählen der Place Nejjarine mit seinem Springbrunnen, die Er-Rsif-Moschee und natürlich der Königliche Palast. Beeindruckend ist auch die Architektur der mittelalterlichen Koranschule Bou Inania. Bei einer Marokkoreise darf natürlich auch der Besuch eines typisch orientalischen Marktes nicht fehlen. Der Markt von Fès ist einer der größten der Welt. Wer nicht soviel Trubel mag, kann auch den etwas kleineren, aber sehr schönen Markt Grand Socco in Tanger aufsuchen.

Historische Sehenswürdigkeiten außerhalb der Städte

Kasbahs von Ait Benhaddou

Bei einer Reise nach Marokko darf die Besichtigung der Kasbahs nicht fehlen. Hierbei handelt es sich um alte, ockerfarbene Wohnburgen aus Lehm und Sand. Eine der schönsten Kasbahs Marokkos ist die von Ait Benhaddou im Südosten des Landes. Dieser Ort diente schon zahlreichen Hollywood-Filmen, wie zum Beispiel „Gladiator“, als Kulisse. Die UNESCO hat ihn zum Weltkulturerbe erklärt.

Wer von den eindrucksvollen Kasbahs nicht genug bekommen kann, für den gibt es eine sehr schöne Route entlang des Flusses Dades. In diesem malerischen Tal reihen sich viele der eindrucksvollen Wohnburgen aneinander. Hier kann man auch ruhig einen kleinen Abstecher in die Dörfer links und rechts der Hauptstraße machen. Dort findet man teils sehr schöne und gut erhaltene Kasbahs, die von der Straße aus nicht zu sehen sind.

Der Süden Marokkos zeichnet sich vor allem durch seine eindrucksvolle Landschaft aus. Hier können Touristen noch die alten Brauchtümer und die Volkskunst der Marokkaner in ihrer ursprünglichen Form finden. In der Nähe der Stadt Midelt ist ein natürliches Amphitheater, das Cirque de Jaffar, zu bestaunen. Einen Besuch wert ist auch die Bibliothek in der Oase Tamergroute. In ihr werden die ältesten arabischen Manuskripte der Welt aufbewahrt. Besonders deutlich ist der Hauch des Orients in der Stadt Goulimine zu spüren. Dort wird an jedem Wochenende der Souk (Markt) der Blauen Tuareg abgehalten. Immer samstags findet außerdem der Kamelmarkt statt.

Urlaub aktiv

Wer nach den vielen historischen und kulturellen Highlights auch einmal eine sportliche Abwechslung braucht, ist in Marokko ebenfalls gut aufgehoben. Besonders für Wanderer und Mountainbiker gibt es im Hohen Atlas schöne Touren, mit guten Wegen, Hütten und auf Wunsch auch ausgebildeten Bergführern. Wer sein persönliches Urlaubsglück auf dem Rücken von Pferden sucht, findet in Marokko zahlreiche Reitclubs, die Ponytrekking im Mittleren Atlas oder lange Ritte am Sandstrand anbieten.

Wasserratten kommen in Marokko natürlich auch nicht zu kurz. Gute Badeorte sind Mohammedia, Agadir, El Jadida, Safi oder Essaouira. An der Atlantikküste kann das Wasser allerdings auch im Sommer recht kühl sein. Für Windsurfer und Wellenreiter bleiben an der Atlantikküste ebenfalls keine Wünsche offen. Zudem gibt es unter anderem in Rabat, Mohammedia, Tanger, Casablanca und Marrakesch zahlreiche Golfplätze.

Tradition und Kultur

Kulinarische Genüsse

Couscous

Für das leibliche Wohl der Urlauber - nach einer anstrengenden Sightseeing-Tour, sportlicher Betätigung oder einfach einem faulen Tag am Strand - ist in Marokko dank der vielseitigen orientalischen Küche bestens gesorgt. Das marokkanische Nationalgericht ist Couscous. Es hat Hirse oder gedämpften Weizengrieß zur Grundlage, dazu kommen Ei, Huhn, Lamm, Gemüse oder süße Gewürze.

