Reykjavik

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In der Hauptstadt von Island, die an der südwestlichen Küste des Landes liegt, leben ca. 121 000 Menschen. Damit ist Reykjavik die größte Stadt Islands. Die am nördlichsten gelegene Hauptstadt der Welt ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes.

In Reykjavik befinden sich vor allem Dienstleistungsunternehmen, Fischerei- und High-Tech-Industrie. Der größte Teil der Stadt wird durch Geothermalenergie versorgt. Reykjavik besitzt zwei Seehäfen und einen Inlandsflughafen. Der internationale Flughafen Keflavik liegt 50 Kilometer entfernt.

Kunst und Kultur

Das Perlan in Reykjavík

Wahrzeichen von Reykjavik ist die Kirche "Hallgrimskirkja" mit einem 73 Meter hohen Turm aus hellen Basaltsteinen. Das "Hafnarhus", ein altes Lagerhaus am Hafen, wurde zum modernen Kunstmuseum umgebaut. Außerdem gibt es ein Freilichtmuseum, ein Skulpturenmuseum und ein Nationalmuseum. Das Saga-Museum befindet sich im großen Warmwasserspeicher Reykjaviks, genannt Perlan. Das moderne Rathaus steht auf Stelzen, die in das Wasser eines in der Stadtmitte gelegenen Sees ragen.

Geschichte

Mit Ingolfur Arnarson begann offiziell die sogenannte Landnahme Islands (zwischen 870 und 930), das heißt die Besiedelung der bislang fast menschenleeren Insel durch Wikinger aus Norwegen. Er benannte den Ort nach dem, was er in der Umgebung zu sehen glaubte: Rauch, in Wirklichkeit Dampf aus den heißen Quellen. Reykjavik heißt auf Deutsch "Rauchbucht". Bis ins 18. Jahrhundert blieb der Ort jedoch von geringer Bedeutung; er wurde erst 1786 offiziell zur Stadt erhoben.

Reykjavik war bis zum Zweiten Weltkrieg sehr traditionell geprägt, die Einwohner lebten von Schafzucht und Fischerei (auch Export). Wirtschaftlich und politisch war Island lange Zeit abhängig von Dänemark. 1904 siedelte ein Großteil der Exekutive unter einem Minister für Island nach Reykjavik über. 1918 wurde Island zum Königreich erklärt, das aber immer noch der dänischen Krone unterstand. Reykjavik galt nun offiziell als Hauptstadt des Landes. Erst 1944 erklärten die Isländer ihre Unabhängigkeit und wurden eine demokratische Republik. Während des Zweiten Weltkrieges stand Island unter britisch-amerikanischer Besatzung. Während der Besatzungszeit wurde die Infrastruktur ausgebaut. Dadurch wuchs Reykjavik nach Kriegsende rasant.