Mosambik Geschichte

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Frühzeit bis Mittelalter

Bereits vor 8000 Jahren lebten Buschmänner (Pygmäen) im südlichen Afrika. Etwa vor 2500 Jahren wanderten Bantu sprechende Stämme in die Region des heutigen Mosambik ein und lebten dort als Rinderzüchter und Bauern.

Ab dem 10. Jahrhundert n.Chr. waren es arabische Händler und Seefahrer, die an der Küste erste Handelsplätze gründeten und Teile der Bevölkerung islamisierten. In der Zeit vom 10. bis zum 18. Jahrhundert dominierte die Region des südöstlichen Zimbabwe auch Teile des heutigen Mosambik. Insbesondere Siedlungen im südlichen Mosambik profitierten vom Gold- und Viehhandel mit den Hochländern Zimbabwes, dem Austausch von Töpferwaren, Salz und Fisch und dem Perlen-, Stoff- und Goldhandel zwischen dem Zimbabwe-Hochland und der ostafrikanischen Küste. Im 14. Jahrhundert florierten die afro-arabischen Handelsstädte im Süden und kleine Sultanate entwickelten sich an den nördlich gelegenen Küstenabschnitten.

Neuzeit bis 19. Jahrhundert

Vasco da Gama erreichte als erster Europäer 1498 die mosambikanische Küste. Dieses Datum markierte den Eintritt der Europäer in Handel, Politik und Sozialleben der Länder am Indischen Ozean. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begannen die Portugiesen sich an der Küste niederzulassen und ins Landesinnere vorzustoßen, um den lukrativen Goldhandel unter ihre Kontrolle zu bringen. 1609 erhielt Mosambik einen eigenen Gouverneur. Die folgenden drei Jahrhunderte waren von Machtkämpfen zwischen Arabern, Osmanen, Franzosen, Niederländern, Briten und Österreichern um die ostafrikanischen Küstengebiete gekennzeichnet.

Die Portugiesen bauten in Mosambik Handelsniederlassungen auf, vergaben Lehen an ihre auswanderungswilligen Bürger und machten so 1752 die eroberten Gebiete in Südostafrika zur offiziellen portugiesischen Kolonie. Die Zeit der portugiesischen Vormacht in der Region begann sich ihrem Ende zuzuneigen, als Portugal 1885 durch die Berliner Kongo-Konferenz seine Besitzungen in Malawi, Sambia und Simbabwe verlor.

Unabhängigkeit

Doch es dauert nochmals fast fünfzig Jahre, bis sich die afrikanische Bevölkerung Mosambiks Ende der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts zu ersten ernst zu nehmenden Unabhängigkeitsbewegungen organisierte. Diese wurden vom portugiesischen Kolonialregime brutal unterdrückt; erst im Jahr 1951 erhielt das Land als erstes Zeichen seiner beginnenden Unabhängigkeit den Status einer portugiesischen Überseeprovinz. Ein Abgeordneter aus Mosambik vertrat nun das Land in der Nationalversammlung in Lissabon.

In den 50er Jahren versuchte Portugal über die Vergabe von Assimilationsprivilegien für ausgesuchte Afrikaner die zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen einzudämmen. Doch nach Bauern-Demonstrationen wurde allen Bewohnern Mosambiks 1961 das portugiesische Bürgerrecht verliehen. Die Mehrzahl der Bürger, die Analphabeten waren, blieben jedoch auch weiterhin vom Wahlrecht ausgeschlossen und Mitte der 60er Jahre begann die bereits 1962 gegründete Freiheitsbewegung FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique) mithilfe der UdSSR und der VR China den bewaffneten Kampf gegen das portugiesische Kolonialregime.

1973 erhielt Mosambik zwar innere Selbstverwaltung, ein Waffenstillstand wurde von der FRELIMO allerdings abgelehnt. Als nach dem Sturz der Diktatur in Portugal 1974 die portugiesischen Truppen aus Mosambik zurückgerufen wurden, bildete die FRELIMO eine Übergangsregierung. Gleichzeitig flohen etwa 230 000 meist portugiesischstämmige Mosambikaner aus dem Land. Im Folgejahr wurde die Volksrepublik Mosambik ausgerufen, deren erster Präsident Samora Moises Machel ein kommunistisches Verstaatlichungsprogramm startete und mit der sozialistischen Umerziehung der Bevölkerung begann.

Die FRELIMO wurde Staatspartei und 1977 unterzeichnete das Land einen Freundschaftsvertrag mit der UdSSR. Mit der gleichzeitigen Gründung der antikommunistischen RENAMO (Resistência Nacional Moçambicana) begann ein viele Jahre dauernder Bürgerkrieg, der schätzungsweise 700 000 Menschenleben forderte und über eine Million Mosambikaner zu Flüchtlingen machte.

1986 starb Staatspräsident Machel und J.M. Chissano begann eine Annäherungspolitik an den Westen, die 1989 mit der Loslösung vom Kommunismus und 1990 mit der Einführung einer marktwirtschaftlich orientierten Wirtschaftsordnung sowie freien Wahlen das Ende der Einparteienherrschaft bedeutete. Die Republik Mosambik wurde ausgerufen, doch es dauerte noch zwei Jahre, bis im Oktober 1992 mit der Unterzeichnung eines Friedenvertrags zwischen RENAMO und Staatspräsident Chissano der Bürgerkrieg endete, der das Land zum ärmsten Staat der Erde gemacht hatte.

Mithilfe einer UN-Friedenstruppe kam es 1994 zu freien Wahlen, aus denen Chissano und seine Partei FRELIMO als Sieger hervorging. 1995 wurde Mosambik Mitglied des Commonwealth of Nations und erhielt erste Gelder von der Weltbank, um das durch den Bürgerkrieg zerstörte Land wieder aufzubauen. Doch die folgenden Jahre brachten keine Wende in der prekären sozialen Lage des Landes.

1999 konnte Chissano die Wahlen nochmals gewinnen. Für die nächste Wahlperiode trat er nicht mehr an. Sein Nachfolger ab Januar 2005 wurde Armando Guebuza (2009 wiedergewählt), ebenfalls von der FRELIMO.

Im Jahr 2000 und 2001 verschärften Hochwasserkatastrophen, die zahlreiche Menschenopfer forderten und Zehntausende obdachlos machten, die verheerenden sozialen Zustände im Land. Mosambik gehört heute zu den ärmsten Ländern der Erde, hinzu kommt die Tatsache, dass schätzungsweise 13 % (Stand 2001) der erwachsenen Bevölkerung HIV-positiv sind und in absehbarer Zeit pflegebedürftig werden bzw. sterben. Tausende fallen zudem jährlich der Cholera zum Opfer. In den letzten Jahren entwickelte sich Mosambik zu einer Transitregion des Drogenschmuggels nach Europa.