Tajine, ein Fleischeintopf, der in einem speziellen Tontopf gegart wird, ist eine weitere leckere Spezialität. Davon gibt es verschiedene Variationen, wie zum Beispiel Hühnchen-Tajine oder Garnelen-Tajine. Als besondere Delikatesse gilt Bastilla, eine Pastete mit Taubenfleisch, Huhn oder Lamm, die aus vielen Schichten Teig und Mandelmasse besteht. Beliebt sind auch Harira, eine dickflüssige Suppe, und Besara (auch Tamarakt genannt), ein Brei aus Brechbohnen und Olivenöl, der vor allem am Vormittag gegessen wird. Zum Nachtisch wird oft Kab-el-Ghzal serviert, ein Mandelgebäck, oder süßer Couscous.

Begleitend zum Essen werden meist Wasser, Tee, Kaffee oder frisch gepresste Fruchtsäfte getrunken. Besonders für seinen Pfefferminztee (Atay) ist Marokko berühmt.

Generell sollte man bedenken, dass Marokkaner traditionell mit drei Fingern der rechten Hand essen. Beim Verzehr von Soßen oder kleinen Fleischstückchen nimmt man am besten Fladenbrot zu Hilfe.

Umgangsformen

Marokko Religion Islam

Mit 98,7 % gehört die überwiegende Mehrheit der Marokkaner dem Islam an, dementsprechend muslimisch geprägt sind auch die kulturellen Umgangsformen Marokkos. Zur Begrüßung gibt man sich die Hand. Um Respekt oder Freundlichkeit auszudrücken, führt man nach dem Handschlag die rechte Hand zum Mund oder zum Herzen. Gleiches gilt für die Verabschiedung. Die linke Hand gilt im Islam als unrein. Dementsprechend sollte man versuchen, so viele Tätigkeiten wie möglich mit der rechten Hand auszuführen und niemals jemandem mit der linken Hand Geld zu reichen, da dies als Beleidigung gilt.

Beste Reisezeit

Marokko

Im Nordwesten Marokkos sorgt mediterranes Klima mit trocken-heißen Sommern und milden, regenreichen Wintern für angenehmes Reisewetter. Das Landesinnere und der Süden sind dagegen zunehmend von kontinentalen Einflüssen geprägt, wobei der Hohe und Mittlere Atlas die Klimascheide bilden. Dort sind die Sommer mit teilweise bis zu 45°C sehr heiß und trocken, während die Temperaturen im Winter besonders in höheren Lagen bis auf den Gefrierpunkt abfallen. Steigungsregen im Westen der Gebirge fallen im Winter als Schnee. Südlich des Atlasgebirges, in den Randgebieten der Sahara, herrscht extrem trockenes und heißes Wüstenklima. In den Sommermonaten weht zeitweise der Schirokko, ein heißer, staubbeladener Wind aus der Sahara.

Die beste Reisezeit sind die Monate April bis November für die Küstengebiete sowie Oktober bis Mai für das Landesinnere.

Praktische Hinweise und Vorbereitung

Sprache

Mit seinen 30 Millionen Einwohnern (hauptsächlich Araber und Berber) zählt Marokko zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. Landesweite Amtssprache ist Arabisch. Daneben werden auch verschiedene Berbersprachen und Spanisch gesprochen. Handels- und Bildungssprache im ganzen Land ist Französisch. Für Reisende genügen Deutsch und Englisch nur in den Touristenzentren. Wer das Land besser kennenlernen will, sollte auf jeden Fall Kenntnisse in Französisch oder Arabisch mitbringen.

