Reiseführer Island

Aus Länder-Lexikon.de

Island ist die größte Vulkaninsel der Welt und nach Großbritannien der zweitgrößte Inselstaat Europas. Als Urlaubsziel besticht das Land vor allem durch eine einzigartige Naturlandschaft, den Charme seiner Einwohner und eine außergewöhnliche Kultur.

Inhaltsverzeichnis

Sightseeing und Highlights

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Besonders Reykjavík, die nördlichste Hauptstadt Europas, bietet viel Sehenswertes. Dreh- und Angelpunkt für Touristen ist die Altstadt. Von dort aus lässt sich die Stadt mit ihren Museen, Märkten, alten Fachwerkhäusern und Parks gut erkunden. Wer sich für die Kultur der Isländer interessiert, ist im Nationalmuseum gut aufgehoben.

Die Hallgrimskirche

Hinter dem Museum liegt gleich eine weitere Attraktion: das Árni-Magnússon-Institut. Es beherbergt eine Fülle von Werken, in denen sich alles um die Sagen und Mythen Islands dreht. Das Wahrzeichen der Stadt mit einer Höhe von 76 m ist die Hallgrimskirche. Von der Aussichtsplattform im Turm der Kirche hat man einen malerischen Blick auf die Stadt.

Islands Naturschönheiten

Am Námafjall, dem Bergwerksberg, warten kochende Schwefelquellen, Schlammlöcher und kleine Krater darauf, entdeckt zu werden. Vor allem das Thermalgebiet am Fuße des Berges – das Solfatarenfeld Namaskaro – ist eine Attraktion. Allerdings liegt dort ein starker Schwefelgeruch in der Luft.

Der See Mývatn

Die vulkanische Landschaft Islands bietet aber nicht nur kochende Schlote, über die Jahrtausende entstanden auch tiefblaue Seen. Einer davon ist der Mývatn, auf deutsch: Mückensee. Er liegt in einem Naturschutzgebiet und bietet zum einen eine faszinierende Kulisse wegen der Lavagebilde rings um den See und zum anderen einen bemerkenswerten Artenreichtum an Fischen und Vögeln.

Der Dettifoss

Im Nordosten der Insel befindet sich der Jökulsárgljúfur-Nationalpark, der jüngste Nationalpark Islands. Er wird auch gern als Grand Canyon Islands bezeichnet und beeindruckt durch bizarre Felsformationen, Höhlen, zahlreiche Wasserfälle und eine atemberaubende Vegetation. Vor allem der Dettifoss – der größte Wasserfall Europas – ist einen Besuch wert.

Einer der größten Flüsse im Osten ist der Lagerfljöt mit einer Länge von etwa 140 km. Ein Teil des Flusses bildet den See Lögurinn. Der Legende nach soll dort ein Seeungeheuer leben.

Pingvellir ist UNESCO-Welterbe und eine Gegend, die geologisch sehr interessant ist. Hier treffen die amerikanische und die europäische Kontinentalplatte aufeinander, sichtbar an einem lang gezogenen Graben. Er dehnt sich pro Jahr etwa 8 mm aus. Mit dem Wasserfall Gullfoss und zahlreichen Geysiren zählt diese Gegend zu den spannendsten Islands.

Interessante Ortschaften

Neben vielen spektakulären Naturschauplätzen bietet Island auch einige kleinere schöne Städte. Holar ist eines von diesen Kleinoden. Es liegt im Norden in einem Tal und ist eine der bekanntesten historischen Orte. Zu besichtigen ist hier zum Beispiel eine Sandsteinkirche aus dem Zeitalter des Barock.

Die alte Heringsfängerhochburg Siglujördur liegt ebenfalls im Norden. Die Stadt mit ihren circa 1.300 Einwohnern liegt am gleichnamigen Fjord. Am Hafen lädt ein Heringsmuseum zum Erkunden der Geschichte des traditionellen Fischfangs ein.

