Polen (Wirtschaft)

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Seit dem Ende der 1980er Jahre wird die polnische Wirtschaft umstrukturiert von der Plan- zur freien Marktwirtschaft. Nach einer ersten Schwächephase erzielte das Land die höchsten Wachstumsraten im Vergleich mit den anderen ehemaligen COMECON-Ländern. Ein Großteil der klein- und mittelständischen Betriebe ist inzwischen in privater Hand. Das Wirtschaftswachstum steigt weiter (2007 auf 6,5 %), ausländische Investitionen nehmen zu. Die Bruttowertschöpfung erfolgt inzwischen nur noch zu 24 % im Industrie- und zu über 50 % im Dienstleistungsbereich. In der Privatwirtschaft wurden zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen, die Arbeitslosenrate ging 2007 auf 11,5 % zurück und fällt weiter. Vor allem viele Landbewohner leben aber immer noch unterhalb der Armutsgrenze.

Am 1. Mai 2004 wurde Polen Mitglied der Europäischen Union und erhält nun Subventionen, vor allem für den Agrarsektor.

In der Landwirtschaft sind inzwischen nur noch gut 15 % aller Arbeitskräfte beschäftigt, der Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt geringe 3 % aufgrund der geringen Produktivität der oft kleinen landwirtschaftlichen Betriebe, deren Gerätschaften meist veraltet sind. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Roggen und Kartoffeln (bei den Ernteergebnissen liegt Polen hier weltweit auf dem zweiten bzw. dritten Platz). Weiter werden Zuckerrüben, Weizen, Raps, Obst und Gemüse angebaut. Viehhaltung (Rinder, Schweine, Geflügel) wird vor allem in Großbetrieben im Westen des Landes betrieben, im Süden auch Schafzucht.

Der Industriesektor erholte sich rasch von der Umstellung der Wirtschaft durch die zunehmende Privatisierung und Modernisierung der Betriebe. Traditionell haben Nahrungs-, Genussmittel- und Textilindustrie große Bedeutung. Polen besitzt größere Vorkommen an Schwefel, Kupfer, Eisen, Blei- und Zinkerzen. Die Hütten- und Metall verarbeitende Industrie ist schwerpunktmäßig in Oberschlesien angesiedelt. In Galizien werden Erdöl und Erdgas gefördert, in Mittel- und Westpolen sind die Zentren der chemischen Industrie. In verschiedenen Städten an der Ostsee (Danzig, Elbing, Gdingen) spielt der Schiffsbau eine Rolle, wenn auch die Tendenz rückläufig ist. Der Energiebedarf des Landes wird fast ausschließlich durch Wärmekraftwerke gedeckt (Polen hat ausgedehnte Kohlelagerstätten, vor allem Steinkohle).

Wichtigster Handelspartner Polens sind heute die EU-Länder (vor allem Deutschland), die an Export und Import mit etwa zwei Dritteln beteiligt sind. Zu den Exportgütern Polens gehören vor allem Maschinen, Erzeugnisse der chemischen Industrie, Fahrzeuge, Nahrungsmittel und Kupfer. Importiert werden Rohöl, Maschinen, Fahrzeuge und Nahrungsmittel. Einen aufstrebenden Wirtschaftszweig und wichtige Devisenquelle stellt der Tourismus dar.

In den meisten Landesteilen von Polen steht ein gut ausgebautes Verkehrsnetz zur Verfügung (insgesamt über 423 000 km Straße, 23 000 km Schiene). Wichtigste Häfen an der Ostsee sind Danzig, Gdingen und Stettin. Internationale Flughäfen finden sich bei Warschau und Krakau.

Währung ist der polnische Zloty (= 100 Groszy).


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