Palau Geschichte

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Entdeckung durch die Europäer

Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung der Inseln der heutigen Republik Palau bereits im 1. Jahrtausend v.Chr. hin. Der erste Europäer, der die Inseln sichtete, war der Spanier Ruy López de Villalobos in der ersten Hälfte des 16. Jh.s.

Im Verlauf des 19. Jh.s entwickelten sich zwischen Europa und den Inseln Handelsbeziehungen. Durch eingeschleppte Krankheiten wurde die einheimische Bevölkerung bis zum Ende des 19. Jh.s erheblich dezimiert.

1874 wurden die Inseln von Spanien annektiert. 1899 wurden die Karolinen (heute Palau und Föderierte Staaten von Mikronesien) und die Inseln der Marianen im Nordosten für eine Summe von etwa 18 Millionen Goldmark von Spanien an das Deutsche Reich verkauft.

Unter dem deutschen Kolonialreich begann die Ausbeutung der Phosphatvorkommen auf der Insel Angaur (als wertvolle Grundlage für Düngemittel). Auf mehreren Inseln wurden Kokospalmen in Plantagen angebaut zur Gewinnung von Kopra.

Die beiden Weltkriege

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden die Inseln 1914 von japanischen Truppen besetzt. Neben der wirtschaftlichen Ausbeutung der Inseln baute Japan militärische Stützpunkte auf. 1919 wurden die Inseln Treuhandgebiet des Völkerbundes unter japanischer Verwaltung.

Die Karolinen als strategisch wichtige Inseln im Südpazifik waren im Zweiten Weltkrieg Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen japanischen und US-amerikanischen Truppen. 1944 musste sich Japan von den Inseln zurückziehen. Nach dem Ende des Krieges wurden die Inseln der heutigen Republik Palau 1947 als Treuhandgebiet der UNO, der Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, unter US-amerikanische Verwaltung gestellt (gemeinsam mit dem Rest der Karolinen und den Marianen).

Die Unabhängigkeit Palaus

1978 schlossen sich die Karolinen-Inselgruppen Pohnpei, Kosrae, Yap und Tuk (Chuuk) zu den Föderierten Staaten von Mikronesien zusammen. Die Inseln der heutigen Republik Palau lehnten ab, ein weiterer, angegliederter Bundesstaat zu werden. Drei Jahre später erhielt die Republik Palau die innere Autonomie, blieb jedoch durch eine Reihe von Verträgen weiterhin eng an die USA gebunden.

Abgeschreckt durch die Atomwaffentests der USA auf den Marshall-Inseln wurden seit den 1960er Jahren Stimmen laut, die Palau zur atomwaffenfreien Zone erklären wollten. Dies wurde auch in der Verfassung festgehalten. Dadurch scheiterte im Februar 1993 ein Referendum über eine freie Assoziierung mit den USA, die auf der Möglichkeit einer Stationierung atomwaffenbestückter Schiffe bestanden. Dennoch kam es im Oktober 1994 nach Druck durch die amerikanische Führung zu einem freien Assoziierungsvertrag zwischen der Republik Palau und den USA, damit wurde das Land endgültig aus der UN-Treuhandverwaltung entlassen. Der Passus über Palau als atomwaffenfreie Zone wurde aus der Verfassung gestrichen, die USA blieben weiterhin für die Verteidigung und Außenpolitik der Republik zuständig. Als Gegenleistung verpflichteten sich die USA, in den nächsten 15 Jahren an die 480 Millionen US-Dollar in die Wirtschaft der Inseln zu investieren. Im Dezember 1994 wurde Palau in die UNO aufgenommen.

Im November 1996 wurde Kuniwo Nakamura als Staats- und Regierungschef von Palau im Amt bestätigt (seit 1993). Er bemühte sich um ausländische Investoren zum Ausbau der Tourismusbranche, die für das hochverschuldete Land eine wichtige Deviseneinnahmequelle darstellt. Im Januar 2001 wurde Thomas Remengesau neuer Staats- und Regierungschef der Republik Palau. Wie sein Vorgänger bemühte er sich um einen ökologisch verträglichen Tourismus. Gemeinsam mit Japan und den USA wurde 2001 das "Palau International Coral Reef Center" fertig gestellt, das sich mit Forschungen zum Erhalt der Meere befasst und auch touristisch genutzt wird.

Im Oktober 2006 verlegte die Regierung die Hauptstadt von Koror nach Melekeok, das bislang ein Dorf mit weniger als 400 Einwohnern war. Der Umzug soll die Wirtschaft der flächenmäßig größten, aber kaum besiedelten Insel Babelthuap fördern.

Im Januar 2009 wurde Johnson Toribiong neuer Staats- und Regierungschef. Seit Januar 2013 ist Thomas Remengesau erneut Staatsoberhaupt.