Das Museumsdorf Laufás

Ein alter Siedlungsplatz aus dem 19. Jahrhundert kann am Ostufer im Norden Islands entdeckt werden: Der Museumshof Laufás ist ein isländisches Torfgehöft. Die Häuser mit ihren grasbewachsenen Dächern und den Wänden aus Torf sowie die danebenstehende Kirche aus dem Jahr 1865 wurden aufwendig restauriert. Wer im Norden unterwegs ist, sollte auch der Stadt Akureyri einen Besuch abstatten – die Metropole des Nordens bietet zum Beispiel eine wunderschöne Fußgängerzone.

Sportliche Aktivitäten

Für Sportfreunde bietet die Insel einige Highlights. Je nach Reiseregion können Sie zwischen einer Vielzahl von Sportmöglichkeiten wählen:

Island Wanderlandschaft f9673304.jpg

Wandern und Radfahren - Wegen der Landschaften, die von Lava, Seen, Gletschern und Sandwüsten gekennzeichnet sind, ist Island ein Geheimtipp für Wanderfreunde. Es gibt markierte Wanderwege und man erhält auch Wanderkarten auf Deutsch. Aber auch begeisterte Radler kommen auf ihre Kosten. Das Abenteuer schlechthin ist eine Fahrt durch das Hochland. Die Pisten dort führen über gut ausgebaute Straßen, aber auch über Sandwüsten, Flüsse und Brücken. Die meisten dieser Hochlandpisten sind allerdings nur wenige Wochen im Sommer geöffnet.

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Angeln - Beliebt sowohl bei Einheimischen als auch Touristen ist das Lachs- und Forellenangeln. Die Hauptsaison für Lachse dauert von Juni bis Mitte September. Die Forellensaison ist von Fluss zu Fluss unterschiedlich und dauert etwa von April bis Oktober. Zum Angeln brauchen Sie jedoch eine Lizenz. Die Preise variieren dabei zwischen 20 und mehreren 100 Euro, je nach Angelgebiet und Fischart.

Reiten - Sie können die Insel auf auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Zahlreiche Bauernhöfe bieten Touren von mehreren Tagen bis zu zwei Wochen an. Bitte beachten Sie dazu die strengen Einfuhrbestimmungen.

Die Blaue Lagune

Schwimmen – Die hohe Vulkanaktivität zeigt sich an vielen Orten Islands durch heiße Quellen und damit etlichen Badegelegenheiten. Man kann das ganze Jahr über in Hallen- und Freibädern und stillen Pools, sogenannten heißen Pötten, das warme Wasser genießen. Der berühmteste Badeort, ein blauer Geothermal-See, befindet sich im Südwesten Islands und liegt inmitten eines Lavafelds: die Blaue Lagune.

Skifahren - Auch Skifans finden beste Bedingungen. Verstreut über fast alle Landesteile gibt es etliche Wintersportzentren zum Abfahrt- und Langlaufskifahren, etwa Blue Mountain in der Nähe von Reykjavík mit einer Pistenlänge von 15 km.

Tauchen - Island hält auch unter Wasser den einen oder anderen Höhepunkt bereit. Ein Highlight – für erfahrene Taucher – bietet der See Thingvallavatn im Südwesten Islands. Das Wasser des Sees ist zwar mit etwa 1 bis 3 Grad extrem kalt, die Sichtweite beträgt jedoch bis zu 70 m. Die Quelle Silfra in Thingvallavatn gehört zu den wenigen Tauchrevieren, die unter Tauchern als einmalig gelten. An dieser Stelle verläuft eine Spalte der Kontinentalplatten: Hier können Sie also einmal kurz von Europa nach Amerika und wieder zurück tauchen. Die Quelle liegt etwa eine Autostunde von der Hauptstadt entfernt.

Tradition und Kultur

Das Perlan in Reykjavík

Die traditionelle isländische Küche sollte man sich nicht entgehen lassen, auch wenn manche Geschmäcker für uns ungewohnt sind. Ob Räucherlamm, Trockenfisch oder Schalentiere - hier bieten sich wahre Gaumenfreuden! Für diese Leckerbissen muss man zudem nicht einmal in Reykjavík sein. Auch außerhalb der Hauptstadt gibt es viele herzhafte Restaurants mit lokalem Flair.

