Montenegro (Geschichte)

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Das Gebiet des heutigen Montenegro war Teil des Römischen Imperiums (Illyricum) und wurde nach der Völkerwanderung im Jahr 535 unter Justinian I. in das Oströmische Reich eingegliedert. Die romanisierten Illyrer wurden im 6. Jahrhundert teilweise von südslawischen Stämmen verdrängt. Ab dem 8. Jahrhundert bildeten sich kleinere Königreiche, die sich dem byzantinischem Einfluss widersetzten. Nach der byzantinischen Niederlage gegen die Türken bei der Schlacht von Myriokephalon entstand auf dem Gebiet des heutigen Montenegro das serbische Königreich Duklja (Dioklitien), das später durch das Fürstentum Zeta abgelöst wurde (ab ca. 1360). Das erstarkte Osmanische Reich, das seit dem 15. Jahrhundert den Balkan dominierte, begnügte sich mit der Kontrolle der Küstenstädte dieses Gebiets. Ab Ende des 15. Jahrhunderts regierten Fürstbischöfe als geistige und politische Führer; Teile des Landes blieben aber bis 1878 unter formaler Herrschaft des Osmanischen Reichs.


Erst mit den Beschlüssen des Berliner Kongresses, der nach dem russisch-osmanischen Krieg eine neue politische Ordnung für den Balkan schaffen sollte, wurde Montenegro von den europäischen Großmächten als unabhängiges Fürstentum anerkannt (ab 1910 Königreich).

Im Zuge des Ersten Weltkriegs kam es zur Besetzung durch Österreich-Ungarn. Nach dem Krieg wurde der König abgesetzt und Montenegro ging im neu gegründeten Königreich Jugoslawien auf. Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein Marionettenstaat unter italienischem Einfluss errichtet. Im November 1945 wurde Montenegro Teilrepublik der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (ab 1963 Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien).


Nach Beginn des Auseinanderfallens Jugoslawiens Anfang der 1990er-Jahre entschied Montenegro in einem Referendum, bei Restjugoslawien (Bundesrepublik Jugoslawien) zu verbleiben. Erst nach den Jugoslawienkriegen von 1991 bis 1999 strebte Montenegro die Unabhängigkeit an, blieb aber auf Druck Serbiens und der EU in einem losen Staatenbund mit Serbien ("Serbien und Montenegro"). Diese Regelung sah die Möglichkeit eines weiteren Referendums über einen unabhängigen montenegrinischen Staat vor.


Am 21. Mai 2006 wurde erneut über die Zukunft Montenegros abgestimmt. Eine Mehrheit stimmte nun für die Unabhängigkeit (55,49 %), am 3. Juni 2006 folgte die Unabhängigkeitserklärung.

Bei den Parlamentswahlen vom September 2006 gewann das Bündnis "Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro", das die Demokratische Partei der Sozialisten (DPS), die Sozialdemokratische Partei (SPD), die Demokratische Union der Albaner (DUA) und die Kroatische Bürgerinitiative (HGI) vereint, mit der absoluten Mehrheit von 41 von 81 Sitzen. Der Serbische Block (Serbische Volkspartei SNS u. a.) erhielt zwölf Sitze, das Bündnis aus Sozialistischer Volkspartei (SNP), Volkspartei (NS) und Demokratischer Serbischer Partei (DSS) erhielt zusammen elf Sitze. Die Bewegung für Veränderungen (PZP) erhielt ebenfalls elf Sitze. Nachdem Ministerpräsident Zeljko Sturanovic aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, wählte das Parlament Ende Februar 2008 Miko Djukanović, den Vorsitzenden der DPS, zu seinem Nachfolger. Präsident Filip Vujanović (DPS) wurde im April 2008 im Amt bestätigt. Die "Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro" konnte bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom März 2009 ihre absolute Mehrheit noch ausbauen, sie hat nun 48 Sitze.

Bei den Kommunalwahlen im Mai 2010 konnte die Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) erneut deutliche Erfolge verbuchen.

Montenegro strebt eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union an. Im Oktober 2007 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen mit der EU unterzeichnet. Bei einer Verbesserung der ökonomischen Lage könnte das Land bis zum Jahr 2020 der Europäischen Union beitreten. Für Montenegro wurde, so wie für einige weitere Westbalkanstaaten am 30.11.2009 der Visumszwang für Reisen in die EU abgeschafft.

Seit dem 4.12.2009 ist Montenegro Teil des Aktionsplans zur Mitgliedschaft in der NATO.