Peking

Aus Länder-Lexikon.de


auch: Peiping, Beijing; hochchinesisch: Beijing;

Hauptstadt der Volksrepublik China mit über 13,82 Millionen Einwohnern (Agglomeration). Peking ist ein wissenschaftliches Zentrum Chinas: Es gibt mehrere Universitäten und ein Kernforschungszentrum. Schwer-, Textil-, Glas-, Leder- und andere Industrie ist hier ansässig. Peking ist einer der größten Industriestandorte Chinas. Austragungsort der Olympischen Spiele 2008.

Kunst und Kultur

Peking wurde Anfang des 15. Jh.s planvoll als Abbild des Kosmos angelegt. Eine Mauer schützte die Stadt. Die Anlage der "Inneren Stadt" (12./13. Jh., auch "Tatarenstadt" genannt) ist rechteckig angelegt. Darin liegt die ehemalige Kaiserstadt der Mandschu (2,6 x 2,8 km), in der hohe Beamte des Reiches lebten. In die Kaiserstadt wiederum eingeschlossen war die "Verbotene Stadt" (Kaiserpalast, 1406 ff.), die Jahrhunderte lang kein Fremder betreten durfte. An deren Südrand liegt der Tien-an-men-Platz, umgeben von Monumentalbauten (unter anderem dem Tor des himmlischen Friedens, 1651). Hier befindet sich auch das Mao-Mausoleum, in dem der einbalsamierte Revolutionsführer seine letzte Ruhestätte gefunden hat. In der "Inneren Stadt" liegt auch der Pei-hai-Park mit See und Weißer Pagode (1651) und der "Tempel der Weißen Pagode" (gegründet im 11. Jh., 1457 erneuert), der Trommelturm (1420) und der Lamatempel (1745). Außerhalb der alten Mauern der "Inneren Stadt" liegen zahlreiche weitere Tempel, unter anderem in der "Chinesen-" oder "Äußeren Stadt" der "Himmelstempel" mit der so genannten Halle der Jahresgebete (Rundbau von 1420, erneuert 1754 und 1892). Im Nordwesten der Stadt befindet sich der ehemalige kaiserliche Sommerpalast (um 750 -, 1860 zerstört, 1889 wiederaufgebaut) und die Minggräber (1403 ff.).

Bedeutende Museen sind unter Anderem das Palastmuseum (der ehemalige Kaiserpalast), das Lu-Hsün-Museum und das historische Museum. Von großer Bedeutung ist die Nationalbibliothek.

Geschichte

Peking war oftmals Hauptstadt chinesischer Reiche. Die Region Pekings ist seit über 5 000 Jahre besiedelt gewesen, aber erst seit dem Ende des ersten nachchristlichen Jahrtausends gewann die Stadt an Bedeutung. 1215 wurde die Stadt von den Mongolen unter Dschingis Khan erobert; seit Kublai Khan (1280 bis 1294) bis 1368 war sie Residenz der Mongolendynastie (= Yüan-Dynastie). Zwischen 1368 und 1644 herrschte hier die Ming-Dynastie (Himmelsaltar 1420, Minggräber) und zwischen 1644 und 1911 regierten die Mandschus (Ts'ing-Dynastie). Im Lorchakrieg wurde Peking 1866 von den britisch-französischen Truppen besetzt. Der Sommerpalast wurde geplündert und zerstört.

1928 wurde die Stadt von Tschiang Kai-schek erobert. Vorübergehend wurde sie als Hauptstadt von Nanking abgelöst (in dieser Zeit Peiping genannt). Japan besetzte Peking zwischen1937 und 1945. Seit 1949 ist Peking Hauptstadt der chinesischen Volksrepublik. Auf dem Platz des himmlischen Friedens wurde im Juni 1989 eine Demonstration für eine Liberalisierung des politischen Systems und demokratische Reformen von der Armee blutig beendet. Über 3 000 Menschen starben dabei.

Bereits im Vorfeld zu den Olympischen Spielen, die in Peking vom 8. bis 24. August 2008 stattfanden, hatte es kritische Stimmen aus aller Welt gegeben. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Menschenrechtsverletzungen, in denen auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International eine Diskrepanz zwischen den Idealen der Olympischen Bewegung und der politischen Realität Chinas erkannte und zur Sprache brachte. Im Zuge der Tibetkrise im Frühjahr hatten mehrere Länder einen Boykott der Spiele erwogen. Bedenken wurden auch wegen der schlechten Luftqualität in Peking geäußert. 10  708 Athleten aus 28 Sportarten kämpften schließlich um 302 Goldmedaillen. Der US-amerikanische Schwimmer Michael Phelps holte acht Goldmedaillen; mit insgesamt 14 Mal Gold ist er nun der erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Olympischen Spiele. Die Bilanz von IOC-Präsident Jacques Rogge zu den Spielen in Peking fiel überwiegend positiv aus. Zugleich räumte Rogge die Machtlosigkeit des IOC im Umgang mit den Gastgebern ein. Insbesondere zur Pressezensur und Unterdrückung von Protesten sagte er, die Situation sei "nicht perfekt" gewesen. Harsche Kritik an der eingeschränkten Berichterstattung übten viele ausländische Journalisten. Es gebe jedoch auch Fortschritte, hieß es.