Aber auch die Schokolade der Insel ist zu empfehlen, typisch isländisch mit Lakritz. Überaus köstlich sind auch echt isländische Zimtschnecken mit Zuckerguss oder eine Kleina, ein isländisches Schmalzgebäck - am besten zusammen mit einer Tasse Kaffee, dem allgegenwärtigen Nationalgetränk.

In Island finden Sie immer ein Plätzchen, um Ihren Kaffee genießen zu können – von kleinen Cafés über Snackbars bis hin zu Literaturcafés mit gemütlichem Ambiente. Ein Geheimtipp ist das Perlan in Reykjavík: Es handelt sich hierbei um ein Drehrestaurant, das sich im obersten Stockwerk eines Wasserspeichers befindet. Hier können Sie bei einem köstlichen Essen eine wundervolle Aussicht genießen.

Beste Reisezeit

Polarlichter

Das Klima auf Island ist kühl, jedoch auf Grund des warmen Golfstromes milder als in anderen Ländern dieses Breitengrades. Im Winter liegen die durchschnittlichen Temperaturen zwischen 0 und 3 Grad, in den Sommermonaten zwischen 12 und 15 Grad. Temperaturen über 20 Grad werden selten erreicht. Die geringsten Niederschläge fallen während der Sommermonate.

Die Hauptsaison dauert von Juni bis September. Zu dieser Zeit herrscht Sommer und es ist relativ lange hell, manchmal sogar die ganze Nacht. Auch die Hütten im Hochland werden in dieser Zeit unterhalten.

Der Frühling hat den Vorteil, dass noch nicht so viele Touristen Island bevölkern und die Preise von Reiseanbietern und Geschäften niedriger sind, als in der Hauptsaison. Das gleiche gilt für den Herbst.

Wer Polarlichter beobachten möchte, sollte im Winter nach Island kommen. Die Tage sind dann jedoch sehr kurz und die Möglichkeiten für Aktivitäten deshalb stark eingeschränkt. Daher ist eine Reise zu dieser Jahreszeit finanziell relativ günstig.

Reiseinfos von A-Z

Anreise: Ein Flug von Deutschland zum internationalen Flughafen in der Nähe von Keflavik (südwestlich von Reykjavík) dauert etwa vier Stunden. Vom Flughafen aus gibt es eine gute Busverbindung in die Hauptstadt. Die Fahrt mit der Fähre dauert um einiges länger. Passagiere vom Festland können in Dänemark zusteigen. Die Route führt über die Färöer Inseln nach Island. Da die Schiffe meist Kreuzfahrt-Standard haben, beginnt hier der Urlaub eigentlich schon mit der Überfahrt.
Camping: Für Naturverbundene finden sich rund um die Insel ungefähr 125 Campingplätze, die aber meist nur von Juni bis Ende August oder Mitte September geöffnet sind. Allerdings ist es ausdrücklich erlaubt, außerhalb von bewirtschafteten Flächen sein Zelt aufzuschlagen – wenn auch nur für eine Nacht.
Einfuhrbestimmungen: Wer auf Island Reiten oder Angeln möchte, sollte auf die eigene Ausrüstung verzichten, da es sehr strenge Einfuhrkontrollen gibt. Die Einfuhr von gebrauchtem Reitzeug, darunter auch Decken, Peitschen, Striegel etc., ist verboten. Ebenso wenig dürfen Lederhandschuhe, Lederschuhe, Wachsmäntel, Reithelme und alle weiteren nicht vollständig desinfizierbaren Reitkleider eingeführt werden.

Gebrauchte Reitstiefel und die Angelausrüstung können unter Umständen mitgenommen werden. Sie brauchen jedoch einen Nachweis, dass die Gegenstände vom amtlichen Tierarzt oder der Gesundheitsbehörde desinfiziert worden sind. Beachten Sie bitte die Informationen des Auswärtigen Amtes.

