Norwegen: Land der Polarlichter

    Aus Länder-Lexikon.de

    Norwegen ist eines der Länder in denen sich das Phänomen der Polarlichter (Aurora Borealis) besonders gut beobachten lässt. Auch wenn sich das beeindruckende Naturschauspiel auch in anderen Ländern Skandinaviens beobachten lässt, gehört Norwegen wohl zu den interessantesten Orten um die Himmelslichter zu bewundern.

    Wie kommen die Lichter zustande?

    Prinzipiell kann man die beeindruckenden Leuchterscheinungen einfach erklären: Sie kommen Nachts und bieten ein überwältigenden Anblick. Will man jedoch erklären warum sie überhaupt zu sehen sind und ihr Entstehen erklären, so wird es etwas komplizierter. Schuld an den Lichtern ist - wie könnte es anders sein, - die Sonne. Kontinuierlich finden solare Explosionen statt. Sonneneruptionen schleudern dabei gewaltige Partikelmengen in den Weltraum. Sobald diese Partikel auf das die Erde umgebende Magnetfeld stoßen, werden sie zu einem Kreis um den magnetischen Nordpool geleitet. Dort interagieren sie mit den oberen Schichten der Erdatmosphäre. Die so entstehende Energie macht sich dem menschlichen Auge als Polarlichter sichtbar. Das alles passiert etwa 100 Kilometer über den staunenden Blicken der Beobachter.

    Der Mythos hinter den Lichtern

    Lange bevor die Wissenschaft soweit war das Phänomen für den Menschen physikalisch zu erklären haben sich die Menschen selbstverständlich nach Gründen gesucht, warum sich diese seltsamen und beeindruckenden Lichter am Himmel zeigen. In den Gegenden in denen die Lichter zum Alltag gehören hatte man andere Erklärungen als dort wo sie nur selten zu sehen sind.

    Im Altertum soll es einmal ein Polarlicht gegeben haben, welches sich bis nach Italien hinunter streckte und für Angst und Schrecken sorgte. Das Licht wurde für ein gewaltiges Feuer gehalten und der Kaiser soll sogar höchstpersönlich veranlasst haben Löschzüge loszuschicken. Ob dies tatsächlich wahr ist oder nur eine witzige Geschichte ist nicht gesichert, es dürfte jedoch klar sein, dass die Lichter in vergangenen Zeiten für Schauder gesorgt haben könnten, gerade in Regionen wo diese Erscheinung äußerst selten zu beobachten ist.

    In den skandinavischen Ländern hingegen ist Dies anders: Hier werden die Lichter eher mit etwas Positiven assoziiert. Früher war es dort sehr verbreitet die Lichtschleier der Polarlichter mit den Bewegungen tanzender Frauen zu vergleichen. In Nordamerika, wo das Phänomen auch zu beobachten ist, glaubten Indianerstämme an sich im Himmel treffende Medizinmänner oder Ahnen.

    Beste Reisezeit für das Schauspiel

    Wer nach Norwegen reisen möchte um die Polarlichter zu bestaunen sollte bedenken, dass die beste Zeit um die Lichter zu sehen zwischen Oktober und März liegt. Um das Schauspiel in seiner vollen Pracht bewundern zu können, sollte man zudem soweit wie möglich in den Norden Reisen. Nördlich des 66. Breitengrades ist es am wahrscheinlichsten wirklich beeindruckende Polarlichter zu sehen. Je weiter man hingegen in den Süden des Landes gelangt, nimmt die Wahrscheinlichkeit ab. Dennoch kann es auch in südlichen Landesteilen gesehen werden, je nachdem wie intensiv die Lichter sind.