Monaco Geschichte

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Frühzeit bis Mittelalter

Um 1000 v.Chr. gründeten phönizische Seefahrer, die aus dem östlichen Mittelmeer stammten, an der Stelle des heutigen Monaco (und an weiteren Stellen an der Mittelmeerküste) eine Handelsniederlassung. Ab 500 v.Chr. siedelten hier Griechen, deren Tempel zu Ehren des Herakles Monoikos die Grundlage für den Namen der Stadt bildete (der Namenszusatz Monoikos bedeutet soviel wie der "Einzigartige"). Ab dem 2. Jahrhundert wurden die Griechen von den Römern verdrängt, seit 154 v.Chr. ist die Bezeichnung "Herculis Monoeci portus" überliefert. Den Römern folgten im 6. Jahrhundert n.Chr. die Westgoten als Herrscher an der heutigen französischen Riviera, ab dem 8. Jahrhundert gehörte Monaco zum Frankenreich.

Kaufleute aus Genua erhielten im Jahr 1162 vom römisch-deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa das Niederlassungsrecht in Monaco, nur wenig später machte der römisch-deutsche Kaiser Heinrich VI. Monaco der Republik Genua zum Geschenk inklusive aller Hoheitsrechte. Auch Monaco war betroffen von den oft blutigen Auseinandersetzungen zwischen den papsttreuen Guelfen und den kaisertreuen Ghibellinen, die in vielen italienischen Stadtstaaten Ende des 12. und im 13. Jahrhundert tobten.

1297 setzt sich die Adelsfamilie der Grimaldi in Monaco fest, Francisco Grimaldi übernahm als Rainier I. die Herrschaft über die Stadt.

Neuzeit

1498 wurde die Souveränität Monacos von Frankreich und Savoyen anerkannt unter der Bedingung, dass der Staat unter französischer Schutzherrschaft blieb.

1612 nahm Honoré II. von Monaco (auch: Onorato II.) den Titel eines Fürsten an. Nach dem Tod des letzten männlichen Erben wurde die Dynastie und der Name durch die durch Heirat verbundene Familie Gayon-Matignon weitergeführt.

Im Rahmen der Französischen Revolution wurde der Staat 1793 von Frankreich annektiert. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons gegen die alliierten Mächte Russland, Österreich, Preußen und Großbritannien erhielten die Grimaldis durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 ihren Besitz zurück, Monaco wurde allerdings unter die Schutzherrschaft des Königreichs Sardinien gestellt. Als Sardinien 1861 an Italien angegliedert wurde, erreichte Fürst Charles III. Grimaldi, dass Frankreich Monaco als souveränen Staat anerkannte. Die bis dahin Monaco zugehörigen Orte Menton und Roquebrune fielen an Frankreich. Vier Jahre später wurde ein Zollunion zwischen Monaco und Frankreich geschlossen.

1865 wurde in Monaco ein Spielcasino eröffnet, das weltberühmt werden sollte und eine exklusive Klientel anzog, nicht zuletzt deswegen, weil in Frankreich das Glücksspiel zu dieser Zeit verboten war. Das Casino, das gleichzeitig Opernhaus wurde, entstand nach Plänen des französischen Architekten Charles Garnier, der auch die Große Oper in Paris entwarf. Es bescherte dem Staat so reiche Einnahmen, dass der monegassische Fürst seinen Untertanen Steuerfreiheit gewähren konnte.

20. Jahrhundert

1911 erhielt Monaco unter dem Regenten Fürst Albert I. Grimaldi eine erste Verfassung, sieben Jahre später wurde ein neues Abkommen mit Frankreich geschlossen, das die Souveränität Monacos bestätigte und festschrieb, dass bei Aussterben des Grimaldi-Geschlechts das Gebiet an Frankreich fallen sollte. 1949 wurde Fürst Rainier III. Regent von Monaco, der 1956 die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heiratete. Ende der 50er Jahre wurde durch aufwändige Landgewinnungsmaßnahmen die Staatsfläche um rund 30 % erweitert.

In der neuen Verfassung von 1962, die heute noch gültig ist, verzichtete der Fürst auf die Begründung seiner Herrschaft "durch Gottesgnadentum", Monaco wurde eine konstitutionelle Erbmonarchie. Es wurde ein Zwei-Kammern-System mit teilweise direkt gewählten Abgeordneten eingeführt, wobei der Fürst als Staatsoberhaupt im Vergleich zu anderen demokratischen Systemen dominant und mit weit reichenden Machtbefugnissen ausgestattet blieb. Außenpolitisch wurde Monaco weiterhin von Frankreich vertreten.

Der Beginn des neuen Jahrtausends war geprägt von Misstönen zwischen Monaco und der Regierung von Frankreich, die dem Staat die Begünstigung von Geldwäsche unterstellte, was von Fürst Rainier III. als Angriff auf die monegassische Souveränität kritisiert wurde. Tatsächlich erhebt Monaco keine Einkommen-, Vermögens- und Erbschaftssteuer, was zur Kapitalflucht aus dem Ausland führt. (In einem 1963 mit Frankreich geschlossenen Abkommen sind viele der Steuererleichterungen Monacos allerdings für französische Staatsbürger nicht gültig.) Obwohl die Steuerpolitik Monacos als "problematisch" eingestuft wird, hat die OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) das Land bisher nicht auf die "Schwarze Liste" der Länder gesetzt, die im Kampf gegen die Geldwäsche als nicht kooperativ gelten.

Fürst Rainier III. verstarb am 6. April 2005. Sein Sohn Albert wurde neuer Fürst von Monaco.

Am 15. Februar 2006 trat der Grundlagenvertrag mit Frankreich vom 24. Oktober 2002 in Kraft. Damit hat sich Monaco weiter von Frankreich losgelöst und insbesondere seinen außenpolitischen Spielraum erhöht. Nachdem Monaco zuvor ein "vorheriges Einvernehmen" Frankreichs zu allen außenpolitischen Entscheidungen einholen musste, ist seit 2006 eine "angemessene und regelmäßige Abstimmung" zu den Grundzügen der internationalen Beziehungen Monacos vereinbart. Seit Abschluss des Grundlagenvertrags baut Monaco seine diplomatischen Beziehungen zu anderen Staaten aus. Außerdem ist es nun möglich, dass ein monegassischer Staatsbürger Regierungschef wird.