Mexiko (Wirtschaft)
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Mexiko ist eine der wichtigsten Volkswirtschaften in Lateinamerika und gehört zu den am stärksten industrialisierten Ländern in der Region. Das exportstarke Land verfügt über Erdöl- und Erdgasvorkommen und umfangreiche andere Bodenschätze. Nach der schweren Wirtschaftskrise der 1980er Jahre und der Krise 1994 verzeichnete Mexiko seit Mitte der 1990er Jahre einen eindeutigen Aufwärtstrend und stabile Wachstumsraten (4,1 % in 2004) sowie eine sehr geringe Arbeitslosigkeit (3,2 %). Auf der anderen Seite leben noch immer rund 40 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze.
Die Landwirtschaft trägt etwa 4 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, hier ist ein Fünftel aller Erwerbstätigen beschäftigt. Für die Exportwirtschaft sind die Haziendas der Großgrundbesitzer von Bedeutung, während für die Versorgung der Bevölkerung Kleinbetriebe bzw. die sog. Ejidos maßgeblich sind: Der landwirtschaftlich nutzbare Boden ist Staatseigentum, wird aber entweder gemeinschaftlich in Genossenschaften (Ejidos) oder von einzelnen Bauern (Ejidatarios) bewirtschaftet. Die groß angelegten Haziendas befinden sich meist in Gebieten, in denen eine gute Bewässerungslage intensive Bodennutzung ermöglicht. Hier werden vor allem Baumwolle, Tabak, Kaffee, Gemüse und Obst angebaut. Im zentralen Hochland werden in kleineren Betrieben vor allem Mais, Bohnen, Reis und Gemüse für den Eigenbedarf kultiviert. Die Forstwirtschaft spielt eine untergeordnete Rolle, Viehwirtschaft wird ebenfalls meist auf Haziendas betrieben.
Mexiko verfügt über reiche Vorkommen an Bodenschätzen, schon die Conquistadoren förderten Silber und Gold. Heute steht Erdöl und Erdgas im Mittelpunkt, nach neuen Funden in den 90er Jahren befindet sich Mexiko unter den zehn Ländern der Erde mit den größten Erdölreserven. Seit 1938 ist die Förderung und Vermarktung in staatlichen Händen (PEMEX). Neben der Deckung des eigenen Energiebedarfs (etwa drei Viertel mit fossilen Brennstoffen) ist Erdöl ein wichtiges Exportgut. Die wichtigsten Fördergebiete befinden sich im Golf von Mexiko und im Golf von Campeche. Andere Bodenschätze spielen für die mexikanische Wirtschaft eine untergeordnete Rolle, obwohl das Land z.B. zu den größten Silberproduzenten weltweit gehört; außerdem werden Gold, Kupfer, Zink, Eisen, Blei, Mangan und Wismut abgebaut.
Die Industrie erwirtschaftet rund 27 % des BIP; bedeutendste Bereiche sind die Nahrungsmittel- und die petrochemische Industrie, weiter Elektrotechnik und Elektronik.
Der Dienstleistungssektor trägt etwa 70 % zum Bruttoinlandsprodukt bei, knapp 60 % der Erwerbstätigen sind hier beschäftigt. Die in den 1980er Jahren vorgenommene Verstaatlichung der meisten Banken wurde inzwischen rückgängig gemacht, die Sanierung ist aber noch nicht abgeschlossen. Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist auch der Tourismus.
Die Exporte (Öl, Silber, Obst und Gemüse, Kaffee und Baumwolle) werden zu über drei Vierteln in die USA geliefert; aus den Vereinigten Staaten stammen auch die meisten Importe (Maschinen und elektronische Geräte, Fahrzeuge und Fahrzeugteile). Mexiko hat Freinhandelsabkommen mit über 40 Staaten weltweit.
Die Infrastruktur des Landes ist gut ausgebaut. Es stehen rund 330 000 km Straße und 19 500 km Schiene zur Verfügung. Sowohl am Golf von Mexiko als auch an der Pazifikküste sind mehrere große Seehäfen (z.B. Veracruz, Salina Cruz). Es gibt rund 40 internationale Flughäfen im Land.
Währung ist der mexikanische Peso (= 100 Centavos).