Myanmar - Immer noch ein Geheimtipp?

Aus Länder-Lexikon.de

18. Februar 2013  

Es ist noch nicht sehr lange her, als man im von allen ausländischen Einflüssen abgeschotteten Burma vergebens nach westlichen Produkten Ausschau hielt. Aufgrund der fehlenden Einflüsse unterschied sich Burma grundlegend von seinen Nachbarn und man tauchte ein in eine andere Welt, in ein Land mit exotischer Vielfalt und großartigen gastfreundlichen Menschen. Das Visum wurde nur für eine Reisedauer von 7 Tagen ausgestellt und es war aufgrund der Zeitknappheit notwendig, den Aufenthalt im Land detailliert zu planen.

Nach dieser jahrzehntelangen Isolation beginnt Myanmar, wie Burma offiziell seit 1989 heißt, sich nach und nach für den Tourismus zu öffnen. Die Verbesserung des Transportwesens und der Ausbau des Straßennetzes wird vorangetrieben, das Hotelangebot ausgeweitet und verbessert. Das Touristenvisum ermöglicht derzeit einen Aufenthalt von maximal vier Wochen.

Inhaltsverzeichnis

Reiseziele

Die klassische Reiseroute beinhaltet – ausgehend von Yangon (Rangun) – den Inle-See mit den faszinierenden Einbein-Ruderern und den schwimmenden Gärten, Mandalay mit dem zu entdeckenden altertümlichen Charme, und Pagan (Bagan) mit dem riesigen Tempelareal, eine architektonische Meisterleistung in Südostasien. Seitdem auch die Strände am Golf von Bengalen von Touristen besucht werden dürfen werden in Ngapali Strandträume wahr.

Teile des sogenannten Goldenen Dreiecks, Grenzgebiet zu Thailand, Laos und China, sind auf Trekking-Touren zugänglich. Bis 1993 durfte kein Ausländer hierher reisen, doch jetzt kann man die Bergvölker mit ihrem traditionellen Lebensstil besuchen.

Nur wenige Orte in Myanmars Norden können von Touristen besucht werden. Dabei sind weniger die anhaltenden Unruhen der Grund für die Reisebeschränkungen, als vielmehr die schlechte Infrastruktur.

Politische Aspekte

Das Land stand seit 1962 unter einer Militärherrschaft, bis diese am 4. Februar 2011 einen zivilen Präsidenten als Staatsoberhaupt einsetzte. Seit einigen Monaten ist in Myanmar ein Demokratisierungsprozess zu verzeichnen mit dem Ziel der Lockerung der internationalen Handelsblockaden. Am 1. April 2012 fanden Nachwahlen statt, die an der Zusammensetzung des Parlaments zwar kaum etwas änderten, jedoch zog die Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi erstmals in das Parlament ein. Als erster US-Präsident besuchte Barack Obama im November 2012 Myanmar mit dem Ziel, der Demokratisierung weitere Schwungkraft zu geben. Kritik am Besuch Obamas gab es von Menschenrechtlern, die die eingeleiteten Reformen noch für ungenügend halten.

Menschen in Myanmar

An der tiefen Religiosität seiner Bewohner hat das politische System nichts verändert. Der Buddhismus dominiert die Kultur des Landes; Christen, Muslime und Hindus repräsentieren eine Minderheit. Fast unüberschaubar ist die Vielfalt der Naturreligionen unter den ethnischen Minderheiten wie der Chin, Karen, Kachin, Shan.

Die Birmanen repräsentieren ungefähr 70 % der Gesamtbevölkerung und bewohnen vorwiegend das Ayeyarwady-Gebiet und die Küsten, während die Minderheiten die Berggebiete bevölkern.

Warum nach Myanmar reisen?

Die Argumente für oder gegen eine Reise nach Myanmar werden emotional ausgetauscht. Diejenigen, die sich dagegen aussprechen, meinen, dass ausländische Devisen das Regime stützen. Jedoch vertreten Befürworter die Ansicht, dass ein politischer Wandel auch durch Annäherung erfolgen kann. Wichtig ist es, den lokalen Tourismus bei Transport, Unterkunft und Verpflegung in Anspruch zu nehmen, denn für die Bevölkerung stellt der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle dar.

Reiseveranstalter

Myanmar hat sich in den letzten Jahren zu einem Liebling der Asien-Reisenden entwickelt. Der Versuch, auf eigene Faust und so billig wie möglich durchs Land zu reisen, kann dazu führen, dass viel kostbare Zeit für Organisations-, Transport- und Unterkunftsfragen verwendet werden muss. Mittlerweile gibt es allein in Yangon viele private Reisebüros mit Lizenz, die jede individuelle Reise von beliebiger Dauer organisieren können. Wer es bequemer haben möchte, weniger Zeit auf die Vorbereitung der Reise aufwenden kann, oder auch einen engen zeitlichen Rahmen vorgegeben hat, findet bei Reiseveranstalter attraktive Gesamtpakete zu den unterschiedlichsten Preisen.

Die Zahl der ausländischen Besucher wird sich aufgrund der fehlenden Infrastruktur auch auf absehbare Zeit in Grenzen halten und das Land nicht zu einem Ziel des Massentourismus verwandeln. Mit der Einhaltung von Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen kann der Besuch in einem Land, das zu den interessantesten und exotischsten in Asien zählt, zu einem unvergesslichen Reiseerlebnis werden.

Video: Myanmar - Land des Goldes

Das alte Suvanabhumi, Land des Goldes, durchstreifen wir von Yangon und Bago weiter zum Goldenen Felsen und nach Mandalay.