Portugal (Wirtschaft)
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Das Wachstum Portugals hat nach dem Stagnationsjahren 2003 bis 2005 mit 1,9 % (2007) wieder angezogen, die Arbeitslosigkeit ist jedoch ebenfalls auf 8,4 % (2007) angestiegen. Als problematisch für die Entwicklung erweisen sich weiterhin das mangelhafte Schul- und Ausbildungssystem, die hohe Neuverschuldung und die starken regionalen Unterschiede: Küstennahe Gebiete sind am Wachstumsprozess wesentlich mehr beteiligt als Gebiete im Landesinneren, was sich auch im Ausbau der Infrastruktur widerspiegelt. Die Subprime-Krise (Immobilienkrise) in den USA und die plötzliche Illiquidität des bisher stark wachsenden Marktes mit forderungsbesicherten Wertpapieren löste 2007/2008 eine weltweite Finanz- und Vertrauenskrise aus, die auch vor Portugal nicht Halt machte. Die Regierung reagierte mit einer Garantie von Krediten zwischen Banken bis zu 20 Milliarden Euro. Die Finanzkrise zieht auch zunehmend die Realwirtschaft in Mitleidenschaft (u.a. Automobilhersteller); etliche Prognosen wurden weltweit bereits erheblich nach unten korrigiert.
Die Erträge der Landwirtschaft (rund 12 % der Erwerbstätigen sind hier beschäftigt) decken den Eigenbedarf der Bevölkerung nur in wenigen Bereichen (z.B. bei Wein, Oliven und Milchprodukten), die Produktivität ist aufgrund schlechter Böden, kleiner Betriebe und geringer Mechanisierung niedrig. Angebaut werden Mais, Oliven, Kartoffeln, Getreide, Gemüse, vor allem im Süden Zitrusfrüchte, Pfirsiche und Mandeln. Eine besondere Rolle im Export spielen der Portwein und der Kork der Korkeichen (Portugal gehört zu den weltgrößten Korkproduzenten). Die aus Australien eingeführten, extrem schnell wachsenden Eukalyptusbäume liefern den Rohstoff für die Zelluloseindustrie und werden entsprechend kultiviert. Vor Portugals 830 km langer Küste liegen fischreiche Fanggründe. Hier werden auf traditionelle Weise vor allem Sardinen, auch für den Export, gefischt.
Der bis zur Demokratisierung des Landes vernachlässigte Industriesektor erwirtschaftet inzwischen knapp ein Drittel des Bruttoinlandproduktes. Die wichtigsten Zentren liegen bei Porto und Lissabon. Eine Rolle spielen die Textil- und Lederwarenindustrie, Papier- und chemische Industrie, Stahlwerke und Elektro- und Elektronikindustrie. An Bodenschätzen sind unter anderem Kupfer, Zinnerze, Titan, Steinkohle, Wolfram und Gold vorhanden.
Die wichtigsten Handelspartner sind die anderen EU-Länder, vor allem Spanien, Deutschland und Frankreich. Der Tourismus spielt für die Wirtschaft eine bedeutende Rolle, etwa die Hälfte aller Touristen fahren an die Algarve.
Währung ist der Euro.