Gepflogenheiten und Vorschriften

Alltagskleidung wird zwar überall akzeptiert, trotzdem sollte man sich eher konservativ und geschlossen kleiden. Badesachen und Shorts gehören an den Strand oder an den Pool. Tipp: Lange Ärmel und luftige weite Hosen machen die Hitze erträglicher.

In Marokko ist es verboten, öffentliche Einrichtungen wie Polizeigebäude, Gerichte und auch Polizisten zu fotografieren. Um Probleme zu vermeiden, sollte diese Vorschrift unbedingt eingehalten werden.

In Hotelrechnungen ist Bedienung normalerweise bereits enthalten. Taxifahrer, Friseure, Platzanweiser und Kellner erwarten dagegen ein kleines Trinkgeld.

Gesundheit

Vor Durchfallerkrankungen sollte man sich durch gründliche Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene schützen, also beispielsweise Wasser nur aus abgepackten Flaschen trinken, auf Eiswürfel verzichten und kein ungekochtes oder ungeschältes Obst und Gemüse essen.

Als Impfungen empfehlen sich die Standard-Reiseimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A. An der Nordküste und in einigen ländlichen Gebieten Marokkos besteht zum Teil ein - wenn auch minimales - Risiko für Malaria. Es ist dennoch empfehlenswert, sich so gut wie möglich vor Mückenstichen zu schützen. Vor Reiseantritt sollte in jedem Fall ein Reise- oder Tropenmediziner konsultiert werden.

Im Land selbst ist die medizinische Versorgung in den Großstädten recht gut. Es gibt Notdienst-Apotheken und in Notfällen bieten Krankenhäuser gegen eine geringe Gebühr oder sogar kostenlos ärztliche Behandlung. Auf dem Land dagegen ist die medizinische Versorgung als problematisch einzustufen und nicht mit europäischen Standards zu vergleichen.

Geld

Bezahlt wird mit dem Marokkanischen Dirham (MAD). Bankautomaten findet man in Marokko meist nahe der Hotels oder in den moderneren Stadtvierteln, in Altstädten eher selten. Seien Sie vorsichtig, wenn Einheimische Ihnen den Umtausch von Geld anbieten: Tauschen Sie niemals größere Summen.

Einreisebestimmungen

Für die Einreise benötigen Sie einen gültigen Reisepass, der zu diesem Zeitpunkt noch mindestens sechs Monate Gültigkeit aufweisen muss. Bei Pauschalreisen genügt oft schon der Personalausweis, Ein Visum brauchen Sie nur, wenn Sie länger als 90 Tage in Marokko bleiben wollen. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument. Es wird die Vorlage eines Kinderreisepasses oder eigenen Reisepasses empfohlen.

Sicherheit

In Marokko gibt es unzählige falsche Tourguides, die Touristen ihre Führungen anbieten. Auch Fahrscheinkontrolleure versuchen immer wieder, Geschäfte zu machen, indem sie Touristen weismachen, ihr Ticket sei ungültig. Bei Problemen sollte man sich an den Stationsleiter seines Zielbahnhofes wenden.

Vor allem europäische Frauen werden in Marokko häufig angesprochen, was durchaus unangenehm werden kann. Vermeiden Sie es daher als Frau möglichst, alleine durch Marokko zu reisen oder abends alleine ausgehen. Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln. Sehen Sie sich nicht dazu genötigt, freundlich zu bleiben. Suchen Sie im Notfall volle Geschäfte auf oder bitten Sie einheimische Frauen um Hilfe.

Für Marokko gilt zwar keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, dennoch ist die Sicherheitslage aufgrund terroristischer Aktivitäten und politischer Proteste angespannt. Ausflüge in Wüstengebiete sollten wegen der Gefahr von Entführungen unterlassen und größere Menschenmengen gemieden werden, da es auch in Marokko zu gewalttätigen Ausschreitungen im Rahmen von Demonstrationen kam. Nähere Hinweise bietet das Auswärtige Amt.

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