Feiertage: An folgenden Feiertagen müssen Sie mit geschlossenen Banken und Geschäften oder zumindest mit eingeschränkten Öffnungszeiten rechnen: Neujahr (1. Jan), Ostern, 1. Sommertag (dritter Donnerstag im April), Tag der Arbeit (1. Mai), Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Nationalfeiertag (17. Juni), Handelsfeiertag (erster Montag im August), Heiligabend (ab mittags) und Weihnachten, Silvester (ab mittags)
Geld: Bezahlt wird in Island mit Isländischen Kronen (ISK). An Bankautomaten („Hraðbanki“), die an Flughäfen, in Ortschaften und größeren Raststätten zu finden sind, kann mit der EC- oder Kreditkarte ohne Probleme Geld abgehoben werden. Kreditkarten werden außerdem fast überall zum Bezahlen akzeptiert, EC-Karten nicht immer. Auch Reiseschecks sind weit verbreitet. Durch die Auswirkungen der Finanzkrise 2008 ist der Wechselkurs derzeit sehr günstig.
Medizinische Versorgung: Die medizinische Versorgung in Island ist sehr gut. Apotheken („Apótek“) haben wie normale Geschäfte von 9.00 – 18.00 Uhr geöffnet, einige sind aber immer auch nachts geöffnet. Wenn man bestimmte Medikamente regelmäßig einnehmen muss, sollte man trotzdem lieber ausreichend davon mitnehmen, denn isländische Apotheken haben nicht immer die uns bekannten Produkte. Gerade in Reykjavík können viele Ärzte und Gesundheitszentren („Heilsugæstöðin“) kurzfristig aufgesucht werden, eine gute Versorgung finden Sie aber in allen größeren Gemeinden. Wenn Sie keine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) besitzen, muss die Rechnung bar bezahlt werden.
Notruf: Die landesweite Notrufnummer ist 112 (für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen und Notarzt)
Öffnungszeiten: Geschäfte haben in der Regel Mo-Fr von 9.00 - 18.00 Uhr und Sa von 10.00 – 14.00/16.00 Uhr geöffnet. In Supermärkten kann man täglich (auch am Wochenende) bis 23.00 Uhr einkaufen und in größeren Städten sogar rund um die Uhr. Banken haben Mo-Fr von 9.15 - 16.00 Uhr geöffnet.
Sicherheit: So schön die unberührte, raue Natur in Island ist – sie birgt Gefahren. Vor allem wer auf eigene Faust Island entdecken möchte, sollte einige Tipps beachten:
  • Besondere Vorsicht ist bei Wasserfällen, Flüssen und heißen Quellen geboten. Genießen Sie solche Naturschauspiele lieber aus sicherer Entfernung.
  • Bei Hochland- und Gletscherwanderungen sollten Sie immer jemanden über die Route informieren und wann Sie zurück sein wollen.
  • Für Mountainbiker stellt die Insel eine Herausforderung dar. Jedoch muss auch im Hochsommer mit jedem Wetter gerechnet werden.
  • Da die Vegetation sehr empfindlich ist, ist es auf ganz Island strikt verboten von den markierten Straßen und Pisten abzuweichen.
Trinkgeld: Trinkgeld ist in den Preisen grundsätzlich enthalten und nur in größeren Städten üblich.
Verkehrsmittel: In Island finden Sie ein gut ausgebautes Linienbusnetz. Ein- und Aussteigen ist in der Regel überall möglich. Fahrkarten werden in Busstationen oder direkt beim Fahrer gekauft. Einige Inseln erreichen Sie nur mit der Fähre, die wichtigsten Verbindungen werden täglich gefahren. Wollen Sie nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sein, können Sie ein Auto mieten.
Visum: Für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten genügt ein gültiger EU-Personalausweis oder Reisepass.
Zeitverschiebung: Sommerzeit -2 Stunden, Winterzeit -1 Stunde.

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